SPD: Isar 1 sofort abschalten

München - Die SPD hat Umweltminister Markus Söder (CSU) aufgefordert, seinen vollmundigen Ankündigungen Taten folgen zu lassen und das umstrittene Kernkraftwerk Isar 1 sofort abzuschalten.

Der Meiler müsse umgehend vom Netz, verlangten SPD-Generalsekretärin Natascha Kohnen und der umweltpolitische Sprecher der Landtags-SPD, Ludwig Wörner, am Dienstag in München. Das nach dem alten, unter Rot-Grün vereinbarten Atomkonsens eigentlich näher rückende Abschaltdatum Anfang Juni ist der SPD zu spät. Dann wäre die ursprünglich vorgesehene Reststrommenge erreicht. Söder hatte am Montag CSU-intern angekündigt, den Meiler vor den Toren Landshuts stilllegen zu wollen.

“Wir trauen dem Ganzen nicht“, sagte Kohnen. Söder sei in der Atom-Frage nicht glaubwürdig. Die SPD will deshalb nicht locker lassen, bis Isar 1 tatsächlich vom Netz ist - und weiter mit Demonstrationen und Mahnwachen für eine Sofort-Abschaltung kämpfen. Kohnen sagte sogar eine wachsende Protestwelle in den kommenden Wochen voraus: “Das wächst und wächst und wächst.“ In der Zentrale der Bayern-SPD stünden die Telefone fast nicht mehr still.

Rechtlich wäre eine Sofort-Abschaltung von Isar 1 nach Darstellung der SPD kein Problem. Denn wenn Söder Sicherheitsmängel feststelle, sei ein umgehendes Aus sogar zwingend. Und Sicherheitsmängel ließen sich mit Hilfe bereits existierender Gutachten beweisen.

Kohnen und Wörner erklärten, es müssten bei Isar 1 nur mehrere Faktoren zusammenkommen, dann sei ein Atom-Unfall auch hierzulande denkbar. “Eine Katastrophe ist nie vorhersehbar, sondern eine Verkettung von Zufällen“, sagte Kohnen. Wörner betonte, es müsse dazu keinen Tsunami geben - es reiche eine fehlende Stromzufuhr. Zudem reiche in einem Notfall wie jetzt in Japan die Menge an Kühlwasser, die man aus der Isar entnehmen könne, nicht zum Kühlen aus. Ein Restrisiko, und sei es auch noch so gering, sei nicht hinnehmbar. “Restrisiko ist die Verniedlichung von Tod“, sagte Wörner.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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