SPD-Sprecher wehrt sich gegen Rauswurf

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Münchens OB Christian Ude unterstütz den Rauswurf von Gregor Tschung.

München - Bei der Bayern-SPD kracht es offenbar hinter den Kulissen. Pressesprecher Gregor Tschung wurde entlassen. Doch der Geschasste wehrt sich gegen seinen Rauswurf.

Was ist da nur bei der Bayern-SPD los? Mitten im immer heißer werden Wahlkampf mit Christian Ude haben die Sozialdemokraten ihren Pressesprecher Gregor Tschung (46) gefeuert. Nach tz-Informationen geht es um Dienstreisen, zu denen Tschung nicht berechtigt gewesen sein soll. Tschung wehrt sich jetzt mit einer Kündigungsschutzklage und will Bayerns SPD-Chef Florian Pronold Anschuldigungen per einstweiliger Verfügung verbieten lassen.

Nach tz-Informationen waren es zwei Fahrten, mit denen Tschung seine Familie per SPD-Dienstwagen vom Flughafen abgeholt und zurückgebracht hat. Tschungs Frau wohnt in Sachsen, sie war auf Stellensuche in München, um zu ihrem Mann nachziehen zu können. Außerdem soll Tschung zum Wörthersee gefahren sein, um ein Treffen Udes mit dem Augsburger Bischof Konrad Zdarsa vorzubereiten. Tschung sagt zu den Vorwürfen nur: „Ich kann mich nicht erinnern, eine Vereinbarung über die Nutzung der Dienstwagen unterschrieben zu haben.“

OB Christian Ude wurde schon am Sonntag über die Kündigung informiert, er gab aber im Beisein des Noch-SPD-Sprechers am Dienstag dem Focus ein Interview. Beschlossen wurde die Kündigung im SPD-Vorstand. „Ude hat da nichts mitzuentschieden, weil er kein Amt im Parteivorstand hat“, so SPD-Landesgeschäftsführer Holger Reise zur tz. Zu den Vorwürfen wollte sich Reise wegen des schwebenden Verfahrens nicht äußern.

Dies tat allerdings der SPD-Betriebsrat, der die Kündigung ablehnte. OB und Spitzenkandidat Ude erklärt, dass es „sehr viele Gründe“ für die Kündigung gegeben habe, die „alleine in der Person liegen“. Ude: „Die Partei hat sich auf bestimmte Vorwürfe konzentriert, um die Kündigung juristisch unanfechtbar machen.“ Bayerns SPD-Chef Florian Pronold hatte am Freitag von „strafrechtlich relevanten Vorwürfen“ gesprochen, die Tschung zur Last gelegt werden. In dieser Sache bereitet Tschungs Hamburger Anwalt eine einstweilige Verfügung vor.

Johannes Welte

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