Steuersünder: Fahndung auch nach Hintermännern

Berlin - Mehr als 3.000 Steuersünder haben sich bislang selbst angezeigt. Für das Finanzamt bedeutet das bis zu 483 Millionen Euro. Doch manchen reicht das nicht: Es wird auch nach Hintermännern  gefahndet.

Bisher haben sich nach einem Bericht der Zeitung “Die Welt“ rund 3.220 Steuerflüchtlinge bei ihren Finanzämtern selbst angezeigt. Bei durchschnittlichen Nachzahlungen zwischen 100.000 Euro und 150.000 Euro pro Selbstanzeige summierten sich die zusätzlichen Steuereinnahmen bislang auf bis zu 483 Millionen Euro, hieß es dem Blatt zufolge.

Die Zahl der Selbstanzeigen sei je nach Bundesland sehr unterschiedlich: In Bayern hätten sich 644 Steuerflüchtlinge bei ihren Finanzämtern gemeldet, in Baden-Württemberg 566 Menschen. Hoch sei mit 572 auch die Zahl der Selbstanzeigen in Nordrhein-Westfalen. In Hessen seien es bis Anfang der Woche 330 und in Berlin 213 gewesen, berichtete die “Welt“ weiter. In Niedersachsen hätten sich 328 Steuerflüchtlinge gemeldet.

Mafiaähnliche Strukturen

Auf deutlich weniger Selbstanzeigen kämen dagegen die Finanzämter im Osten. Weil viele unversteuerte Einnahmen oft lange vor der Wiedervereinigung in die Schweiz gebracht worden seien, sei die Zahl der Steuersünder dort niedriger. In den neuen Bundesländern mit Ausnahme Berlins gebe es 59 Selbstanzeigen.

Die “Frankfurter Rundschau“ berichtete unterdessen, dass die Steuerfahndung Wuppertal nicht nur gegen die Steuersünder ermittle, deren Daten auf einer CD enthalten seien, sondern auch gegen Drahtzieher und Hintermänner der Steuerhinterziehung im Ausland. Es gehe dabei um “mafiaähnliche Strukturen in der Schweiz und in Liechtenstein“, schrieb das Blatt unter Berufung auf Fahnder-Kreise. DAPD

Rubriklistenbild: © dpa

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