Flüchtlingspolitik

Städte- und Gemeindebund für Alterstests bei der Einreise

+
Ein Röntgenbild mit der linken Hand eines jungen Menschen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren. Über die radiologische Untersuchung des Handwurzelknochens und der Hand lässt sich das Alter eines Menschen bestimmen. Foto: Felix Kästle

Berlin (dpa) - Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert Alterstests für junge Flüchtlinge schon bei der Einreise: "Ich glaube nicht, dass es eine kommunale Aufgabe der Jugendämter ist, zu schauen, ist der jetzt 17 oder 27. Das muss bei der Einreise geklärt werden".

Solange das Alter unklar sei, müssten die Betreffenden in Erstaufnahmeeinrichtungen bleiben, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem MDR.

Über das Thema ist eine Debatte entbrannt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will, dass künftig unter Aufsicht der Jugendämter "in allen Fällen, in denen kein offizielles und echtes Dokument vorgelegt werden kann, auf anderem Weg, soweit geboten auch durch ärztliche Untersuchung, das Alter festgestellt werden muss".

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hatte zuvor erklärt, das Röntgen des Handgelenks ohne medizinische Notwendigkeit sei "ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit".

Landsberg verwies auf eine andere Methode, einen sogenannten Handscanner. Zwar lasse sich auch damit nicht das genaue Alter ermitteln - man wisse aber schon, ob jemand 16 oder 25 sei. "Und dafür muss die Rechtsgrundlage entsprechend geschaffen werden." Den Kommunen entstehen für die Unterbringung und Versorgung minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge deutlich höhere Kosten als bei erwachsenen Asylbewerbern.

Auch interessant

Meistgelesen

Putin und Pop im Platzregen: Darum war das kuriose WM-Ende politisch so vielsagend
Putin und Pop im Platzregen: Darum war das kuriose WM-Ende politisch so vielsagend
Bamf will Flüchtling abschieben, obwohl ihm der Tod droht: Sätze im Asylbescheid machen sprachlos
Bamf will Flüchtling abschieben, obwohl ihm der Tod droht: Sätze im Asylbescheid machen sprachlos
IS-Terrorist wollte Prinz George töten lassen - lebenslange Haft
IS-Terrorist wollte Prinz George töten lassen - lebenslange Haft
NSU-Urteil: Experte zweifelt bei entscheidender Frage
NSU-Urteil: Experte zweifelt bei entscheidender Frage

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.