Studie: In Bayern funktioniert die Integration

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Sozialministerin Christine Haderthauer freut sich, dass die Integration in Bayern funktioniert.

München - Eine Studie belegt: Bayerns Einwanderer integrieren sich gut. Auch, wenn es natürlich Schwachstellen gibt: Eine Gruppe tut sich durch besonderes Engagement hervor.

Bei 80 Prozent der Einwanderer in Bayern funktioniert die Integration laut einer Studie des Sinus-Sozialforschungsinstituts ohne Probleme. Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) stellte die Expertise am Dienstag im Kabinett vor. Mögliche Probleme sieht Haderthauer hauptsächlich im sogenannten traditionellen Milieu - dabei handelt es sich oft um ehemalige Gastarbeiter mit niedrigem Bildungsniveau, die auch nach 20 oder 30 Jahren nicht gut Deutsch gelernt haben.

Vor allem junge Menschen integrierten sich dagegen gut. “Wir stellen fest, dass wir bei der Jugend eine sehr positive Entwicklung haben“, sagte Haderthauer. Auch bei traditionell orientierten Familien “kann man nicht sagen, es geht eins zu eins in die nächste oder die übernächste Generation“. Zweck der Studie: Haderthauer will Beratung und Hilfe “milieuspezifisch“ nach Bedarf anbieten.

2,4 Millionen Menschen in Bayern haben ausländische Wurzeln - das ist ein Fünftel der Bevölkerung. “Das sind ganz gewaltige Zahlen“, sagte dazu Staatskanzleichef Thomas Kreuzer. Der sogenannte Migrationshintergrund schließt ehemalige Gastarbeiter ebenso ein wie in Deutschland geborene Kinder mit einem ausländischen Elternteil, die außer Deutsch keine Sprache sprechen. “Wir haben wirklich 80 Prozent, um die man sich keine Sorgen machen muss, die wirklich gut integriert sind“, sagte Haderthauer.

Die Sozialforscher sehen bei den Einwandererfamilien die gleichen Tendenzen wie in der angestammten Bevölkerung: “Bei der Jugend stellen wir fest, das es ähnlich wie bei den Deutschen sehr weit auseinandergeht“, sagte Haderthauer. Auf der einen Seite gebe es Leistungsorientierte, “fast Überangepasste“. Eine Gruppe von “Hedonisten“ sei dagegen eher an Lebensgenuss orientiert als an Karriere und Beruf. Es gebe auch “einen sehr kleinen Prozentsatz, wo man sagt, die haben sich irgendwo von der Gesellschaft verabschiedet. Aber das hat nichts mit dem Migrationshintergrund zu tun, sondern das haben wir bei den Deutschen genauso“.

Die Sinus-Studie teilt die Einwanderer in acht Milieus ein - von den traditionell Orientierten, die ihrem Heimatland stark verbunden sind und häufig von der Rückkehr träumen bis zu “multikulturellen Performern“ (Leistungsträgern), die sich problemlos in zwei Kulturkreisen zurecht finden. Die größte Gruppe - nämlich mit 31 Prozent fast ein Drittel - ordnen die Sozialforscher dem “bürgerlichen Migrantenmilieu“ zu, das sich an der deutschen Mehrheitsgesellschaft orientiert. Die zweitgrößte Gruppe stellt mit 28 Prozent das “ambitionierte Milieu“ mit “moderner Grundhaltung“ und “gehobenem bis hohen Bildungsniveau“.

Noch etwas brachte die Studie zutage: Die prozentual meisten Haushalte mit Migrationshintergrund finden sich nicht in Bayerns Metropolen, sondern in Städten mittlerer Größe wie Schweinfurt oder Ingolstadt. “Die gehören ja nicht zu den Städten mit sozialen Problemen“, sagte Kreuzer dazu. Den höchsten Anteil von Einwanderhaushalten hat Schweinfurt mit 53 Prozent. Es folgen Ingolstadt (43 Prozent), Landshut und Rosenheim (41 Prozent), Ansbach und Augsburg (40 Prozent).

lby

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