Stimmen Sie ab: Wer soll Köhlers Nachfolger werden

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Wer wird sein Nachfolger? Stimmen Sie ab.

Berlin - Jetzt muss es schnell gehen: Für die Wahl des Deutschen Bundespräsidenten muss in 30 Tagen ein Nachfolger her. Stimmen Sie ab: Wer soll Köhlers Nachfolge antreten.

Für die Wahl zum neuen Bundespräsidenten sieht das Grundgesetz eine Frist von nur 30 Tagen vor – Anwärter sind nicht in Sicht! Wer kann Staatsoberhaupt werden?

Wir haben den Kandidaten-Check gemacht.

Wer wird Nachfolger von Horst Köhler?

Ja, da wird auch er lachen: Im Internet-Netzwerk Facebook haben sich bereits hunderte CSU-Jung-Unionisten und RCDS-Studis in einer „Edi for President“-Gruppe zusammengetan. Leute, mal im Ernst: Stoiber (68) hat das Amt doch schon einmal abgelehnt! Einschleimen bringt jetzt gar nichts mehr. Posten hat er keine zu vergeben. © dpa
Geniale Lösung für den CDU-Problembär aus NRW: Abschießen und ins Berliner Polit-Museum Bellevue stellen! Nach seinem Debakel bei der Landtagswahl würde das den Weg frei machen für eine Ampel am Rhein unter Hannelore Kraft (SPD). Doch Rüttgers (58) zappelt noch: Seine Aufgabe sei „hier in Nordrhein-Westfalen“, sagte er. © dpa
Den Sachverstand hat er, die Ruhe auch und vor allem den Respekt der Bürger: Wolfgang Schäuble (CDU, 67) ist nicht zum ersten Mal im Gespräch als Kandidat zum Bundespräsidenten. Zuletzt war er allerdings gesundheitlich schwer angeschlagen. Und: Im CDU-Spendenskandal hat er gelogen. Als moralische Instanz bedingt tauglich (siehe Koch). © dpa
Die sündige Ex-EKD-Vorsitzende als Staatsoberhaupt? Die SPD brachte kurz nach dem Abgang Köhlers Margot Käßmann (51) ins Gespräch, die sich seit ihrer Alkoholfahrt mit Fehl- und Rücktritten auskennt. Auch in der CDU beliebt, aber wegen ihrer SPD-Nähe unwahrscheinlich. © 
Hat er das nicht perfide eingefädelt? Tritt letzten Dienstag in Hessen zurück, um sich nichtmal eine Woche später als Küchenchef der Nation befördern zu lassen! Zu schön, um wahr zu sein: Koch (52) hat zu deutlich gesagt, dass ihm die Politik nicht mehr schmeckt, er hat zu viel polarisiert – und im CDU-Spendenskandal gelogen. © ap
Doch, die kennen Sie! Das ist die von den Bundespräsidentenwahlen. Nein, die moderierte da nicht im Fernsehen – Gesine Schwan (66) war die SPD-Schießbudenfigur, die sowohl 2004 als auch 2009 gegen Horst Köhler unterging. Vielleicht haben Union und FDP ein Einsehen und wählen sie endlich mal ins Amt. Dann hätten sie auch Ruhe. © dpa
Kein Geringerer als Politik-Professor Heinrich Oberreuter lobte ihn im tz-Gespräch: „Es braucht jetzt einen Elder Statesman, ein Typ wie Bernhard Vogel.“ Ein erfahrener Staatsmann ist der CDU-Politiker als doppelter Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen wirklich. Dankte 2003 aus Altersgründen ab. Ist jetzt 77 Jahre alt. © dpa
Ursula von der Leyen, Arbeitsministerin (51). Sie wäre die erste Bundespräsidentin, könnte deshalb stimmen aus dem gegnerischen Lager bekommen. Von der Leyen genießt Merkels vertrauen. © dpa
Christian Wulff, Ministerpräsident von Niedersachsen (50). Das Zeug zum Bundespräsidenten hätte Wulff. Was bleibt, ist die Frage, ob er überhaupt will. © 
Petra Roth (66), CDU-Oberbürgermeisterin von Frankfurt/Main und Präsidentin des Deutschen Städtetages. Wenn es um das höchste deutsche Amt geht, wird Petra Roth immer ins Spiel gebracht. Gilt wegen ihrer liberalen Positionen als Sympathieträgerin, wäre auch parteiübergreifend gut vermittelbar. © 
Theo Waigel, Ex-Finanzminister (71). Er könnte aus der Wundertüte gezaubert werden. Theo Waigl war lange nicht zu sehen auf der politischen Bühne. © 
Er übernimmt kommissarisch: Der Bremer Regierungschef Jens Böhrnsen (60) hat als Vorsitzender des Bundesrates nun kommissarisch die Amtsgeschäfte des Bundespräsidenten übernommen – so lange, bis ein neues Staatsoberhaupt gewählt ist (s. oben). Böhrnsen gilt als fleißiger Arbeiter, der eher zurückhaltend wirkt. © dpa

Die Veränderungen liegen in den Wahlen seit Mai 2009 begründet: In den sechs Landtagswahlen in Thüringen, Saarland, Sachsen, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen verlor die CDU teilweise dramatisch an Stimmen und damit auch in der Bundesversammlung, dafür zog fast immer die Linke in die Parlamente ein. Viel stärker wirkt sich allerdings der Absturz der SPD bei der Bundestagswahl im September 2009 aus: Die Partei verlor 11,2 Punkte auf 23 Prozent – rund 80 Stimmen in der Bundesversammlung!

Jetzt spekuliert die Republik: Wer kann es werden?

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