"Titelhuberei": Doktor im Perso streichen

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Krista Sager, forschungspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag

Hamburg - Die Grünen-Politikerin Krista Sager fordert, künftig auf die Nennung des Doktortitels im Personalausweis zu verzichten. Im Ausland wundere man sich schon über diese "Titelhuberei" der Deutschen.

Angesichts der jüngsten Plagiatsfälle fordert die forschungspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Krista Sager, auf die Nennung des Doktortitels im Personalausweis zu verzichten. Der Doktor sei ein akademischer Grad und kein Namensbestandteil, sagte die Grünen-Politikerin dem “Hamburger Abendblatt“ (Donnerstag). Der Doktorgrad werde zunehmend als persönliche Aufwertung gesehen und nicht als wissenschaftliche Qualifikation, betonte Sager. “Diese Titelhuberei trägt dazu bei, dass immer mehr Leute eine Doktorwürde erwerben wollen, um ihr gesellschaftliches Ansehen zu steigern - auch wenn sie nicht genug Zeit für die Doktorarbeit haben.“ Der Wissenschaft schade das sehr.

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Zudem sei der Doktortitel im Personalausweis überhaupt nicht mehr zeitgemäß, so Sager weiter. “Im internationalen Vergleich stehen wir damit fast alleine da. Kaum ein anderes Land lässt den Doktortitel in den Ausweis schreiben, die einzigen Ausnahmen sind Österreich und Tschechien.“ In den USA wundere man sich deshalb sogar über die Deutschen. “Das hohe Ansehen der deutschen akademischen Grade im Ausland ist dadurch gefährdet. Es ist an der Zeit, dass wir diese nationale Besonderheit infrage stellen“, sagte Sager.

dpa

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