Staatsregierung will Flughafen-Sicherheit verbessern

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Wirtschaftsminister Martin Zeil will die Sicherheit am Münchner Flughafen verbessern.

München - Die Staatsregierung will nach der Sicherheitspanne am Münchner Flughafen die Fluggast-Kontrollen verbessern. Das Verschwinden verdächtiger Passagiere soll verhindert werden.

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Geprüft werden Änderungen bei der Organisation der Sicherheitschecks, zusätzliche technische Kontrollgeräte und Baumaßnahmen, um ein Verschwinden verdächtiger Passagiere im Flughafen zu verhindern. “Diese Dinge sollen mit Hochdruck in den nächsten Tagen und Wochen ausgewertet werden“, sagte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in München. Zeil und Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wollen bis spätestens Ende Februar erneut im Kabinett berichten.

Bilder: Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen

Bilder: Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen
Bilder: Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen © Priglmeir
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Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen
Helena Lanka, Prag (28): Ich bin eh schon völlig erschöpft, denn ich komme gerade aus Bangkok und bin seit 26 Stunden unterwegs. Ich bin seit sechs Stunden hier am Flughafen und habe vergeblich versucht, einen früheren Flug zu nehmen. Aber ich dachte, dass wenigstens dieser Flug pünktlich ist, weil das Wetter ja einwandfrei war. © Priglmeir
Bilder: Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen
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Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen
Manuel Hoffmann, Stuttgart (31): Ich war beruflich in München und wollte grade nach Stuttgart heimfahren. Und jetzt sehe ich, dass hier alles dicht ist. So ein Mist, normalerweise wäre ich in 30 Minuten zuhause gewesen. Letzte Woche habe ich die Bahn genommen, und dann hatte die drei Stunden Verspätung. © Priglmeir
Bilder: Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen
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Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen
Steffi Huber (18, Name geändert), Schülerin: Mein Flug geht nach Frankfurt. Von dort geht es um 22 Uhr weiter nach Brisbane in Australien. Dort werde ich ein halbes Jahr zur Schule gehen, wenn ich irgendwann ankomme. Meine ganzen Freunde haben mich an den Flughafen begleitet, jetzt dauert der Abschied halt ein bisschen länger. Ich habe keine Ahnung, was passiert, wenn ich den Flug verpasse. © Priglmeir
Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen
Stefan Kulle, München: Ich bin auf Dienstreise nach Stockholm. Die Kollegen, die von Stuttgart aus geflogen sind, sind wahrscheinlich schon oben. Wenn das heute nicht mehr klappt, dann werde ich morgen wohl das machen, was man auf Neudeutsch Netmeeting nennt. Wenn hier wirklich Sprengstoff gefunden wurde, muss man natürlich für die Sicherheitsmaßnahmen Verständnis haben. © Priglmeir
Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen
Nicole Robinson, London, (24): Ich weiß es noch nicht, ob mein Flug nach Hause komplett annulliert worden ist. Man erfährt hier auch so gut wie gar nichts. Ich habe sämtliche Informationen von meinem Ehemann, den ich in London angerufen habe. © Priglmeir
Bilder: Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen
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Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen
Katja Pohl, Düsseldorf: Ich war beruflich hier in München. Ich weiß jetzt noch nicht, wie es weiter geht. Wenn ich noch länger hier warten muss, werde ich wohl doch mit der Bahn fahren. Wenn es hier ein Sicherheitsproblem gab, dann ist es natürlich richtig, dass der Laden dicht gemacht wird. © Priglmeir
Bilder: Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen
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Bilder: Sprengstoffalarm am Münchner Flughafen
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Prüfen will die Staatsregierung nun, wie das Zusammenspiel von Kontrolleuren und Bundespolizei am Flughafen verbessert werden kann. Zeil will aber die Zuständigkeit für die Kontrollfirma nicht von seinem Ressort an Innenminister Joachim Herrmann (CSU) abgeben. “Hier sehe ich den Änderungsbedarf nicht“, sagte er. “Wir müssen die Schnittstellen genau untersuchen und optimieren.“ Zeils Haus ist für das Unternehmen zuständig, weil der ganze Flughafen in die Zuständigkeit des Wirtschaftsministeriums fällt.

An technischen Maßnahmen denkbar ist nach Zeils Angaben der Einbau von akustischen oder optischen Meldern. Die Meldegeräte könnten Alarm auslösen, falls ein Passagier den Sicherheitsbereich unkontrolliert verlässt. Eine Sofortmaßnahme wurde bereits umgesetzt: Noch nicht kontrolliertes Handgepäck wird inzwischen auf Tischen abgestellt, auf die die Fluggäste keinen Zugriff haben.

Ursache der Sicherheitspanne war nach Zeils Angaben “individuelles Fehlverhalten“ einer Kontrolleurin. Sie hatte den Laptop-Computer eines Fluggasts nicht in Gewahrsam genommen, obwohl der Sicherheitscheck Alarm wegen möglichen Sprengstoffverdachts ausgelöst hatte. Die Frau hielt den Mann auch nicht auf, obwohl er sich nach Angaben Zeils seelenruhig von der Kontrollstelle entfernte. “Er ist nicht weggelaufen, sondern mit seinem Kollegen ganz gemütlich weiterspaziert“, sagte der Wirtschaftsminister. Die Kontrolleurin ist nach Zeils Angaben schon lange bei der Firma angestellt, die die Fluggäste am Münchner Airport vor dem Abflug kontrolliert. Ob die Frau nun mit Konsequenzen zu rechnen hat, ist unklar. Das sei Sache des Unternehmens, sagte Zeil dazu.

Die Staatsregierung nehme den Vorfall “sehr ernst“, sagte Zeil. “Es darf keine Fehler geben.“ Ein Grund dafür: Fehlalarme wie am vergangenen Mittwoch kommen den Flughafen nach Zeils Angaben teuer zu stehen. Die Bundespolizei hatte Teile des Terminals II anschließend für mehrere Stunden stillgelegt, hunderte Flüge starteten verspätet oder wurden annulliert.

Gleichzeitig betonte Zeil, dass die Sicherheit am Münchner Flughafen gut sei. “Uns wird bescheinigt, dass wir uns gerade auch im Vergleich zu anderen Flughäfen in Deutschland durch hohe Qualität auszeichnen“, sagte der Wirtschaftsminister.

dpa

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