Syrien schießt türkischen Kampfjet ab

Wie wird Erdogan jetzt reagieren?

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Eine McDonnell Douglas F-4E Phantom II der türkischen Luftwaffe.

Ankara - Nach dem Abschuss eines türkischen Kampfflugzeugs durch syrische Truppen kündigte die Türkei eine entschlossene Reaktion an.

Nach den Piloten und dem Wrack der Maschine vom Typ F-4 werde noch gesucht. Der UN-Sondergesandte Kofi Annan will unterdessen den Druck auf die syrischen Konfliktparteien verstärken.

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete in der Nacht zum Samstag, die Truppen hätten ein unidentifizierbares Objekt in syrischem Luftraum geortet, das in geringer Höhe und mit großer Geschwindigkeit geflogen sei. Nach Abschuss des Objekts habe sich herausgestellt, dass es sich um ein türkisches Militärflugzeug gehandelt habe.

Die Maschine war nach türkischen Angaben am Mittag von den Radarschirmen verschwunden. Sie sei rund 13 Kilometer vor der syrischen Stadt Latakia ins Mittelmeer gestürzt, hieß es aus dem Büro von Ministerpräsident Racep Tayyip Erdogan. Nach türkischen Fernsehberichten befand sich das Flugzeug auf einem Aufklärungsflug. Syrische Schiffe seien an der Suche nach dem Wrack beteiligt.

Scharfe Kritik an Regime Assad

Vor Beginn des Aufstands in Syrien im März 2011 galten Ankara und Damaskus als Verbündete, seitdem wurde die Türkei zu einem der schärfsten Kritiker des Regimes von Baschar Assad. Angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien hat auch die Türkei den Rücktritt Assads gefordert.

In Syrien stößt außerdem die Errichtung von Flüchtlingslagern auf türkischer Seite der Grenze auf Missfallen. Die Regierung in Damaskus wirft der Türkei vor, die syrische Opposition zu unterstützen und Aufständische von ihrem Gebiet aus aktiv werden zu lassen. Die Türkei hat dies zurückgewiesen.

Annan will Iran einbinden

Annan forderte angesichts der eskalierenden Gewalt in Syrien erhöhten Druck auf die Konfliktparteien. Er strebe für den 30. Juni in Genf ein Treffen einer sogenannten „Kontaktgruppe“ über die Lage in Syrien an, sagte Annan am Freitag vor Journalisten.

„Je länger wir warten, desto düsterer wird Syriens Zukunft sein“, erklärte Annan in Genf. Einflussreiche Länder müssten daher den Druck verstärken. Vorschläge zur Änderung seines Sechs-Punkte-Plans für Frieden in dem Land legte er jedoch nicht vor.

In einer wichtigen Rolle in den Bemühungen um eine Lösung der Syrien-Krise sieht Annan indes Teheran. „Ich habe klargemacht, dass ich glaube, dass der Iran Teil der Lösung sein sollte“, sagte der frühere UN-Generalsekretär. Allerdings haben sich die USA bislang vehement gegen eine von Russland geforderte Einbindung Teherans gestemmt.

An seiner Seite stand der Leiter der UN-Mission in Syrien, General Robert Mood. Dieser würdigte die Arbeit der 300 UN-Beobachter, deren Mandat im kommenden Monat endet. Allerdings räumte er ein, dass sich ihr Aufgabenfeld derzeit überwiegend auf bürokratische Tätigkeiten beschränke. Die Beobachtermission war vor einer Woche ausgesetzt worden, die UN-Mitarbeiter sind seitdem aus Sicherheitsgründen in ihren Quartieren geblieben. „Sie brennen darauf, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Ihr Engagement für das syrischen Volk ist ungebrochen“, sagte Mood.

dapd

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