Studie: Ostdeutsche sehen DDR positiv

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Eine DDR-Fahne die heute im August Horch Museum im sächsischen Zwickau zu sehen ist. 

Berlin - Ein positives Bild haben die meisten Ostdeutschen von der ehemaligen DDR. Die DDR habe „mehr gute als schlechte Seiten gehabt“, befanden 49 Prozent der Befragten.

Von den Befragten aus den alten Ländern schließen sich nur 13 Prozent dieser Meinung an, geht aus der repräsentativen Umfrage des Emnid-Institutes hervor. Bundesminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte die am Freitag in Berlin vorgestellte Studie als Beauftragter für die neuen Länder in Auftrag gegeben. Befragt wurden im April 1208 Menschen in Ost und West.

Acht Prozent davon meinen, man habe damals dort glücklicher und besser gelebt als heute.

Von den befragten Westdeutschen wurde die DDR dagegen mit deutlicher Mehrheit negativ beurteilt. Die Entwicklung seit dem Mauerfall werde im Osten eher negativ, im Westen dagegen eher positiv bewertet.

Einigkeit herrschte laut der Umfrage dagegen über den Fall der Mauer. 85 Prozent der Ostdeutschen und 81 Prozent der Westdeutschen meinten, die Ostdeutschen könnten stolz sein auf die friedliche Überwindung der SED-Diktatur.

79 Prozent in Ost und 82 Prozent in West bewerteten den Herbst 1989, als die Mauer nach Massenprotesten fiel, als wichtiges Ereignis für die gesamtdeutsche Geschichte.

Tiefensee sagte bei einer Tagung zur friedlichen Revolution, mit den Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls solle nicht von den Schwierigkeiten beim Zusammenwachsen der Deutschen abgelenkt werden. “Freiheit tut auch weh“, sagte der SPD-Politiker angesichts hoher Arbeitslosigkeit und sozialer Verunsicherung im Osten. “Die Angst vor denen da oben ist der Angst gewichen, zu denen da unten zu gehören“, sagte der in Leipzig aufgewachsene Politiker.

dpa

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