SPD: Gemeinschaftsschulen sollen erlaubt werden

München - Die Landtags-SPD hat sich nochmals eindringlich dafür ausgesprochen, Kommunen die Einführung von Gemeinschaftsschulen zu erlauben. Für welche Gemeinden diese besonders wichtig seien:

„Es geht nicht um Ideologie, sondern um pragmatische Lösungen für Kommunen, Kinder und Eltern“, sagte der SPD-Bildungsexperte Martin Güll am Montag in München. Die SPD wolle keine der etablierten Schularten abschaffen. „Wir wollen nicht das dreigliedrige Schulsystem zu Fall bringen.“ Gemeinden sollten aber künftig auf Antrag die Möglichkeit bekommen, Gemeinschaftsschulen einzuführen. In diesen Schulen sollen nach Vorstellung der SPD alle Kinder gemeinsam und nicht nach Schularten getrennt unterrichtet werden.

Der Gesetzentwurf, der dafür eine stärkere individuelle Förderung vorsieht, wird an diesem Dienstag abschließend im Landtag behandelt. Als erster Schritt sollen Modellschulen eingeführt werden dürfen.

Im ländlichen Gebiet die "einzige Lösung"

Güll betonte, für viele Gemeinden gerade in ländlichen Gebieten sei die Gemeinschaftsschule die einzige Lösung. „Wir wollen die Bildung zu den Kindern und nicht die Kinder zur Bildung zu bringen.“ Eltern etwa aus dem Allgäu verwiesen auf teilweise enorm lange Schulwege ihrer Kinder zu weiterführenden Schulen.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) wies die SPD-Ideen erneut zurück. Die sogenannte Gemeinschaftsschule stelle einen Schritt in die pädagogische Vergangenheit dar. „Die "Gemeinschaftsschule" hat als Gesamtschule in der Bildungsgeschichte versagt: Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler wurden zu wenig gefordert, leistungsschwächere zu wenig gestärkt“, argumentierte Spaenle. Und den Rückgang der Schülerzahl könne auch die SPD nicht wegzaubern.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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