45 Kinder unter den Opfern

Terror in Sri Lanka: Überwachungsvideos zeigen angeblich Selbstmord-Attentäter

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Schuhe und persönliche Gegenstände von Opfern liegen an der durch eine Explosion beschädigte St.-Sebastians-Kirche.

Mindestens 359 Menschen starben bei den Anschlägen. Ein Mode-Milliardär verlor drei seiner Kinder. Auch ein Deutscher ist unter den Opfern. News-Ticker.

  • Auf Sri Lanka, einer Insel im Indischen Ozean, kam es zu Explosionen in Kirchen und Luxushotels. 
  • Die Zahl der Toten steigt stetig an. Bislang sollen mindestens 359 Menschen gestorben sein. 
  • Die Explosionen sollen sich in drei Luxus-Hotels und drei Kirchen ereignet haben.
  • Der dänische Mode-Milliardär Anders Holch Povlsen hat bei den Anschlägen drei seiner Kinder verloren. 
  • Laut Regierung Sri Lankas soll die lokale Terrorgruppe National Thowheeth Jama'ath hinter den Anschlägen stecken.
  • Die Regierung vermutet Vergeltungsschläge für den Terror von Christchurch.

+++AKTUALISIEREN+++

Update 25. April, 9.21 Uhr: Lesen Sie den Kommentar des Chefredakteurs des Münchner Merkur, Georg Anastasiadis, zum Terror auf Sri Lanka auf merkur.de*.

Terror in Sri Lanka:  „Vergeltung“ für Christchurch

13.03 Uhr: Der Islamische Staat (IS) hat nun den Terror von Sri Lanka für sich beansprucht. Über alle weiteren Entwicklungen halten wir Sie in unserem neuen News-Ticker auf dem Laufenden.

12.40 Uhr: Bei den Anschlägen in Sri Lanka sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef auch 45 Kinder ums Leben gekommen. Das jüngste der 13 in Batticaloa gestorbenen Kinder sei erst 18 Monate alt gewesen, teilte Unicef-Sprecher Christophe Boulierac am Dienstag in Genf mit. In Negombo seien 27 Kinder getötet worden. Außerdem sei der Tod von fünf ausländischen Kindern bestätigt worden, hieß es.

Terror in Sri Lanka: Überwachungsvideos zeigen angeblich Selbstmord-Attentäter von Negombo

12.25 Uhr: Medienberichten zufolge ist nun Überwachungsvideos aufgetaucht, die einen der Selbstmordattentäter von Sri Lanka auf dem Weg zu seiner Tat zeigen. Die Aufnahmen, die in diversen TV-Kanälen des Inselstaates kursieren, zeigen einen bärtigen jungen Mann mit Rucksack - zunächst auf den Straßen der Stadt Negombo, dann in der Kirche St. Sebastian, die zum Ziel eines der Anschläge geworden war. Über das Video berichtete unter anderem der britische Fernsehsender Sky.

11.21 Uhr: Die Anschläge in Sri Lanka waren nach ersten Erkenntnissen der Regierung als Vergeltung für den Anschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März gedacht. Das erklärte Vize-Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene am Dienstag im Parlament des Inselstaates. Die Zahl der Toten stieg ihm zufolge inzwischen auf 311 - darunter 37 Ausländer. Mehr als 500 Verletzte wurden nach Angaben der Polizei noch in Krankenhäusern behandelt. 42 Menschen waren demnach in Gewahrsam. Darunter sei auch ein syrischer Staatsbürger.

Sieben Selbstmordattentäter hatten sich am Ostersonntag in drei Kirchen und drei Luxushotels in die Luft gesprengt. Eine extremistische Islamistengruppe mit Verbindungen zur Gruppe National Thowheeth Jamaath habe nach Einschätzung der Regierung die Anschläge verübt, sagte Wijewardene. Rachegelüste und Hass, nicht Religion, hätten die Täter motiviert.

Staatspräsident Maithripala Sirisena hatte zuvor einen öffentlichen Notstand erklärt. Die zunächst nicht näher benannten Bestimmungen traten in der Nacht zum Dienstag in Kraft, der zu einem nationalen Trauertag erklärt wurde. Am Morgen wurden drei Schweigeminuten abgehalten. Zahlreiche Bestattungen waren geplant. Im Ort Negombo, wo am Ostersonntag eine Kirche angegriffen worden war, gab es eine Massenbeerdigung.

Terror in Sri Lanka: Regierung hat neue Hinweise - War es „Vergeltung“ für Anschläge von Christchurch?

10.52 Uhr: Nun gibt es erste neue Erkenntnisse zu den Hintergründen der Anschläge auf Kirchbesucher und Hotelgäste in Sri Lanka: Es gebe Hinweise, dass die Gräueltaten als Vergeltung für die Attacke auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März gedacht war, erklärte Sri Lankas stellvertretender Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene am Dienstag im Parlament des Landes.

9.34 Uhr: Nach den verheerenden Anschlägen vom Ostersonntag mit 310 Todesopfern hat die Regierung zu einer drastischen Maßnahme gegriffen und eine Ausgangssperre verhängt. Sie gilt von 20 bis 4 Uhr morgens. Wer dennoch auf der Straße erwischt wird, hat mit saftigen Strafen zu rechnen und wird aufs Revier gebracht. Er gilt als verdächtig, schreibt ein Bild-Reporter vor Ort.

Er schildert auch von skeptischen Blicken, als er sich dennoch auf die Straße begibt. Sri Lanka lebt weiter in Furcht vor neuen Anschlägen. Die Ausgangssperre gilt als Mittel im Kampf gegen den Terror. Die Regierung will so Menschenansammlungen verhindern und mögliche Racheakte unterbinden, heißt es. Auch das Auswärtige Amt weist in seinen Reiseinformationen auf den Ausnahmezustand in Sri Lanka hin, wie Merkur.de* berichtet.

Sri Lanka: Zahl der Toten nach Terror steigt - Notstand erklärt - News

Update vom 23. April 6.17 Uhr: Zwei Tage nach der Serie von Selbstmordanschlägen auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka ist die Zahl der Todesopfer auf 310 gestiegen. Das erklärte die Polizei am Dienstag auf Anfrage. Mehr als 500 Verletzte wurden demnach noch in Krankenhäusern behandelt. Es habe inzwischen rund 35 Festnahmen gegeben. Mehr als 20 Häuser seien durchsucht worden, hieß es.

In der Nacht zum Dienstag traten Notstandsbestimmungen in Kraft. Staatspräsident Maithripala Sirisena erklärte den öffentlichen Notstand im Interesse der öffentlichen Sicherheit, der Wahrung der öffentlichen Ordnung und der Sicherung der Versorgung mit Waren und Dienstleistungen für die Bürger, wie es in einer Erklärung des Präsidenten hieß. Mit den Regelungen erhalten Sicherheitskräfte erweiterte Befugnisse, etwa für Durchsuchungen und zur Festnahme von Personen. Der Dienstag wurde zudem zu einem nationalen Trauertag erklärt. Am Morgen wurden drei Schweigeminuten abgehalten. Zahlreiche Bestattungen waren geplant.

Terror in Sri Lanka: Mode-Milliardär verliert drei Kinder 

21.32 Uhr: Bei den Bombenanschlägen in Sri Lanka sind neuen Angaben zufolge insgesamt drei Niederländer getötet worden. Das teilte das Außenministerium in Den Haag mit. Demnach wurden eine 48 Jahre alte Frau und ein zwölfjähriges Mädchen durch eine Explosion in ihrem Hotel getötet. Diese seien am Montag bei der Identifizierung weiterer Opfer bekannt geworden. Am Sonntag hatte die Behörde mitgeteilt, dass eine 54-jährige Niederländerin umgekommen ist. Auch sie starb bei einer Sprengstoffattacke in einem Hotel.

Sri Lanka: Sicherheitskräfte finden weitere Sprengsätze und Zünder gefunden

19.33 Uhr: Immer wieder finden Polizei und Sicherheitskräfte weitere Sprengsätze und Zünder für Bomben. Das berichtet Spiegel Online. Nach Angaben eines Reuters-Reports soll eine Autobombe detoniert sein, als Sicherheitskräfte versuchten, diese zu entschärfen. Das Auto stand demnach in der Nähe der Kirche, auf die am Sonntag ein Anschlag verübt worden war. 

Deutsche Reiseveranstalter meldeten unterdessen, dass ihre Gäste nach eigenen Angaben unverletzt geblieben sind. So betreue DERtour eine vierstellige Zahl von Gästen, die sich derzeit auf Sri Lanka befinden. Tui erreichte rund 150 Touristen telefonisch. Laut Bericht wollen sie ihren Urlaub fortsetzen. Polizei entdeckt weitere Sprengsätze und Zünder für Bomben

Video: Sri Lanka sucht Hintermänner - Zahl der Toten erhöht sich auf 310

Sri Lanka: Regierung kündigt Notstandsbestimmungen an

19.13 Uhr: Die internationale Polizeiorganisation Interpol schickt nach den Anschlägen mit knapp 300 Toten ein Experten-Team nach Sri Lanka. Das Team werde auf Ersuchen der sri-lankischen Behörden eingesetzt und solle die Ermittlungen nach der Anschlagsserie unterstützen, hieß es in einer Mitteilung von Interpol am Montag. Es bestehe aus Spezialisten mit Expertise in den Bereichen Tatortuntersuchung, Sprengstoff, Terrorismusbekämpfung und Opferidentifizierung.

18.36 Uhr: Sri Lankas Regierung hat nach den Anschlägen vom Ostersonntag Notstandsbestimmungen angekündigt. Der Sicherheitsrat der Regierung habe beschlossen, dem Militär und der Polizei weitreichende Befugnisse zu erteilen, teilte das Büro des Staatspräsidenten Maithripala Sirisena am Montagabend (Ortszeit) mit. Die Bestimmungen treten demnach um Mitternacht (20.30 Uhr MESZ) in der Nacht zum Dienstag in Kraft.

Sirisena berief zudem ein dreiköpfiges Team ein, um die Serie von Selbstmordanschlägen vom Sonntag zu untersuchen, bei denen mindestens 290 Menschen ums Leben gekommen waren. Dem Team gehören ein Richter des Obersten Gerichtshofs sowie ein ehemaliger Polizeichef und ein Ex-Regierungsbeamter an. Sie sollen in zwei Wochen einen ersten Bericht vorlegen.

Sri Lanka: Deutsch-Amerikaner unter den Toten

18.21 Uhr: Hinter der verheerenden Anschlagsserie in Sri Lanka steckt nach Regierungsangaben die weitgehend unbekannte Islamistengruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ). Bislang wurde die einheimische Gruppe vor allem im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Beschädigung buddhistischer Statuen in dem Inselstaat genannt. Nun wird sie für den Tod von fast 300 Menschen in christlichen Kirchen und Touristenhotels am Ostersonntag verantwortlich gemacht. Regierung und Experten gehen davon aus, dass die NTJ über Verbindungen zum internationalen Terrorismus verfügen muss, um eine solch große, koordinierte Anschlagsserie verüben zu können.

Zum ersten Mal trat die NTJ im Dezember öffentlich in Erscheinung, als die Islamisten der Beschädigung buddhistischer Statuen im Bezirk Kegalle verdächtigt wurden. Der Fall sorgte für einen Aufschrei unter der mehrheitlich buddhistischen Bevölkerung Sri Lankas.

Lesen Sie auch den Kommentar: Terror in Sri Lanka: Ein abscheuliches Verbrechen*

NTJ-Anführer Abdul Razik wurde bereits vor den Anschlägen mehrmals inhaftiert. Er wurde der Anstachelung zu religiösen Unruhen beschuldigt. Nach einem Vorfall im Jahr 2016 hatte der Chef der radikalen Buddhistengruppe BSS vor einem "Blutbad" gewarnt, sollte Razik nicht bald ins Gefängnis kommen.

15.31 Uhr: Unter den Todesopfern der Anschläge in Sri Lanka ist nach Informationen des Auswärtigen Amtes auch ein deutscher Staatsbürger. Das Opfer soll sowohl einen deutschen, als auch einen us-amerikanischen Pass besitzen. 

Die Toten werden zu Grabe getragen

Terror in Sri Lanka: Mode-Milliardär verliert drei Kinder - Anteilnahme groß

14.19 Uhr: Der dänische Milliardär Anders Holch Povlsen hat bei dem Massaker in Sri Lanka drei seiner vier Kinder verloren (siehe Update von 9.21 Uhr). Auf der Instagram-Seite einer seiner Töchter kondolieren nun zahlreiche Menschen der Familie. „Ruhet in Frieden“, ist Dutzende Male unter dem letzten veröffentlichten Foto zu lesen. „Ich bete“, schreibt ein weiterer. „Meine Gedanken sind bei der Familie. Ich wünsche euch alles Beste für die anstehende harte Zeit. Ich bete für euch“, schreibt ein anderer. 

Anders Holch Povlsen hat seine Kinder stets aus der Öffentlichkeit heraus gehalten. Nur wenig ist über die Familie bekannt. Lediglich die Tochter veröffentlichte regelmäßig Bilder von sich und ihren Geschwistern. 

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Terror in Sri Lanka: Panik nach erneuter Explosion

13.04 Uhr: Wie Sky Breaking News schreibt, soll ein nahe der Kirche geparkter Van explodiert sein. Nach Informationen der dpa soll diese Sprengung gezielt erfolgt sein, nachdem in dem Fahrzeug ein Sprengsatz entdeckt worden war. An einem anderen Ort der Stadt seien an einer Bushaltestelle 87 Zünder sichergestellt worden.

12.56 Uhr: Auf Twitter kursiert ein Video, auf dem Menschen nahe der von den Anschlägen betroffenen Kirche St. Anthony‘s panisch wegrennen. Es soll vor wenigen Augenblicken aufgenommen worden sein. Dazu schreibt ein Journalist des Guardian: „Kleine Explosion außerhalb der St.-Anthony-Kirche gerade eben. Menschen fliehen.“ Rettungswagen sollen in Richtung der Kirche eilen. Was genau sich vor der Kirche abspielt und ob es tatsächlich eine weitere Explosion gab, ist noch nicht gesichert.

11.08 Uhr: Die Regierung Sri Lankas hat eine einheimische radikal-islamische Gruppe für die Anschläge verantwortlich gemacht. Demnach soll die Gruppe National Thowheeth Jama'ath die Selbstmordattentate verübt haben. Außerdem bestätigte der Kabinettssprecher Rajitha Senaratne laut Reuters, dass die Attentäter Unterstützung von einem internationalen Netzwerk gehabt haben sollen. 

Mode Milliardär Anders Holch Povlsen verliert bei Terror in Sri Lanka drei Kinder

9.21 Uhr: Der dänische Mode-Milliardär Anders Holch Povlsen hat bei den Anschlägen in Sri Lanka drei seiner verloren. Das bestätigte mittlerweile der Sprecher der Bestseller-Gruppe, Jesper Stubkier, in einer Mail an das dänische Ekstra Bladet: „Leider können wir das bestätigen. Wir bitten Sie, die Privatsphäre zu respektieren und kommentieren daher nicht weiter.“

Besonders tragisch: Erst vor wenigen Tagen postete eine der Töchter ein Urlaubsfoto aus Sri Lanka. zu sehen sind die beiden Töchter und der Sohn von Anders Holch Povlsen, die Schulter an Schulter am Pool sitzen und den Urlaub genießen:

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3 x små ferie basser

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Anders Holch Povlsen ist CEO der Bestseller-Gruppe, zu der unter anderem die Modemarken Vero Moda und Jack&Jones gehören. Er soll der reichste Mann Dänemarks sein.

8.57 Uhr: Nun steht fest: Die sechs Anschläge auf die Luxushotels und Kirchen in Sri Lanka waren Selbstmordanschläge. Das sollen die Untersuchungen eines Forensikers ergeben haben. Es handelte sich demnach um die nahezu zeitgleichen Explosionen in drei Kirchen und drei Luxushotels am Sonntagvormittag (Ortszeit).

8.21 Uhr: Dr. Sisira Withanachchi lebt seit zehn Jahren in Deutschland. Am frühen Sonntagmorgen erfährt er von den fürchterlichen Anschlägen in seiner Heimat Sri Lanka. „Ich habe gleich meine Familie angerufen. Ich wollte sofort wissen, wie es ihnen geht“, erzählt Withanachchi. Lesen Sie die ganze Geschichte auf hna.de*.

Terror in Sri Lanka: Mindestens 290 Tote durch acht Explosionen - geheimdienst warnte vor Anschlägen

06.56 Uhr: Die Zahl der Anschlagsopfer in Sri Lanka ist auf rund 290 gestiegen. Ein Polizeisprecher sagte am Montag, mehr als 500 weitere Menschen seien bei der Serie von Bombenexplosionen verletzt worden. Bislang war von mindestens 207 Toten die Rede gewesen. Im Zusammenhang mit den Anschlägen seien inzwischen 24 Menschen festgenommen worden, sagte der Polizeisprecher.

Am Ostersonntag waren in dem Inselstaat Bombenanschläge auf mehrere Kirchen und Luxushotels verübt worden. Unter den Toten sind auch zahlreiche Ausländer, unter ihnen US-Bürger, Briten, Inder und Türken. Ob auch Deutsche unter den Toten waren, versuche die Botschaft in Sri Lanka "mit Hochdruck" aufzuklären, erklärte Außenminister Heiko Maas (SPD). Das Auswärtige Amt bezeichnete die Lage als "unübersichtlich".

Die Tat sorgte international für Entsetzen. Zu dem Anschlag bekannt sich zunächst niemand. In einem Schreiben vom 11. April an führende Sicherheitsvertreter hatte Sri Lankas Polizei vor Plänen der radikalislamischen Gruppe NTJ gewarnt, Selbstmordanschläge auf Kirchen sowie auf die indische Botschaft in Colombo zu verüben. Die NTJ soll hinter der Beschädigung buddhistischer Statuen in Sri Lanka im vergangenen Jahr stehen.

Terror in Sri Lanka: Rohrbombe am Flughafen von Colombo entschärft

Update 22. April, 6 Uhr: Nach der Anschlagsserie in Sri Lanka haben Sicherheitskräfte nahe des Flughafens der Hauptstadt Colombo eine Rohrbombe entschärft. Ein Polizeivertreter sagte, der selbstgebaute Sprengsatz sei am Sonntagabend an einer der Straßen zum Hauptterminal entdeckt worden. Spezialisten der Luftwaffe hätten die Rohrbombe entfernt und unschädlich gemacht.

Terror in Sri Lanka: Das waren die Nachrichten vom Ostersonntag

18.36 Uhr: Nach der verheerenden Anschlagsserie sind acht Menschen festgenommen worden. Bei den Verdächtigen handle es sich um Einwohner des Inselstaats, allerdings gingen die Behörden auch möglichen Verbindungen ins Ausland nach, sagte Regierungschef Ranil Wickremesinghe einer Fernsehansprache. Die Polizei hatte zunächst von drei Festnahmen gesprochen. Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene bestätigte später sieben Festnahmen.

17.43 Uhr: Unter den mehr als 200 Toten der Anschläge auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka sind nach Angaben der Tourismusbehörde 32 Ausländer aus acht Staaten. Dazu gehörten den Angaben vom Sonntag zufolge Bürger Indiens, der USA, Großbritanniens, Portugals, Chinas, der Niederlande, Belgiens und der Türkei.

14.35 Uhr: Nach der Anschlagsserie in Sri Lanka hat der höchste katholische Würdenträger des Landes eine "gnadenlose Bestrafung" der Schuldigen gefordert. "Nur Tiere können sich so verhalten", sagte Kardinal Malcolm Ranjith am Ostersonntag in Colombo mit Blick auf die Attentäter. Der Kirchenmann forderte die Behörden auf, die "Verantwortlichen hinter diesen Taten aufzuspüren und gnadenlos zu bestrafen".

Zugleich warnte der Kardinal die Bürger vor Selbstjustiz. "Ich rufe die Sri Lanker auf, nicht das Recht in die eigenen Hände zu nehmen, sondern Frieden und Harmonie in diesem Land zu wahren."

Bei der Serie von acht Explosionen wurden nach neuesten Angaben 207 Menschen getötet. Mehr als 450 wurden verletzt.

Auch die Kirche St. Sebastian in Negombo wurde Ziel der Terroranschläge von Sri Lanka.

13.50 Uhr: Die Anzahl der Todesopfer erhöhte sich nun auf 191. Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene bestätigte währenddessen die Festnahme von sieben verdächtigen Personen. 

13.45 Uhr: Die Explosionen am Ostersonntag in Sri Lanka waren offenbar zumindest zum Teil das Werk von Selbstmordattentätern: Im Luxushotel Cinnamon Grand in der Hauptstadt Colombo habe sich ein Attentäter in einer Warteschlange im Restaurant in die Luft gesprengt, sagte ein Hotelmitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP. "Er ging zum Anfang der Schlange und löste die Detonation aus", berichtete der Angestellte.

Nach Polizeiangaben wurde auch die achte - und bislang letzte - Detonation von einem Selbstmordattentäter ausgelöst. Der Mann habe sich in die Luft gesprengt, als Polizisten sein Haus in einem Vorort von Colombo betreten hätten, verlautete aus Polizeikreisen. Drei Beamte seien mit in den Tod gerissen worden. Sie hätten das Haus durchsuchen wollen. Bei der Explosion sei ein Teil des Gebäudes eingestürzt.

Terror in Sri Lanka: Papst reagiert auf Anschlagserie

12.54 Uhr: In seiner Osteransprache auf dem Petersplatz hat Papst Franziskus mit großer Trauer auf die Anschlagsserie in Sri Lanka reagiert. Er sei mit "allen Opfern dieser brutalen Gewalt", die "ausgerechnet am Ostersonntag Trauer und Schmerz gebracht" hätten, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche kurz nach Erteilung des traditionellen Ostersegens "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis").

Er leide mit der christlichen Gemeinde auf Sri Lanka, die während des Gebets getroffen worden sei, sagte der Papst weiter und fügte hinzu, er bete für "alle Verletzten und diejenigen, die wegen des dramatischen Ereignisses leiden müssen".

12.45 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier haben die Angriffe auf Hotels und Kirchen in Sri Lanka mit mehr als 150 Toten scharf verurteilt. Es sei "schockierend, dass Menschen, die sich versammelt hatten, um gemeinsam das Osterfest zu begehen, ein bewusstes Ziel dieser hinterhältigen Angriffe waren", erklärte Merkel in einem Kondolenztelegramm an den Präsidenten von Sri Lanka, Maithripala Sirisena. "Religiöser Hass und Intoleranz, die sich heute auf so schreckliche Weise manifestiert haben, dürfen nicht siegen", forderte die Kanzlerin.

12.38 Uhr: Rund 180 Menschen starben bei insgesamt acht Explosionen in Sri Lanka. Am Vormittag (Ortszeit) ereigneten sich zunächst drei Explosionen in Luxushotels, drei weitere ereigneten sich in Kirchen. Am Nachmittag gab es dann zwei weitere Explosionen, in Vororten der Hauptstadt Colombo.

Als Reaktion verhängte die srilankische Polizei eine sofortige Ausgangssperre. Sie solle bis auf weiteres gelten. Die Nutzung von Online-Netzwerken wurde einstweilen untersagt. Regierungschef Ranil Wickremesinghe sprach von "feigen Angriffen". Führende Politiker aus aller Welt verurteilten die Anschläge, zu denen sich zunächst niemand bekannte.

Terror in Sri Lanka: Täter identifiziert 

11.58 Uhr: Wie Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene nun auf einer Pressekonferenz bekanntgab, handelt es sich bei den Angriffen in Sri Lanka offiziell um einen „terroristischen Vorfall“. "Extremistische Gruppen" haben demnach rund acht Explosionen herbeigeführt. Zudem wurde ab 18 Uhr Ortszeit eine zwölfstündige, landesweite Ausgangssperre verhängt. 

11.34 Uhr: Im Inselstaat Sri Lanka hat es am Ostersonntag eine achte Explosion gegeben: Nach Polizeiangaben ereignete sie sich in Orugodawatta, einem Vorort im Norden der Hauptstadt Colombo. Zum genauen Ort der Explosion und den möglichen Opfern lagen zunächst keine Angaben vor. Zuvor waren bereits drei Kirchen und vier Hotels zum Ziel einer Anschlagsserie geworden.

11.05 Uhr: In einem Hotel in Sri Lankas Hauptstadt Colombo hat es eine neue Explosion gegeben: Dabei kamen nach Polizeiangaben vom Sonntag mindestens zwei Menschen ums Leben. Zuvor hatte es bereits eine Explosionsserie in drei Kirchen und drei Hotels in dem Inselstaat gegeben, dabei waren mindestens 156 Menschen getötet worden.

Neue Explosion erschüttert Hauptstadt 

10.50 Uhr: Rund 180 Menschen sollen bei den Angriffen auf Hotels und Kirchen ums Leben gekommen sein. Rund 450 Personen wurden dabei verletzt. Laut Medienberichten soll sich währenddessen ein neuer Anschlag ereignet haben. Ein Hotel in der Hauptstadt wurde ebenfalls Ziel eines Angriffs. 

10.19 Uhr: Die Zahl der Todesopfer steigt weiter. Mindestens 156 Menschen starben, darunter auch mehr als 30 Ausländer. Unter den Todesopfern waren nach Krankenhausangaben US-Bürger, Briten und Niederländer. Ob auch Deutsche darunter waren, versuche die Botschaft in Sri Lanka "mit Hochdruck" aufzuklären, erklärte Außenminister Heiko Maas. 

9.11 Uhr: Mindestens 45 Menschen wurden laut dem Polizeivertreter bei den Anschlägen auf drei Luxushotels und eine Kirche in Colombo getötet. Mindestens 67 weitere starben in einer Kirche des nahe von Colombo gelegenen Orts Negombo. 25 weitere wurden in einer Kirche in Batticaloa im Osten des Landes getötet. Die Explosionen erschütterten die drei Kirchen, während die Gläubigen die Ostermesse feierte. Die Krankenhäuser berichteten von hunderten Verletzten.

8.56 Uhr: Nach einer Serie von Explosionen in Hotels und Kirchen zum Ostersonntag ist die Zahl der Toten in Sri Lanka auf 137 gestiegen. Unter den Opfern seien auch neun Ausländer, sagte ein Polizeivertreter der Nachrichtenagentur AFP. Betroffen waren drei Luxushotels und eine Kirche in der Hauptstadt Colombo sowie zwei weitere Kirchen unweit von Colombo und im Osten des Landes.

Explosionen in Sri Lanka. Dieses von Derena TV zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt Frauen nach einer Explosion in Colombo.

8.43 Uhr: Laut Krankenhausangaben ist die Anzahl der Toten auf 129 gestiegen.

Update vom 21. April, 8.32 Uhr: Bei mutmaßlichen Terroranschlägen sind in Sri Lanka mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Das teilten die Polizei und Krankenhäuser mit. In drei katholischen Kirchen und drei Luxus-Hotels hatten sich am Ostersonntag binnen einer halben Stunde Explosionen ereignet.

Mindestens 50 Tote bei Explosionen in Kirchen und Hotels in Sri Lanka

Colombo - Bei Explosionen in Kirchen und Luxushotels in Sri Lanka sind mindestens 50 Menschen getötet und mehr als 200 Menschen verletzt worden, darunter auch Ausländer. Das teilte die Polizei am Sonntag mit. Betroffen waren ersten Berichten zufolge drei Kirchen in verschiedenen Teilen des Landes sowie zwei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Rettungsmaßnahmen liefen.

Sri Lankas Minister für Wirtschaftsreform, Harsha de Silva, schrieb auf Twitter von zahlreichen Opfern, unter ihnen Ausländer. Er rief dazu auf, die Ruhe zu bewahren und zu Hause zu bleiben. Medienberichten zufolge trafen die Explosionen unter anderem Ostergottesdienste.

Sri Lanka: Ein beliebtes Touristenziel

Der südasiatische Inselstaat ist ein beliebtes Touristenziel, auch für Europäer. Nur etwa sieben Prozent der Bevölkerung sind Christen. Die Mehrheit sind Buddhisten.

Sri Lankas 26-jähriger Bürgerkrieg war 2009 zu Ende gegangen. Die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) hatten für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden des Landes gekämpft. Die Armee besiegte die Aufständischen schließlich mit aller Härte. Die UN wirft beiden Seiten Kriegsverbrechen vor.

*hna.de und Merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

AFP/dpa/mes

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