Im September

Süd- und Nordkorea ermöglichen Familientreffen

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Kim Jong Un erlaubt ein Familientreffen - das erste Mal seit drei Jahren.

Seoul - Im Zuge der jüngsten Annäherung lassen Süd- und Nordkorea erstmals wieder direkte Kontakte zwischen Angehörigen getrennt lebender Familien zu. Ein Schritt, der für Entspannung sorgt.

Nach den heftigen Spannungen im Frühjahr befinden sich Süd- und Nordkorea weiter auf Annäherungskurs. Wenige Tage nach der Einigung auf die Wiederinbetriebnahme eines gemeinsamen Industrieparks vereinbarten beide Länder am Freitag auch neue kurzfristige Begegnungen zwischen Angehörigen jahrzehntelang getrennter Familien. Die Landesteilung und der Korea-Krieg von 1950 bis 1953 hatte Millionen Familienverbände auseinandergerissen.

Die ersten solcher offiziell organisierten Familientreffen seit drei Jahren sollen vom 25. bis 30. September am Kumgang-Gebirge in Nordkorea stattfinden, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul nach Gesprächen zwischen Rot-Kreuz-Vertretern im Grenzort Panmunjom mit. Schon im November könnten die nächsten Familienbegegnungen stattfinden. Allerdings müssten dafür noch Details ausgearbeitet werden, hieß es.

Beide Seiten hätten sich zudem geeinigt, auf eine „fundamentale Lösung“ der Frage der Familienzusammenführung hinzuarbeiten. Das jetzige Abkommen sei nur der Beginn der entsprechenden Bemühungen, sagte ein Sprecher in Seoul.

An den geplanten Treffen können den Angaben zufolge Angehörige von 200 Familien teilnehmen. Über sechs Tage verteilt sollen jeweils knapp 100 Menschen aus beiden Ländern mit nächsten Angehörigen aus dem anderen Teil der koreanischen Halbinsel zusammenkommen.

Mehr als 73 000 Menschen sind in Südkorea für das Begegnungsprogramm registriert. Rund 80 Prozent von ihnen sind älter als 70 Jahre. Bis heute sind in der Regel Kontakte über die stark gesicherte Grenze per Telefon, Brief oder E-Mail nicht möglich. Über die Treffen hinaus sollen vom 22. bis 23. Oktober auch Wiedersehen zwischen Angehörigen per Videoschaltung ermöglicht werden.

Das kommunistische Regime in Pjöngjang hatte sich am vergangenen Sonntag bereiterklärt, zum nationalen Erntedankfest im September wieder Kontakte zwischen getrennten Familien zuzulassen. Die bisher letzte Runde von mehrtägigen Begegnungen hatte es 2010 gegeben.

Die Einigung auf die Wiederaufnahme gemeinsamer humanitärer Projekte ist ein neues Zeichen der Entspannung. Der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm hatte sich infolge des dritten Nuklearwaffentests des Landes im Februar zugespitzt. Zuletzt hatte Nordkorea aber wieder Signale der Entspannung ausgesendet. Mitte August hatten sich beide koreanischen Staaten auf die baldige Wiedereröffnung des Industrieparks auf nordkoreanischer Seite in Kaesong verständigt. Der grenznahe Komplex liegt seit April still.

dpa

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