Stadt verschandelt: Bagdad will Schadenersatz von USA

Bagdad - Die irakische Hauptstadt will die USA auf Schadenersatz in Höhe von einer Milliarde Dollar verklagen. Grund: Die US-Streitkräfte hätten die "schöne Stadt" verschandelt.

Die Stadtverwaltung wolle von den USA eine Milliarde Dollar (735 Millionen Euro) Entschädigung und eine Entschuldigung verlangen, verlautete am Donnerstag aus Medienkreisen. In einer Mitteilung auf den Internetseiten der Stadt beschuldigt die Verwaltung die US-Streitkräfte, “die schöne Stadt“ mit der Aufstellung hässlicher Schutzwände aus Beton verschandelt zu haben.

Die Schutzwände, die unter dem Vorwand der Sicherheit aufgestellt worden seien, hätten die Kanalisation und Gehwege beschädigt, zu Staus geführt und seien geschäftsschädigend gewesen, hieß es in der Mitteilung.

Allerdings sehen nicht alle die alleinige Schuld bei den Amerikanern. “Die irakischen Sicherheitskräfte tragen auch einen Teil der Verantwortung dafür“, dass meilenlang Wände aus Beton die Hauptstadt durchkreuzten, sagte Kamil al Saidi, Chef des Provinzrats von Bagdad.

Die hohen grauen Betonplatten sind in den acht Kriegsjahren zu einem der typischen Anblicke in Bagdad geworden. Sie wurden von US- und einheimischen Truppen überall im Irak verwendet, um Einrichtungen vor Bombenanschlägen zu schützen. Während der heißesten Phasen der Kämpfe wurden ganze Viertel auf diese Art eingezäunt.

Die Stadtverwaltung hat erst kürzlich begonnen, einige dieser Wände wieder abzubauen. Dabei wurden die Schäden an Straßenoberflächen, Bürgersteigen und Kanalisation sichtbar, für die sie jetzt Entschädigung verlangt.

dapd

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