Strauss-Kahn: Anklage auf der Kippe

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Angeblich wird die Anklage gegen den Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn fallengelassen.

New York - New Yorks Staatsanwaltschaft erwägt nach Medieninformationen, die Anklage gegen Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn fallenzulassen. Ausschlaggebend ist die Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens.

Darf der wegen versuchter Vergewaltigung angeklagte Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, bald in seine Heimat zurück? Manhattans Oberstaatsanwaltschaft Cyrus Vance prüft nach einem Bericht des “Wall Street Journal“ vom Samstag, ob er die Anklage gegen den 62-jährigen Franzosen wegen erheblicher Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugin fallen lassen muss. Verzögert wird die Entscheidung durch den Anwalt des Zimmermädchens.

Politiker und ihre Affären

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Kenneth Johnson wirft Vance mangelnde Fairness und Parteilichkeit vor, schreibt das Wirtschaftsblatt. Johnson erlaube der Staatsanwaltschaft nur noch begrenzten Kontakt zu seiner Mandantin. Die 32-Jährige stammt aus dem westafrikanischen Guinea und spricht nur gebrochen Englisch. Ihr Anwalt bezichtigt die Staatsanwaltschaft, seine Mandantin bei Vernehmungen eingeschüchtert und beschimpft zu haben.

In einem Schreiben verlangte Johnson vergangene Woche von Vance, sich aus dem Verfahren gegen Strauss-Kahn zurückzuziehen. Die Staatsanwaltschaft habe Informationen an die Medien durchsickern lassen, die “die Vorwürfe (des Zimmermädchens) gegen Strauss-Kahn infrage stellen“, begründete Johnson seine Forderung dem Zeitungsbericht zufolge.

Beunruhigt über Widersprüche in den Aussagen des Zimmermädchens hatte die Staatsanwaltschaft zuletzt dafür plädiert, den strengen Hausarrest von Strauss-Kahn aufzuheben. Seitdem kann sich der Ex-IWF-Chef wieder frei in New York bewegen, darf aber nicht die USA verlassen.

Das Zimmermädchen wirft Strauss-Kahn vor, sie am 14. Mai in seiner Hotelsuite nackt überfallen und zum oralen Sex gezwungen zu haben. Die Frau stammt aus einem abgelegenen Dorf in Westafrika und hatte sich bei den Vernehmungen durch die Staatsanwaltschaft mehrfach über den Übersetzer beklagt. Er kenne die Sprache ihres Stammes nur ungenau, bemängelte sie nach einem Bericht der “New York Times“ vom Freitag. Außer den Widersprüchen in ihren Aussagen lösten aber auch ihre engere Beziehung zu einem Häftling sowie etliche Überweisungen von Tausenden von Dollar auf ihr Konto Misstrauen bei der Staatsanwaltschaft aus.

dpa

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