"Für uns untragbar"

Studenten gegen Annette Schavan im Hochschulrat

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Nach der Aberkennnung des Doktortitels trat Bundesbildungsministerin Annette Schavan im Februar 2013 zurück.

München - Die Wahl der Ex-Bundesbildungsministerin Annette Schavan in den Hochschulrat der LMU hat von vielen Seiten Unmut hervorgerufen. Nun setzten sich drei Studentenvertretungen öffentlich zur Wehr.

Genau einen Monat ist es her, dass die ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan in den Hochschulrat der Ludwig-Maximilians Universität München gewählt worden ist.Bereits im Vorfeld gab es gegen ihre Berufung, die auf Vorschlag des Uni-Präsidenten Bernd Huber beruht, einigen Unmut, insbesondere das Plagiatsverfahren betreffend.

Der Senat der Münchner Uni, zu dem auch zwei Studentenvertreter gehören, musste die Vorschläge durch eine Abstimmung bestätigen. Allerdings konnten die Senatsmitglieder nicht einzeln für die Kandidaten stimmen, sondern nur für oder gegen den Vorschlag zwei Personen für den Hochschulrat nachzubestellen - eine davon Annette Schavan. Die Entscheidung fiel einstimmig für die Aufnahme der beiden Kandidaten aus.

Nun haben sich die Studentenvertreter der Sozialwissenschaftlichen Fakultät in einem offenen Briefgegen die Auffassung gewehrt, die Studenten seien durchweg einverstanden mit dieser Abstimmung. Die einstimmige Wahl löse Unverständnis und Irritation aus, heißt es in dem Schreiben. Weiter beziehen die Fachschaften klar Position zu Annette Schavan: "Die Berufung einer überführten Plagiatorin in das höchste Gremium unserer Universität stellt die Ernsthaftigkeit dieser wissenschaftlichen Werte massiv in Frage und ist ein Affront."

"Studiengebühren und Elitenwahn"

Nicht nur, dass Schavan plagiiert habe, auch die Bilanz ihrer Zeit als Bundesbildungsministerin sei verheerend, so die Fachschaften. Sie stehe für die Einführung der unsozialen Studiengebühren, die mittlerweile durch das Volksbegehren abgeschafft werden konnten. Zudem sei sie für die misslungene Umsetzung der Bologna-Reform verantwortlich. Auch das Deutschland-Stipendium, ein "Projekt der Elitenförderung" habe sie vorangetrieben. Der gestiegene Konkurrenzdruck habe mittlerweile den Zusammenhalt an der Universität nachhaltig zerstört.

„Frau Schavan ist eine der erfahrensten Wissenschaftspolitikerinnen in Deutschland. Sie ist national und international vernetzt.“, begründete LMU-Präsident Bernd Huber damals seine Entscheidung für die im Februar zurückgetretene Ministerin. Auf der offiziellen Seite des Hochschulrates der LMU München wird Schavan trotz der Aberkennung des Doktortitels durch die Uni Düsseldorf weiterhin als Dr. Annette Schavan geführt. Grund ist die ausstehende Verhandlung über ihre Klage gegen die Uni Düsseldorf. Die Fachschaften der Sozialwissenschaftlichen Fakultäten allerdings sehen das Aberkennungsverfahren ihres Doktortitels aus "akademischer Sicht" abgeschlossen.

VF

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