Ex-Parteichef findet klare Worte

CSU-Urgestein Theo Waigel bringt eine umstrittene Koalition ins Gespräch

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Der ehemalige CSU-Vorsitzende und Bundesfinanzminister Theo Waigel sitzt in München während der Pressekonferenz zur Vorstellung seiner Autobiografie auf dem Podium.

Koalitionen zu bilden wird immer schwieriger. CSU-Urgestein Theo Waigel könnte sich daher auch Bündnisse der Union mit einem ungewohnten Partner vorstellen.

München - Ex-CSU-Chef Theo Waigel kann sich für die Zukunft Koalitionen der Union mit den Grünen gut vorstellen. „Warum nicht? Das sind dann auch keine Liebesheiraten, aber vielleicht notwendige Bündnisse“, sagte der frühere Bundesfinanzminister am Donnerstag in München bei der Vorstellung seiner Autobiografie „Ehrlichkeit ist eine Währung“. 

Weder für CSU und CDU noch für die SPD sei es eine Option, dauerhaft große Koalitionen zu schmieden. Mit seiner Meinung ist Waigel in der CSU recht alleine - mehrheitlich stehen die Christsozialen den Grünen sehr skeptisch gegenüber. Der wenig geliebte Konkurrent befindet sich aktuell allerdings in einem starken Umfrage-Hoch.

CSU-Größe Theo Waigel: Mitleid mit der SPD?

Mit Blick auf die schwierige Lage der SPD betonte Waigel zudem, er habe sich nie im Traum gedacht, einmal für die Rettung der SPD das Wort ergreifen zu müssen. Doch genau das sei nun notwendig. „Die SPD ist eine unverzichtbare Partei für die Demokratie“, sagte er. Er glaube jedoch nicht, dass sich die Partei aus ihrer Umfragekrise befreien könne, solange sie in Regierungsverantwortung sei. Erst in der Opposition werde es ihr gelingen, sich zu befreien.

In einem Kapitel seines Buches enthüllt Waigel auch Details eines schmutzigen Machtkampfes in der CSU, wie Merkur.de* berichtet.

dpa

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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