Horror-Blutbad: Trauer kennt keine Grenzen

Oslo - "Grausam, aber notwendig": So bezeichnet der norwegische Amokläufer Anders B. sein Attentat. In Oslo begingen die Menschen unterdessen einen bewegenden Trauergottesdienst. Die neuesten Entwicklungen im Live-Ticker:

+++20.19 Uhr+++ Der norwegische Attentäter setzte bei dem Massaker auf der Insel Utöya nach Angaben eines Chirurgen sogenannte Dum-Dum-Geschosse ein - spezielle Projektile, die im Körper des Getroffenen zerfallen und besonders schwere innere Verletzungen anrichten. Chirurgen, die 16 Personen mit Schussverletzungen behandelten, hätten bislang keine vollständigen Geschosse aus den Körpern der Patienten gezogen, sagte Colin Poole, Chefarzt der Chirurgie am Ringriket-Krankenhaus in der nordwestlich von Oslo gelegenen Stadt Honefoss. “Diese Projektile sind mehr oder weniger im Innern des Körpers explodiert“, sagte Poole der Nachrichtenagentur AP. “Diese Projektile fügten inneren Schaden zu, der absolut entsetzlich ist“, sagte der Arzt.

+++20.11 Uhr+++Der norwegische Attentäter Anders B. soll auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als mögliches Ziel gesehen haben. In seinem im Internet veröffentlichten rassistischen Manifest habe B. namentlich die Kanzlerin erwähnt sowie allgemein die SPD, Linke und Grünen als mögliche Anschlagsziele benannt, berichtet die “Hamburger Morgenpost“.

+++19.09 Uhr+++ Rund 48 Stunden nach dem Massaker auf der norwegischen Insel Utøya hat am Sonntagabend die Suche nach vier bis fünf Vermissten angedauert. Die Einsatzkräfte setzen dafür auch ein Boot mit einem Sonargerät ein.

+++18.16 Uhr +++Der mutmaßliche norwegische Attentäter hatte noch “eine beachtliche Menge“ an Munition für seine beiden Waffen, als er sich am Freitag der Polizei stellte. Das sagte Polizeichef Sveinung Sponheim am Sonntag.

+++16.48 Uhr+++Die Radprofis der Tour de France haben vor der letzten Etappe den Opfern der Anschläge in Norwegen gedacht. Für eine Gedenkminute reihten sich am Sonntag die beiden norwegischen Fahrer Thor Hushovd und Edvald Boasson Hagen an der Spitze des Feldes neben den vier Trägern der Trikots ein.

+++15.58 Uhr+++Nach den Norwegen-Anschlägen mit mehr als 90 Toten fordert die Linkspartei einen Neuanlauf für ein NPD-Verbotsverfahren. “Rechtspopulismus darf nicht weiter akzeptiert und gesellschaftsfähig gemacht werden“, sagte die stellvertretende Parteivorsitzende Sahra Wagenknecht am Sonntag in Berlin. Es sei “höchste Zeit“, endlich ein Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme NPD und andere neonazistische Organisationen einzuleiten. Es wäre naiv zu glauben, dass sich eine Tat wie in Norwegen in Deutschland nicht ereignen kann.

+++14.19 Uhr+++ Die Osloer Polizei hat ihren bewaffneten Einsatz am Sonntag beendet. Nach Angaben der Online-Ausgabe der Zeitung “VG“ wurde bei der Durchsuchung eines Hauses im östlichen Teil von Norwegens Hauptstadt nicht der dort vermutete Sprengstoff gefunden. Sechs vorübergehend festgenommene Personen seien wieder auf freiem Fuß, hieß es weiter.

+++13.53 Uhr+++ Die Zahl der Toten bei den Anschlägen in Norwegen ist am Sonntag auf mindestens 93 gestiegen. Wie der TV-Sender NRK berichtete, starb ein Schwerverletzter vom Massaker auf der Fjordinsel Utøya am Sonntag im Osloer Ullevål-Krankenhaus.

+++ 13.48 Uhr +++ Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag nach den Anschlägen in Norwegen mit fast 100 Toten der Opfer gedacht und vor der Logik des Bösen gewarnt. “An alle möchte ich erneut den Appell richten, für immer den Weg des Hasses zu verlassen und die Logik des Bösen zu meiden“, sagte Benedikt in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo nach dem allsonntäglichen Angelusgebet. “Mit tiefem Schmerz“ gedachte das katholische Kirchenoberhaupt der Toten und Verletzten sowie ihrer Familien.

+++13.33+++ Nach dem Massaker in einem norwegischen Ferienlager haben deutsche Jugendcamp-Anbieter bisher keine Absagen verzeichnet. Zwar seien in den vergangenen Tagen etwa 25 Anrufe von besorgten Vätern und Müttern eingegangen, doch alle Eltern seien zu beruhigen gewesen, sagte Stephan Schiller vom Bundesforum Kinder- und Jugendreisen am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

+++13.29 Uhr +++Jeder einzelne Tote ist ein unersetzlicher Verlust. Zusammen bedeuten sie eine nationale Tragödie“, sagte Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg am Sonntag beim Trauergottesdienst in Oslo nach den beiden Anschlägen mit fast 100 Toten. Hemmungslos lautes Weinen kam aus dem Osloer Dom und Tränen auch bei Norwegens König Harald, als Ministerpräsident Jens Stoltenberg die unfassbar vielen Toten der zwei Anschläge ehrte.

+++ 12.23 Uhr +++ Spezialeinheiten der norwegischen Polizei führen in Oslo einen bewaffneten Einsatz durch. Das berichtete die Nachrichtenagentur NTB am Sonntagmittag. Der Einsatz im östlichen Teil der Hauptstadt stehe nach Polizeiangaben im Zusammenhang mit den Anschlägen von Freitag. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.

+++ 12.05 Uhr +++ Der rechtsradikale Norweger Anders Behring Breivik will die beiden Anschläge mit fast hundert Toten bei einem Hafttermin öffentlich begründen. Das kündigte sein Anwalt Geir Lippestad am Sonntag im TV-Sender NRK an. Sein Mandant wünsche bei dem Termin am Montag in Oslo keinen Ausschluss der Öffentlichkeit und wolle die eigenen Motive darlegen.

+++ 11.32 Uhr +++ Norwegen trauert um die fast hundert Toten der beiden Anschläge vom Freitag. Im Osloer Dom haben sich am Sonntagvormittag neben Überlebenden und Angehörigen von Opfern auch Angehörige der Königsfamilie und Ministerpräsident Jens Stoltenberg mit der gesamten Regierung zu einem Trauergottesdienst versammelt.

+++ 10.51 Uhr +++ Der wegen der Anschläge in Norwegen festgenommene 32-Jährige hat nach Angaben seines Anwalts erklärt, er habe seine Taten ohne Hilfe von Komplizen ausgeführt. Augenzeugen hatten zunächst berichtet, sie hätten bei der Erschießung von 85 Jugendlichen auf der Insel Utöya am Freitag einen weiteren Täter gesehen.

+++ 8.10 Uhr +++ Der norwegische Attentäter Anders B. hat seine Anschläge, bei denen fast 100 Menschen getötet wurden, als “grausam, aber notwendig“ eingestuft. Das berichtete der Verteidiger des 32- Jährigen am Sonntagmorgen im Fernsehsender TV2. Der Norweger hatte in der Nacht bei Verhören sowohl den Bombenanschlag im Osloer Regierungsviertel wie auch das Massaker im Sommerlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF gestanden.

+++20.30 Uhr+++ Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Anschläge von Norwegen scharf verurteilt. Den Familien der Opfer und dem norwegischen Volk gehöre das tiefe Mitgefühl des Rates. “Terrorismus in all seinen Formen ist eine der größten Bedrohungen der internationalen Sicherheit und des Friedens“, sagte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig, der das mächtigste UN-Gremium in diesem Monat leitet, am Samstag (Ortszeit) in New York.

“Alle terroristischen Anschläge sind verbrecherisch und ungerechtfertigt, unabhängig von den Motiven, wo auch immer, wann auch immer und von wem auch immer verübt.“ Zuvor hatten auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der Präsident der Vollversammlung der 193 UN-Nationen, der Schweizer Joseph Deiss, den Hinterbliebenen Kraft gewünscht.

+++18.17 Uhr+++ Nach Polizeiangaben werden in den zerstörten Räumen im Osloer Regierungsviertel nach dem der Bombenexplosion wahrscheinlich noch Überreste weiterer Menschen gefunden werden. Eine Zahl nannte der Polizeisprecher nicht. Vier oder fünf Jugendliche, die im Feriencamp auf der norwegischen Insel Utøya waren, werden noch vermisst, sagte ein Polizeisprecher.

+++18.13 Uhr+++ Der mutmaßliche norwegische Attentäter hat laut Polizei gestanden, dass er auf der Insel war und Schüsse abgegeben hat. Er habe zwei Waffen dabei gehabt. Die Polizei ist sich weiter unsicher, ob der mutmaßliche Attentäter die beiden Anschläge am Freitag allein handelte oder mindestens einen Helfer hatte.

+++ 18:03 Uhr +++ Der mutmaßliche norwegische Attentäter hat sich nach Berichten aus Stockholm bei einem schwedischen Internet-Forum für Neonazis registriert.

+++ 18:02 Uhr +++ Die Evakuierung wurde abgebrochen. NTB meldete, der Einsatz stehe in Zusammenhang mit den beiden Anschlägen am Freitag, es habe aber keine Bombendrohung gegeben.

+++ 17:40 Uhr +++ Die norwegische Polizei hat laut der Nachrichtenagentur NTB am Samstag einen Bereich der Hauptstadt Oslo evakuiert. Betroffen war ein Gebiet in der Nähe des Regierungsviertels, wo sich am Freitag ein Bombenanschlag mit sieben Toten ereignet hatte, wie NTB meldete.

+++ 16:29 Uhr +++Der mutmaßliche norwegischeAttentäter ist nach offiziell unbestätigten Angaben von Antiterror-Spezialisten aus der Luft angegriffen und mit Tränengas betäubt worden. Der TV-Sender NRK berief sich am Samstag auf “Polizeikreise“ mit entsprechenden Angaben.

Die Spezialeinheit soll am Vortag sofort nach den ersten Meldungen über Schüsse per Hubschrauber zu der 40 Kilometer entfernten Insel Utøya geflogen sein. Die Polizei wollte nichts über die Umstände der Festnahme des als rechtsradikal eingestuften Norwegers mitteilen. Er wurde festgenommen und nach Oslo gebracht.

Im Sender NRK wurden Videobilder mit dem als Polizisten verkleideten 32-Jährigen gezeigt, wie er vor der Festnahme eine Pistole auf einen am Boden liegenden Jugendlichen richtet. Daneben liegen direkt am Wasser mehrere Verletzte oder Tote.

+++ 15.44 Uhr +++ Norwegens König Harald V. und Ministerpräsident Jens Stoltenberg haben am Samstag in einem Sommerlager Überlebende des Massakers, deren Angehörige und Familien der Todesopfer besucht.

Noch seien eine Menge Fragen nicht beantwortet. Menschen würden noch vermisst. “Es gibt Menschen, von denen wir nicht wissen, ob sie überlebt haben, ob sie in einem Krankenhaus aufgenommen worden sind.“

+++ 14.58 Uhr +++Norwegens Regierung will einem möglichen rechtsextremistischen Hintergrund für die zwei Anschläge auf den Grund gehen. Außenminister Jonas Gahr Støre sagte am Samstag bei einer Pressekonferenz in Oslo: “Das ist ein Phänomen, das wir sehr ernst nehmen müssen.“

+++ 13.57 Uhr +++ Die norwegische Justiz ermittelt offiziell gegen den nach dem Bombenanschlag in Oslo und dem Blutbad auf der Insel Utoya festgenommenen 32-jährigen Verdächtigen. Er wurde am Samstag vorläufig der Durchführung von Terrorakten beschuldigt.

Blutbad in Norwegen: Die Bilder

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+++ 13.52 Uhr +++ Die Anschläge in Norwegen mit mindestens 91 Toten weisen nach Angaben des Bundesinnenministeriums bisher keine Bezüge zu Deutschland auf. Die deutschen Sicherheitsbehörden stünden aber weiterhin in engem Kontakt zu den norwegischen Partnerbehörden, teilte ein Ministeriumssprecher am Samstag in Berlin mit.

+++ 13.31 Uhr +++Die norwegische Polizei hat außerhalb eines Hotels, in dem sich Ministerpräsident Jens Stoltenberg aufhielt, einen Mann festgenommen. Er sei festgenommen worden, weil er ein Messer bei sich gehabt habe, sagte der rund 20 Jahre alte Mann, als er von der Polizei abgeführt wurde. Er sei Mitglieder der Jugendorganisation der Arbeiterpartei, die auf Utoya ihr Sommerlager abgehalten hatte und trage das Messer, weil er sich unsicher fühle.

Die norwegische Polizei hat indessen gegenüber der Internetseite des norwegischen Fernsehsenders NRK vorherige Medienberichte dementiert, wonach sie im Zusammenhang mit den Attentaten von Norwegen nach weiteren Verdächtigen suche. Wir prüfen alle Eventualitäten, aber wir suchen nach niemandem konkreten“, sagte Polizeinspektor Einar Aas der Nachrichtenseite.

+++ 13.15 Uhr +++ Die Anschläge in Norwegen mit mindestens 91 Toten haben auch in Deutschland Bestürzung ausgelöst. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, erklärte am Samstag in Hannover: “Ich bin tief erschüttert von den brutalen Gewalttaten, die sich gestern in Norwegen ereignet haben und die so viele unschuldige Menschen in den Tod gerissen haben.“

+++ 13.01 Uhr +++Nach den verheerenden Attentaten am Freitag in Norwegen ruht in der nationalen Fußballliga Tippligaen am Wochenende der Ball. „Das ist ein Zeichen des Respekts an alle, die von diesem schrecklichen Desaster betroffen sind“, heißt es in der offiziellen Mitteilung des norwegischen Fußballverbandes NFF. Den Amateurvereinen sei es freigestellt, ob sie den Spielbetrieb aufrechterhalten. Wann die ausgefallenen Spiele nachgeholt werden, werde im Laufe der nächsten Woche entschieden.

+++ 12.36 Uhr +++ Die norwegische Polizei sucht nach einem möglichen zweiten Täter der Anschläge vom Freitag. Das bestätigten Fahndungssprecher am Samstag in Oslo. Als Hintergrund wurden die Angaben von Augenzeugen genannt. Kriposprecher Einar Aas sagte der Online-Ausgabe der Zeitung “Verdens Gang“: “Wir haben mehrere übereinstimmende Zeugenaussagen, wonach es einen zweiten Täter geben soll. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das aufzuklären.“

Nach den Medienangaben erklärten die Zeugen, dass der mögliche zweite Täter nicht wie der am Freitag nach dem Massaker Festgenommene eine Polizeiuniform getragen habe. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. In ihren bisherigen Erklärungen war die Polizei von einem Einzeltäter ausgegangen.

+++ 12.31 Uhr +++Der mutmaßlich norwegische Attentäter hat nach Augenzeugenberichten mehr als 45 Minuten auf Jugendliche im Ferienlager auf der Insel Utøya geschossen. Das berichtete die 22- jährigen Nicoline Bjerge Schie am Samstag in der Online-Ausgabe der Zeitung “Dagbladet“. “Die Schüsse kamen mit etwa zehn Sekunden Zwischenraum und über etwa eine Dreiviertelstunde.“

Die junge Frau hatte sich selbst mit Freunden hinter einem Felsen am Wasser versteckt. Über ihre Eindrücke berichtete sie: “Ich hab ihn nicht gesehen, aber gehört. Er schrie und jubelte und gab mehrere Siegesrufe von sich.“

+++ 12.21 Uhr +++ Schweden hat nach dem Bombenanschlag und der Schießerei mit insgesamt mindestens 98 Toten im Nachbarland Norwegen die Sicherheitsvorkehrungen rund um die wichtigsten Gebäude der Regierung erhöht. Unter anderem sollen das Büro des Ministerpräsidenten und die norwegische Botschaft in Stockholm verstärkt bewacht werden.

+++ 12.13 Uhr +++Die britische Königin Elizabeth II. hat in einem Brief an den norwegischen König Harald V. ihr Mitgefühl nach den Anschlägen in Oslo ausgedrückt. Sie sei tief betroffen und geschockt, hieß es nach Angaben eines Palastsprechers vom Samstag in dem Brief. Ihr Mann Prinz Philip und sie selber seien voll Mitgefühl für den König und die Menschen in Norwegen. “Unsere Gebete und Gedanken sind bei all denen, die von diesen schrecklichen Gräueltaten betroffen sind.“

+++ 12.02 Uhr +++ Der mutmaßliche norwegische Attentäter hat seit dem Frühjahr große Mengen Kunstdünger eingekauft, der zur Herstellung von Sprengstoff geeignet war. Das teilte eine Sprecherin des Agrar-Großhändlers Felleskjøbet am Samstag im TV-Sender NRK mit.

Wie die Sprecherin der Felleskjøbet-Einkaufszentrale angab, hatte der festgenommene 32- Jährige im Frühjahr mit dem Einkauf von Kunstdünger begonnen. Man habe keinen Verdacht geschöpft, weil er einen Agrarhandel “Geofarm“ für Gemüse und Früchte betrieb.

+++ 11.00 Uhr +++Nach dem verheerenden Anschlag in Oslo und dem Blutbad in einem Jugendlager hat die norwegische Polizei die Zahl der Opfer drastisch nach oben korrigiert. Am Samstagvormittag gingen die Ermittler von mindestens 98 Toten aus.

+++ 10.34 Uhr +++ Kremlchef Dmitri Medwedew hat den Doppelanschlag in Norwegen als ungeheures Verbrechen verurteilt und eine schonungslose Bestrafung der Täter gefordert. “Die Organisatoren dieser sinnlosen Tat müssen zur Verantwortung gezogen werden“, schrieb Medwedew in einem Telegramm an die Führung in Oslo. Für die Ermordung friedlicher Bürger gebe es keine Rechtfertigung, hieß es in dem Schreiben, das der Kreml am Samstag in Moskau veröffentlichte. Russland stehe in dieser schwierigen Stunde an der Seite Norwegens.

+++ 10.23 Uhr +++Der sozialdemokratische österreichische Bundeskanzler Werner Faymann hat sich erschüttert über die Terrorakte in Norwegen gezeigt. In einer E-Mail an Regierungschef Jens Stoltenberg bot Faymann Oslo Hilfe und Unterstützung an. Österreichs Außenminister Michael Spindelegger sagte: “Norwegen ist immer mit kreativen Ideen und Initiativen für Menschenrechte eingetreten.“ “Auch deshalb war ein solch hinterhältiger Anschlag in Norwegen nicht erwartbar. Österreich steht Norwegen in dieser schweren Stunde zur Seite“, sagte Spindelegger der Nachrichtenagentur APA.

+++ 10.06 Uhr +++ Das Sondereinsatzkommando in Norwegen ist erst 30 Minuten nach Beginn des Massakers in einem Jugendcamp auf der Ferieninsel Utoya am Tatort eingetroffen. Die Polizei in Oslo erklärte am Samstag, der Schütze habe womöglich eine halbe Stunde Zeit gehabt, um das Blutbad unter den Jugendlichen anzurichten. Es dauert, so lange wie es dauert, schnell dorthin zu fahren“, sagte Johan Fredriksen von der Polizei über die Anfahrtszeit des Sondereinsatzkommandos.

+++ 09.54 Uhr +++ Wie Ministerpräsident Jens Stoltenberg am Samstagmorgen bestätigte, sollen die Einheiten vor allem die Ermittlungsarbeit der Polizei im Regierungsviertel absichern. Die Fahndungsleitung nahm unterdessen ihre Aufforderung an alle Bürger zurück, sich aus der Innenstadt fernzuhalten.

“Natürlich wirkt das sehr massiv mit dem Militär. Aber es ist eine normale Hilfeleistung für uns“, sagte Polizeichef Øystein Mæland im TV-Sender NRK. Über die Gefahr weiterer Anschläge sagte er: “Oslo ist heute wieder eine sichere Stadt.“

+++ 09.23 Uhr +++ Der festgenommene 32-jährige Norweger gilt für die Osloer Polizei als Täter beider Anschläge vom Freitag. Das sagte Fahndungschef Øystein Mæland bei der Pressekonferenz im Polizeihauptquartier am Samstagvormittag. Allerdings schlossen die Ermittler nicht aus, dass weitere Personen beteiligt waren. Ein Polizei sagte, es sei für eine Person nicht unmöglich, die Angriffe alleine durchzuführen. “Er ist offensichtlich eiskalt. Aber so nah an die Regierung heranzukommen ist einfach. Die Straßen sind in dieser Gegend offen“, sagte der Polizist.

Er wollte aber keine Einzelheiten über den Ablauf, mögliche Hintergründe und die bisherigen Aussagen des mutmaßlichen Täters nennen. “Es deutet einiges darauf hin, dass er sich erklären wird“, sagte Mæland weiter. Die Angaben des Mannes über sich selbst deuteten auf einen “christlich-fundamentalistischen“ Standpunkt hin.

+++ 09.21 Uhr +++ Der 32-jährige Verdächtige gibt der Polizei Rätsel auf. Er soll ein Rechter mit islamfeindlichen Ansichten sein, aber keine Verbindung zur rechtsextremen Szene haben. “Er kam aus dem Nichts“, sagte ein Polizist der Nachrichtenagentur AP.

Der norwegische Fernsehsender NRK und andere Medien identifizierten den Verdächtigen als Anders Behring B., einen Betreiber einer Gemüse-Gärtnerei. Die in Medien veröffentlichten Bilder des mutmaßlichen Täters zeigen einen blonden, blauäugigen Mann.

Der Mann habe legal zwei Waffen besessen, meldete die norwegische Nachrichtenagentur NTB und habe einem Schützenverein angehört. Durch seine Tätigkeit in einem Agrarbetrieb hätte er leicht an größere Mengen Düngemittel herankommen können, aus denen sich Sprengstoff herstellen lässt.

Eine auf den Namen des Verdächtigen registrierte Facebook-Seite wurde am späten Freitagabend aus dem Netz genommen. Ein unter seinem Namen geführter Twitter-Account weist nur eine einzige Nachricht auf, in der er am 17. Juli den englischen Philosophen John Stuart Mill zitiert: Eine Person mit Glauben hat so viel Kraft wie 100.000, die nur interessiert sind.

Die Polizei vernahm den Verdächtigen zuerst auf der Insel Utoya und später auf einem Revier in Oslo. “Es ist komisch, dass er sich nicht selbst getötet hat, wie die Kerle, die diese Schulmassaker angerichtet haben“, sagte der Polizist. “Es ist gut, dass er es nicht getan hat. So können wir vielleicht ein paar Antworten über seine Motivation erhalten.“

+++ 09.13 Uhr +++ Gegen den nach dem Massaker in dem Ferienlager festgenommenen Norweger wird unter anderem auch wegen Verdachts auf eine terroristische Handlung ermittelt. Wie die Osloer Polizei mitteilte, ist der 32-Jährige bereit zur Aussage. Man stehe aber vor “äußerst umfassenden und langfristigen Ermittlungen“. Deshalb wolle man vorerst keine Details über die beiden Anschläge veröffentlichen.

+++ 09.10 Uhr +++Bei dem Anschlag auf das Jugendsommerlager auf der Insel Utøya sind mindestens 84 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte ein Polizeisprecher in Oslo am Samstagmorgen mit. Bei der Bombenexplosion im Osloer Regierungsviertel starben sieben Menschen. Insgesamt wurden bislang also 91 Tote geborgen.

+++ 08.50 Uhr +++ Der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat am Samstag nicht ausgeschlossen, dass das Bedrohungslevel noch angehoben wird. Bei einer Pressekonferenz zusammen mit Justizminister Knut Storberget in Oslo, die vom Fernsehsender n-tv übertragen wurde, erklärte er, das Militär arbeite eng mit der Polizei zusammen. Das Regierungsgebäude sei derzeit außer Betrieb, man treffe sich an einem anderen Ort.

Nachdem die Einwohner Oslos am Vortag aufgefordert worden waren, in ihren Häusern zu bleiben, werde man diese Aufforderung nach und nach lockern.

+++ 08.31 Uhr +++Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat die Anschläge mit mindestens 87 Toten als “nationale Tragödie“ eingestuft. Am Samstagmorgen sagte der Regierungschef in Oslo weiter: “Seit dem Zweiten Weltkrieg haben wir in unserem Land keine schlimmere Katastrophe erlebt.“ Die Tat sei “unbegreiflich“. Zugleich warnte Justizminister Knut Storberget vor voreiligen Schlüssen. Die Ermittlungen stünden noch am Anfang.

Er sagte, dass er mehrere der Opfer gekannt habe. Stoltenberg will im Tagesverlauf Überlebende des Massakers und deren Angehörige besuchen.

+++ 08.02 Uhr +++ Der Attentäter ist offenbar mit einer Pistole und einem Gewehr ausgerüstet gewesen. Als Augenzeuge berichtete ein von der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF beauftragter Wachmann, der mutmaßliche Attentäter sei in einem silbergrauen Lieferwagen gekom men. Er habe sich an Land als Polizist ausgewiesen und über der entsprechenden Uniform auch eine schusssichere Weste getragen. Er sei mit den zwei Waffen gekommen.

Weiter berichtete der als Wache fungierende Simon Brænden Mortensen: “Er sagte, er sei geschickt worden, um die Sicherheit zu überprüfen. Das sei reine Routine nach dem Anschlag in Oslo.“ Der mutmaßliche Täter wurde mit einem Boot der Ferienlager- Organisation auf die kleine Insel Utøya gebracht, wo gut 600 Jugendliche ihre Ferien verbrachten. Dort schoss er als erstes in eine Versammlung, bei der die Jungen und Mädchen über den Anschlag in Oslo informiert werden sollten.

+++ 07.09 Uhr +++Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat nach den beiden Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya in der Nacht zum Samstag Verletzte besucht. Stoltenberg sagte im Ullevål-Krankenhaus der Hauptstadt zu den wahrscheinlich von einem Einzeltäter verübten Anschlägen: “Sie werden Norwegen verändern.“ Die Antwort des Landes müssten “noch mehr Demokratie und Offenheit“ sein. Stoltenberg will in einer Pressekonferenz um 8.00 Stellung zu den dramatisch erhöhten Opferzahlen nach dem Massaker nehmen.

+++ 06.00 Uhr +++Der nach der Schießerei mit mindestens 80 Toten in einem Jugendlager festgenommene Norweger vertritt nach Angaben der Polizei rechte und islamfeindliche Ansichten. Dem Fernsehsender NRK sagte Polizeichef Sveinung Sponheim, Beiträge des Verdächtigen im Internet legten nahe, dass er politische Ansichten hat, die nach rechts gehen und islamfeindlich sind. Ob das seine Motivation für die ihm zur Last gelegten Taten war, müsse man erst noch sehen.

+++ 04.40 Uhr +++Norwegens König Harald V. hat die Ermordung von mindestens 80 Jugendlichen durch einen Attentäter als “unfassbare Tragödie“ bezeichnet. Der Regent sagte am Samstagmorgen in Oslo: “Es ist wichtig, dass wir zusammenstehen und einander stützen.“ Die Gedanken würden jetzt an alle Betroffenen und ihre Angehörigen gehen.

+++ 04.29 Uhr +++Bei einem Anschlag auf ein Jugendcamp auf einer Insel nahe der norwegischen Hauptstadt Oslo sind am Freitag mindestens 80 Menschen getötet worden. Das teilte die Polizei nach Angaben der norwegischen Nachrichtenagentur NTB am frühen Samstagmorgen auf einer Pressekonferenz in Oslo mit. Viele weitere Leichen seien auf der Insel Utøya entdeckt worden. Die Lage sei nach wie vor unübersichtlich, sagte Polizeidirektor Øystein Mæland. Die Zahl der Opfer könne noch weiter steigen. Die Tat habe “katastrophale Ausmaße“. Zunächst hatte die Polizei die Zahl der Toten mit mindestens zehn angegeben.

+++ 03.45 Uhr +++ Politiker in Deutschland haben mit Bestürzung auf die beiden Anschläge in Oslo mit zahlreichen Toten reagiert. Bundespräsident Christian Wulff drückte König Harald von Norwegen in einem Telegramm seine Anteilnahme aus. “Ich möchte Ihnen, auch im Namen meiner Landsleute, meine tief empfundene Anteilnahme aussprechen. Deutschland und die Deutschen stehen in dieser schweren Stunde fest an Ihrer Seite.“

Außenminister Guido Westerwelle sagte nach seiner Ankunft aus Afghanistan am Freitagabend in Berlin: “Es gibt keine Rechtfertigung für solche barbarischen Taten.“ Die Attacken zeigten, “dass auch wir in Europa wachsam sein müssen gegenüber Terrorismus und terroristischen Anschlägen.“ Der FDP-Politiker fügte hinzu: “Wir trauern um die Opfer und wir stehen auf der Seite des norwegischen Volkes.“

Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), sagte: “Der Anschlag von Oslo ist kein Anlass für eine grundlegende Neubewertung der Sicherheitslage in Deutschland.“ Es wäre verfrüht, jetzt von einer erhöhten Terrorgefahr zu sprechen.

+++ 03.00 Uhr +++ Nach dem Bombenanschlag in Oslo blieben weite Teile der Innenstadt der norwegischen Hauptstadt die Nacht über abgesperrt. Der Ort der Explosion im Regierungsviertel war auch für Journalisten nicht zugänglich. Helfer begannen mit Aufräumarbeiten.

+++ 01.46 Uhr +++Nach dem Doppelanschlag in Norwegen hat die Polizei nach Medienberichten in der Nacht zum Samstag die Wohnung eines festgenommenen Terrorverdächtigen durchsucht. Der Einsatz in einem Haus im Osten der norwegischen Hauptstadt Oslo habe kurz vor Mitternacht begonnen, berichtete die Zeitung “VG“ in ihrer Onlineausgabe.

+++ 01.20 Uhr +++ Die norwegische Polizei geht nach der Explosion in Oslo und der Schießerei auf der Insel Utoya offenbar nicht von einem Anschlag einer internationalen Terrororganisation aus. Der festgenommene 32-jährige Norweger scheint keine Verbindungen zum islamistischen Terrorismus zu haben, wie ein Polizist der Nachrichtenagentur AP sagte. Der Verdächtige habe vermutlich auf eigene Faust gehandelt und es sehe nicht danach aus, dass die Ereignisse in Verbindung zu irgendeiner internationalen Terrororganisation stünden, sagte er. “Es sieht aus wie die Tat eines Verrückten“, sagte er.

+++ 01.09 Uhr +++ Auf der norwegischen Insel Utoya ist nach Polizeiangaben ein nicht explodierter Sprengsatz entdeckt worden. Ein Bombenentschärfungsteam der Polizei mit Unterstützung des Militärs sei dabei, den Sprengsatz unschädlich zu machen, sagte ein Polizeisprecher.

+++ 23.01 Uhr +++Der norwegische Justizminister Knut Storberget sagte, es habe im Vorfeld keine Drohungen im Zusammenhang mit den Terroranschlägen gegeben. Ob der auf der Ferieninsel festgenommene Mann bei beiden Anschlägen alleine arbeitete, wollte Storberget nicht kommentieren.

+++ 22.52 Uhr +++

Ein im Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Oslo festgenommener Verdächtiger ist Norweger. Dies sagte der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg am Abend auf einer Pressekonferenz in Oslo.

+++ 22.30 Uhr +++

Der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg sollte am Samstag in dem von einer Schießerei betroffenen Jugendlager nahe Oslo eine Rede halten.

Die Polizei sperrte nach der Schießerei am Freitag die Straßen zu dem See um Utoya herum ab. Auf Luftaufnahmen des norwegischen Senders TV2 war zu sehen, wie in schwarz gekleidete Mitglieder einer Spezialeinheit in Schiffen auf der Insel eintrafen. Hinter ihnen war zu sehen, wie bis auf die Unterwäsche entkleidete Menschen von der Insel auf die Küste zu schwammen.

Stoltenberg sagte in der Ortschaft Sundvollen westlich von Oslo: “Wir sind ein Land in tiefer Trauer.“

Im TV-Sender NRK erklärte er zu dem Besuch: “Es war wichtig für mich, den Angehörigen zu sagen, dass die ganze Welt mit ihnen fühlt.“

dpa/dapd

+++ 15.02 Uhr +++ Der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg hat den Opfern der Anschläge in Oslo und auf der Ferieninsel Utoya Hilfe zugesagt. “Wir werden alles in unserer Kraft stehende tun, soviel Unterstützung wie möglich zu bieten“, sagte Stoltenberg während eines Besuchs in Sundvollen, das gegenüber der Insel auf dem Festland liegt.

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