Evakuierung von Ortskräften läuft

Taliban starten Rachefeldzug in Afghanistan: Schockierende Berichte über Todeslisten und erbarmungsloses Vorgehen

Die Taliban sind in Afghanistan an der Macht. Nun starten sie mit einem Rachefeldzug gegen Menschen, die sich in der Vergangenheit gegen sie gestellt haben.

Kabul - Viele Menschen wollen Afghanistan verlassen. Das zeigen dramatische Bilder am Flughafen in Kabul. Sie treibt die Angst vor den Taliban, die innerhalb kürzester Zeit das ganze Land erobert haben. Denn die radikalen Islamisten wollen das südasiatische Land nach der Machtübernahme zum „Islamischen Emirat Afghanistan“ machen. Dafür gehen die für viele Terroranschläge im Land verantwortlichen Kämpfer nicht zimperlich vor. Das Morden soll bereits begonnen haben.

Machtübernahme in Afghanistan: Taliban sollen öffentliche Hinrichtungen veranstalten

Nach Berichten der britische Zeitung The Sun gibt es regelrechte Todeslisten. In Kabul sollen die Islamisten von Haus zu Haus streifen und diese Listen abarbeiten. Sie sind auf der Suche nach missliebigen Leuten wie Journalisten, Soldaten, Polizisten oder Anhänger der gestürzten Regierung. Auch zu Erschiessungen soll es dann kommen.

Taliban-Kämpfer sollen regelrecht Todeslisten abarbeiten

Unbestätigten Medienberichten zufolge sollen auch öffentliche Hinrichtungen stattfinden, zum Beispiel in Kandahar. In der drittgrößten Stadt Afghanistans, im Süden des Landes gelegen, soll laut der australischen Non-Profit-Organisation Forsaken Fighters ein Mann hingerichtet worden sein. Der Dolmetscher, der für die US-amerikanischen und britischen Streitkräfte arbeitete, soll nicht mehr rechtzeitig aus Afghanistan evakuiert worden sein können.

Machtübernahme in Afghanistan: Evakuierung von Ortskräften durch die Bundeswehr läuft

Die Taliban waren schon von 1996 bis 2001 an den Hebeln der Macht in Afghanistan*. Nach dem Einmarsch der USA 2001 zogen die Taliban sich zwar zurück, sie beherrschten aber dennoch Teile des Landes. Nach Abzug der westlichen Truppen in den vergangenen Wochen konnten die Taliban wieder die Macht übernehmen. Sie wollen sich nun an jenen rächen, die sich ihnen in den vergangenen Jahren in den Weg gestellt haben. Dazu zählen auch alle Menschen, die den Militäreinsatz des Westens unterstützt haben, also Ortskräfte wie Dolmetscher, Fahrer oder Küchenhilfen.

Damit könnten auch Ortskräfte betroffen sein, die für Deutschland gearbeitet haben. Um dem Tod zu entkommen, wollen sie nach Deutschland evakuiert werden. Ein Bundeswehr-Flugzeug hat bereits am Dienstagnachmittag (17. August) 125 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Er war der zweite Evakuierungsflug, nachdem am Morgen mit einer ersten Maschine nur sieben Menschen an Bord waren. Weitere Evakuierungsflüge sind geplant. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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