Afghanistan: Struck unzufrieden mit Bundeswehreinsatz

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Der ehemalige Verteidigungsminister Peter Struck

Berlin - Der frühere UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Tom Koenigs, fordert die internationale Gemeinschaft zu weiterer Unterstützung für das Land auf. Peter Struck ist mit dem Bundeswehr-Einsatz unzufrieden.

“Ich glaube den Afghanen muss jetzt zugesichert werden, dass sie nach 2014 noch mindestens zehn Jahre internationale Hilfe erhalten werden“, sagte Koenigs der “Berliner Zeitung“. Koenigs war 2006 und 2007 Leiter der UN-Mission in Kabul.

Er verteidigte die Nennung eines Abzugsdatums für die internationalen Soldaten. “Die Afghanen selbst sagen, dass ein weiteres Verbleiben der ausländischen Soldaten in ihrem Land keine zusätzliche Sicherheit mehr bringt“, sagte Koenigs. Das Schlussdatum 2014 setze nun alle Beteiligten unter Entscheidungsdruck.

Koenigs warnte vor übertriebenen Hoffnungen. “Wer darauf hofft, dass in den nächsten drei Jahren Afghanistan so befriedet werden könnte, dass es nirgends im Land mehr bewaffnete Konflikte gibt, der gibt sich Illusionen hin“, sagte er. “So etwas hat es in den letzten 100 Jahren noch nie in Afghanistan gegeben.“

In Bonn beraten am Montag Vertreter von 100 Staaten und Organisationen über Hilfen für Afghanistan nach dem Abzug der internationalen Kampftruppen Ende 2014.

Struck unzufrieden mit Afghanistan-Einsatz

Der ehemalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) zeigte sich unzufrieden mit dem Einsatz von Bundeswehr und deutschen Sicherheitskräften in dem Land. Die Taliban müssten den Abzug der internationalen Truppen 2014 nur abwarten, um die Macht zu übernehmen, sagte Struck dem “Hamburger Abendblatt“. “Deswegen müssen wir unbedingt die afghanische Armee und Polizei in die Lage versetzen, die Sicherheit des Landes zu gewährleisten“, mahnte er. “Was Deutschland und die EU beispielsweise bei der Polizeiausbildung leisten, ist einfach noch zu wenig.“ Afghanistans Präsident Hamid Karsai genieße kein Vertrauen in der Bevölkerung.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Ruprecht Polenz (CDU) sagte, es sei falsch, angesichts der vielen Probleme einen Durchbruch zu einem endgültigen Friedensschluss zu erwarten. Der Außenpolitiker bedauerte, dass Pakistan seine Teilnahme abgesagt hat. “Dadurch werden die Bemühungen erschwert, einen Konsens in den Ländern in der Region über die Zukunft Afghanistans zu erzielen“, sagte Polenz der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montagausgabe) laut Vorabbericht.

dapd

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