Tobias Gerauer in Tacherting

Ratsmitglied verlässt CSU wegen Seehofers Asylpolitik

Tobias Gerauer hat gewagt auszusprechen, was CSU-Gegner denken.

Tacherting - Es kriselt nicht nur zwischen CSU und CDU, auch innerhalb der CSU. Nun hat sogar ein Ratsmitglied in Tacherting die Partei verlassen, weil ihm Seehofers Asylpolitik nicht passt.

Tobias Gerauer gehört seit 2008 zum Gemeinderat von Tacherting im Landkreis Traunstein. Wie das Nachrichtenportal Heimatzeitung.de am Mittwochabend berichtet hat, habe Gerauer sein Parteibuch abgegeben. Seine Begründung wird die Ex-CSU-Kollegen aufhorchen lassen: Er halte es für "brandgefährlich", wie sich die Parteiführung in der Flüchtlingsdiskussion verhalte und "in rechten Gewässern fischt". Seiner Partei sei "das Christliche und das Soziale, das sie im Namen trägt, abhanden gekommen", wird Gerauer, der als Steuerberater arbeitet, zitiert.

Seine frühere Partei, so Gerauer, verstärke mit ihrer Art zu reden die Sorgen der Bürger. Außerdem böte die CSU keine Lösungen an. "Es bringt nichts, Zäune oder Transitlager an der Grenze aufzubauen", sagt Gerauer laut Heimatzeitung.de. Auch sei es "unsinnig", Obergrenzen zu bestimmen, wie viele Menschen auf ihr Grundrecht auf Asyl pochen dürfen. Schließlich könnten nicht Menschen einfach zurück in ihre unsicheren, verarmten Herkunftsländer geschickt werden, nur weil eine bestimmte Zahl überschritten sei.

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