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Ukraine-Krieg: Russland-Rückzug? Nato legt Beobachtung offen - „weitere Offensivaktionen“ zu erwarten

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Von: Bedrettin Bölükbasi, Stephanie Munk, Franziska Schwarz

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Ukraine-Krieg: Um Kiew werden wieder heftige Kämpfe erwartet, im Donbass und um Charkiw scheinen die Bombardierungen durch Russland zuzunehmen. News-Ticker.

Dieser News-Ticker ist beendet. Neue Informationen zu den militärischen Kämpfen im Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Update vom 31. März, 15.43 Uhr: Russland hat der Ukraine vorgeworfen, in seinen Schwarzmeer-Häfen bei Odessa 68 internationale Schiffe festzuhalten. Die Schiffe gehörten unter anderem China, der Türkei, der Schweiz und Griechenland, wie der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Donnerstag in Moskau sagte. Russland öffne jeden Tag einen sicheren Korridor, damit sie die ukrainischen Hoheitsgewässer verlassen könnten. Nach Angaben der Besatzungen hätten die ukrainischen Behörden ausländischen Schiffen jedoch „unter Androhung der sofortigen Versenkung“ das Auslaufen verboten. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Das Ministerium wies zugleich Vorwürfe aus Kiew zurück, Seeminen im Schwarzen Meer ausgelegt zu haben. Vielmehr hätten ukrainische Einheiten rund 370 veraltete Minen im Schwarzen Meer ausgebracht. Etwa zehn Sprengkörper hätten sich aus den Verankerungen gelöst und trieben nun in den westlichen Teil des Meeres. Das ukrainische Außenministerium hatte zuvor Russland für die vor den Küsten der Schwarzmeer-Anrainer treibenden Minen verantwortlich gemacht.

Ukraine-Krieg: Französischer Geheimdienstchef muss seinen Posten verlassen

Update vom 31. März, 14.25 Uhr: Wegen der Fehleinschätzung der russischen Invasionspläne im Ukraine-Krieg muss der französische Geheimdienstchef Eric Vidaud nach Angaben aus Militärkreisen seinen Posten verlassen. Vidaud sei wegen mangelhafter Lageberichte und fehlender Sachkompetenz in die Kritik geraten, bestätigten Militärkreise einen Bericht der Website L‘Opinion. Seine Absetzung habe aber auch interne organisatorische Gründe, hieß es.

Kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs hatte Generalstabschef Thierry Burkhard eingestanden, dass die US-Geheimdienste den französischen überlegen gewesen seien. „Die Amerikaner sagten, dass die Russen angreifen würden, und sie hatten Recht“, sagte er der Zeitung Le Monde. „Unsere Dienste waren überzeugt, dass die Eroberung der Ukraine enorme Kosten verursachen würde, und dass die Russen andere Optionen hätten“, fügte er hinzu.

Ukraine-Krieg: Nato geht von weiteren Angriffen Russlands aus

Update vom 31. März, 14 Uhr: Die Nato geht von weiteren Angriffen Russlands in der Ukraine aus und sieht keinen Truppenrückzug um Kiew. Nach Erkenntnissen des Bündnisses „ziehen sich russische Einheiten nicht zurück, sondern positionieren sich neu“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag in Brüssel. Russland halte den Druck auf Kiew und weitere Städte aufrecht. Es sei „also mit weiteren Offensivaktionen“ zu rechnen, fügte Stoltenberg hinzu.

Russland versuche, seinen Einsatz in der Donbass-Region umzugruppieren und zu verstärken. Russland hatte am Dienstag angekündigt, Militäraktivitäten in der Region um die ukrainische Hauptstadt Kiew und in der Gegend um die Stadt Tschernihiw im Norden der Ukraine deutlich zurückzufahren. Mit neuen Angriffen auf Tschernihiw sowie Mariupol im Süden machte Russland dann aber Hoffnungen auf eine Entspannung der Lage zunichte .Die USA hatten bereits am Dienstag gewarnt, es handele sich nicht um einen „Rückzug“ russischer Truppen, sondern um eine „Neupositionierung“. Es drohe eine „Großoffensive gegen andere Regionen in der Ukraine“.

Ukraine-Krieg: „Heftige Kämpfe“ nahe Kiew erwartet - Russland-Soldaten nach Tschernobyl-Einsatz in Klinik

Update vom 31. März, 13.30 Uhr: Bei den Angriffen auf die Atomruine Tschernobyl im Ukraine-Krieg sollen russische Soldaten verstrahlt worden sein. Das berichtet t-online mit Verweis auf das belarussische Fernsehen. Demnach habe ein örtlicher Touristenführer angegeben, dass viele Soldaten nach ihrem Einsatz mit Strahlungssymptomen in Belarus behandelt werden würden.

Bereits zu Beginn der russischen Invasion hatten die Truppen das Gebiet besetzt. Wie t-online weiter berichtet, hätten die russischen Truppen den „Roten Wald“, ein stark verstrahltes Areal, ohne Schutzkleidung durchquert und dabei radioaktiven Staub aufgewirbelt. Ukrainische Anwohner sollen dabei von einem „selbstmörderischen Vorgehen“ gesprochen haben.

Ukraine-Krieg: Feuerpause in Mariupol hält wohl

Update vom 31. März, 12.49 Uhr: Russland hat am frühen Morgen eine Feuerpause für Mariupol im Ukraine-Krieg angekündigt (siehe Update vom 31. März, 8.57 Uhr). Diese Feuerpause halte bislang, berichtet ARD-Reporter Oliver Mayer-Rüth in der tagesschau gegen halb Eins. Im Moment laufe alles nach Plan. „Ein Teil der Busse hat offenbar schon einen russischen Checkpoint durchfahren“, sagte er. Sie würden vom Roten Kreuz begleitet.

Update vom 31. März, 12.16 Uhr: Russland beruft in diesem Frühjahr 134.500 Männer im Alter von 18 bis 27 Jahren zum Wehrdienst ein. Präsident Wladimir Putin* unterzeichnete dazu am Donnerstag einen Erlass, wie mehrere russische Nachrichtenagenturen berichteten. Gleichzeitig endet für andere Russen der einjährige Wehrdienst. Eine Zahl, wie viele Wehrpflichtige ausscheiden und in die Reserve geschickt werden, wurde nicht genannt. Die zwölfmonatige Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 27 Jahren ist in Russland gesetzlich festgelegt. Zweimal im Jahr gibt es dafür Einberufungsbefehle. Vor wenigen Tagen hatte Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu betont, dass die neuen Rekruten nicht in „Hotspots“ - also Krisengebiete wie den Ukraine-Krieg - entsendet würden.

Update vom 31. März, 12.37 Uhr: Sagen Putins Berater ihm aus Angst nicht die Wahrheit über den Ukraine-Krieg*? Westliche Geheimdienste teilen beunruhigende Information.

Ukraine-Krieg: Putin beruft zahlreiche Männer zum Wehrdienst ein

Ukraine-Krieg: Um Charkiw nehmen Bombardierungen durch russische Truppen offenbar zu

Update vom 31. März, 11.48 Uhr: Auch in der Region um Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, nehmen die Bombardierungen durch russische Truppen offenbar zu. Der Militärgouverneur der Region sagte am Donnerstag, dass der Beschuss durch die Russen in den letzten 24 Stunden deutlich intensiver gewesen sei. Dadurch sei es nicht möglich gewesen, humanitäre Korridore zu öffnen, die den Menschen die Flucht aus der Region ermöglichen würden, schrieb Oleh Synyehubov laut CNN auf Telegram. „Im Laufe des vergangenen Tages hat Russland 47 Mal getroffen. Am schlimmsten ist es in Izium, wo die Kämpfe und Bombardements ohne Pause andauern.“

Das Bild, aufgenommen am 30. März, zeigt Feuer und Rauch über dem Nachthimmel der ukrainischen Großstadt Charkiw.
Das Bild, aufgenommen am 30. März, zeigt Feuer und Rauch über dem Nachthimmel der ukrainischen Großstadt Charkiw. © Fadel Senna/afp

Ukraine-Krieg: Berichte über heftige Bombardierungen im Donbass - Einsatz von Phosphorbomben?

Update vom 31. März, 11.25 Uhr: Der britische Sender CNN berichtet über heftige Bombardierungen im Osten der Ukraine und bezieht sich dabei auf Angaben ukrainischer Militärgouverneure in der Region. „Wir spüren ganz klar, dass der Transfer der Militär-Technologie in unsere Richtung jetzt beginnt“, wird Serhiy Haidai zitiert, ein führender Kopf der Militäradministration in Luhansk. „Während Ausrüstung und Soldaten neu formiert werden, feuern unsere Feinde einfach heftiger und intensiver.“

Pavlo Kyryenko, Führer der Militäradministration im Donezk, schrieb laut CNN auf Telegram, dass die russische Armee in der Nacht das Zentrum der Region bombardiert habe. „In Maryinka, Krasnohorivka und Novomykhailivka haben die Feinde wieder weiße Phosphorbomben eingesetzt“, schrieb er. Bei Phosphorbomben handelt es sich um Brandbomben, deren Einsatz laut Genfer Konvention verboten ist. Unabhängig geprüft sind die Angaben des ukrainischen Militärs nicht.

Ukraine-Krieg: Russland verstärkt Angriffe im Donbass - Dutzende Tote

Update vom 31. März, 11.17 Uhr: Die russischen Truppen setzen im Ukraine-Krieg eigenen Angaben zufolge ihre Angriffe im Osten der Ukraine fort. Die Ortschaft Solota Nywa südwestlich von Donezk sei nun unter russischer Kontrolle, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Donnerstag laut Agentur Interfax. Dort seien russische Einheiten seit Mittwoch sechs Kilometer vorgerückt. Bis zu 60 Gegner seien getötet worden. Diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Einheiten des von Russland als unabhängig anerkannten Separatistengebietes Luhansk seien unterdessen fünf Kilometer vorgerückt und lieferten sich Kämpfe mit ukrainischen „Nationalisten“. Das russische Verteidigungsministerium hatte am Mittwoch eine „Umgruppierung“ seiner Truppen bei Kiew und Tschernihiw bestätigt. Das Ziel der Truppenverlegung sei „vor allem der Abschluss der Operation zur vollständigen Befreiung des Donbass“, hieß es.

Update vom 31. März, 10.48 Uhr: Deutschland plant neue Waffenlieferungen im Wert von 300 Millionen Euro an die Ukraine. Das berichtete die Süddeutsche Zeitung. Der Bundessicherheitsrat müsse jedoch zuerst über die vorliegende Liste von Ausrüstung, die geliefert werden soll, entscheiden. Die Liste umfasst unter anderem 2650 Panzerfäuste, 18 Aufklärungsdrohnen, Mörser, Maschinenkanonen, 3000 Nachtsichtgeräte-Sätze sowie weitere Helme und Schutzwesten. Mehr zu der geplanten Waffenlieferung an die Ukraine lesen Sie hier.

Update vom 31. März, 10.41 Uhr: Der frühere Box-Weltmeister Wladimir Klitschko ist mit einer Delegation aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew nach Deutschland gereist. „Es sind Treffen mit hochrangigen Politikern für eine politische Unterstützung der Ukraine geplant“, teilte sein Bruder Vitali, Bürgermeister von Kiew, am Donnerstag im Nachrichtenkanal Telegram mit. Worum es bei dem Treffen gehen soll, lesen Sie hier.

Ukraine-Krieg: Britischer Geheimdienst spricht von zutiefst demoralisierten russischen Soldaten

Update vom 31. März, 10.30 Uhr: Der britische Geheimdienstchef Jeremy Fleming geht davon aus, dass die russischen Soldaten im Ukraine-Krieg zutiefst demoralisiert sind. „Wir haben gesehen, wie sich russische Soldaten - knapp an Waffen und Moral - weigerten, Befehle auszuführen, ihre eigene Ausrüstung sabotierten und sogar versehentlich ein eigenes Flugzeug abschossen.“ Es gebe logistische Fehler, viele russische Opfer sowie Chaos innerhalb der militärischen Führung. „Wir haben gesehen, wie Putin sein eigenes Volk belogen hat, um militärische Inkompetenz zu verbergen“, sagte Fleming in einer Rede an der Australian National University.

Update vom 31. März, 10.17 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums sind seit Beginn des Ukraine-Kriegs vor rund fünf Wochen bisher 17.500 russische Soldaten ums Leben gekommen. Das teilt das Ministerium in ihrem jüngsten Report auf Facebook mit. Die Angabe ist nicht unabhängig geprüft, die Regierung von Wladimir Putin nennt eine weitaus geringere Zahl.

Ukraine-Krieg: Russland will angeblich Volksabstimmung zur Gründung von „Volksrepublik Cherson“

Update vom 31. März, 9.52 Uhr: Russland soll nach Angaben des ukrainischen Generalstabs in der eroberten Großstadt Cherson ein „Referendum“ über die Errichtung einer moskaufreundlichen „Volksrepublik“ vorbereiten. Damit versuche die einmarschierte Armee, die Gebiete im Süden der Ukraine mit „zivil-militärischen Verwaltungen“ zu kontrollieren, teilte der Generalstab in der Nacht zu Donnerstag mit. Das „Referendum“ solle zur Gründung einer quasi-staatlichen „Volksrepublik Cherson“ führen, teilte der ukrainische Generalstab mit. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

Ukraine-News: Briten-Geheimdienst erwartet nahe Kiew bald „heftige Kämpfe“

Update vom 31. März, 9.40 Uhr: Nach Angaben des britischen Militärgeheimdienstes wird die ukrainische Stadt Tschernihiw immer noch von der russischen Armee beschossen - trotz der Ankündigung Russlands, die militärische Aktivität dort und um Kiew „radikal“ zu reduzieren. Russische Soldaten hielten östlich und westlich von Kiew weiterhin Stellung, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. „Vermutlich wird es in den kommenden Tagen heftige Kämpfe in den Vororten der Stadt geben“, heißt es. Darüber berichten mehrere Medien, unter anderem tagesschau.de und ntv.

Ein Soldat steht in der Nähe von Brovary am Stadtrand von Kiew auf einer Brücke, die von der ukrainischen Armee zerstört wurde, um die Durchfahrt russischer Panzer zu verhindern.
Ein Soldat steht in der Nähe von Brovary am Stadtrand von Kiew auf einer Brücke, die von der ukrainischen Armee zerstört wurde, um die Durchfahrt russischer Panzer zu verhindern. © Rodrigo Abd/dpa

Ukraine-Krieg: Russland-Feuerpause für Mariupol - Kiew will Zeitfenster für Evakuierung nutzen

Update vom 31. März, 8.57 Uhr: Russland hat am frühen Morgen eine Feuerpause für Mariupol im Ukraine-Krieg angekündigt (siehe Update vom 31. März, 6.10 Uhr). Nun will die Regierung in Kiew 45 Busse zur Evakuierung von Einwohnern aus der seit Wochen massiv beschossenen Hafenstadt entsenden. „Wir tun alles Mögliche dafür, dass die Busse heute nach Mariupol gelangen und die Menschen abholen, die es noch nicht aus der Stadt heraus geschafft haben“, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Donnerstag in einer Videobotschaft.

In der vergangenen Nacht sei die ukrainische Regierung vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) darüber informiert worden, „dass Russland bereit ist, den Zugang für humanitäre Konvois aus Mariupol zu öffnen“, schrieb Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Donnerstagvormittag im Onlinedienst Telegram. Deshalb würden nun die 45 Busse zum „Korridor“ aus Mariupol geschickt.

Das russische Ministerium forderte die Regierung in Kiew auf, die „bedingungslose Einhaltung“ der Feuerpause durch eine schriftliche Mitteilung an Russland sowie an das UNHCR und IKRK zu bestätigen. Russland hatte bereits mehrfach entsprechende Ankündigungen gemacht. Die Evakuierungsaktionen waren jedoch meist gescheitert, wofür sich beide Seiten gegenseitig die Schuld gaben.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock* wies am Donnerstagmorgen darauf hin, dass „noch immer weit mehr als 100.000 Zivilistinnen und Zivilisten“ in Mariupol eingeschlossen seien - „darunter Kinder, Frauen, Männer, alte Menschen“. Sie erlebten seit Wochen „einen kaum vorstellbaren Albtraum ohne Strom, ohne Wasser, ohne Heizung in einer Stadt, auf die pausenlos russische Bomben, Raketen und Granaten fallen, und die dem Erdboden gleich gemacht wird“.

Ukraine-Krieg: Russland kündigt Feuerpause für Mariupol an - Ukrainische Regierung spricht von „Manipulation“

Update vom 31. März, 6.10 Uhr: Russland hat erneut eine Feuerpause für die schwer zerstörte südukrainische Hafenstadt Mariupol angekündigt. Die Maßnahme werde am Donnerstag, Ortszeit 10 Uhr, in Kraft treten und solle die Möglichkeit schaffen, Zivilisten über einen humanitären Korridor herauszuholen, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Die ukrainische Regierung bezeichnete die russische Ankündigung als Versuch der „erneuten Manipulation“.

Der humanitäre Korridor soll über die unter russischer Kontrolle stehende Stadt Berdjansk ins 250 Kilometer entfernte Saporischschja führen. Russland hatte bereits mehrfach entsprechende Ankündigungen gemacht. Die Evakuierungsaktionen waren jedoch meist gescheitert, wofür sich beide Seiten gegenseitig die Schuld gaben. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner abendlichen Ansprache: „Wir glauben niemandem, keiner einzigen schönen Phrase“.

Selenskyj bekräftigte nun Angaben seiner Armee, dass sich die russischen Streitkräfte nur umgruppieren würden, damit sie in der Donbass-Region im Osten stärker angreifen können. „Wir werden nichts verschenken. Wir werden um jeden Meter unseres Territoriums kämpfen“, warnte der Präsident. Aus zahlreichen Ortschaften im Osten wurden weitere Luftangriffe gemeldet.

In Mariupol wurde nach ukrainischen Angaben ein Gebäude des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) Ziel russischer Luftangriffe. Ein Sprecher der Organisation in Genf konnte jedoch keine Angaben dazu machen, da kein Personal vor Ort sei . Die Stadt ist seit Wochen von jeglicher Versorgung abgeschnitten und wird von den russischen Streitkräften heftig beschossen. Tausende Menschen sind bereits gestorben.

Ukraine-Krieg: Russische Armee zieht sich offenbar von Tschernobyl zurück

Update vom 30. März, 23.06 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben im Ukraine-Krieg nach US-Angaben mit einem Rückzug von der Zone um die Atomruine Tschernobyl begonnen. Russische Soldaten würden die Gegend verlassen und in das benachbarte Belarus abziehen, sagte ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums am Mittwoch. „Wir denken, dass sie gehen. Ich kann nicht sagen, dass alle gegangen sind.“ Der Pentagon-Vertreter sprach von einer „Neupositionierung“ der Streitkräfte.

Ukraine-Krieg: Russland sieht „Hauptaufgaben“ rund um Kiew beendet

Update vom 30. März, 17.40 Uhr: Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau haben russische Truppen alle „Hauptaufgaben“ in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew und Tschernihiw erfüllt. Nun befinde man sich in einer planmäßigen Phase der „Neugruppierung“ in diesen Gebieten, um die militärischen Aktivitäten in Prioritätsgebieten zu verstärken und „vor allem die Militäroperation zur kompletten Befreiung vom Donbass zu vervollständigen“, hieß es vom russischen Verteidigungsministerium.

In der ersten Phase der von Russland als solche bezeichneten „Spezialoperation“ sei es das Ziel gewesen, ukrainische Streitkräfte dazu zu zwingen, Truppen für die Verteidigung von Großstädten wie Kiew und Tschernihiw zusammenzuziehen, erklärte das russische Ministerium. So habe man „den Feind“ auf dem Schlachtfeld gehalten, ihn besiegt, „ohne die Städte zu stürmen“ und verhindert, dass er Truppen in die Donbass-Region schickt. Dabei wies das Verteidigungsministerium darauf hin, dass die von pro-russischen Separatisten besetzten Gebiete im Osten der Ukraine die Hauptrichtung russischer Aktivitäten sind.

Update vom 30. März, 14.30 Uhr: In der südukrainischen Hafenstadt Mariupol ist ein Gebäude des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) nach ukrainischen Angaben Ziel russischer Luftangriffe geworden. „Die Besatzer haben absichtlich ein IKRK-Gebäude in Mariupol bombardiert“, schrieb Ljudmyla Denisowa, Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, am Mittwoch in Telegram. Es gebe noch keine gesicherten Informationen, ob bei dem Angriff Menschen getötet oder verletzt wurden.

„Feindliche Flugzeuge und Artillerie schossen auf ein Gebäude, das mit einem roten Kreuz auf weißem Grund gekennzeichnet ist, was auf die Anwesenheit von Verletzten oder ziviler oder humanitärer Fracht hinweist“, hieß es in der Erklärung von Denisowa. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg: Kiew rechnet nicht mit Abzug russischer Truppen rund um Hauptstadt

Update vom 30. März, 14.10 Uhr: Der ukrainische Generalstab rechnet nicht mit einem großangelegten Abzug russischer Truppen aus Gebieten nahe der Hauptstadt Kiew. Der Gegner habe wegen seiner Verluste wohl nur „vorübergehend das Ziel aufgegeben, Kiew zu blockieren“, teilte der Generalstab am Mittwochmittag mit. Stattdessen gruppierten sich die russischen Truppen um und konzentrierten sich auf Angriffe im Osten und Süden der Ukraine.

Bestätigt wurde ein Teilrückzug russischer Einheiten von dem Ort Browary, der östlich der Millionenstadt Kiew liegt. Nach Verhandlungen mit der Ukraine am Dienstag hatte Russland angekündigt, seine Kampfhandlungen bei Kiew und der Stadt Tschernihiw zurückzufahren.

Update vom 30. März, 13.31 Uhr: Der Kreml rudert zurück: Rubel-Zahlungen für russisches Gas sollen doch noch nicht ab Donnerstag (31. März) gelten, sondern schrittweise, teilte dessen Sprecher Dmitri Peskow an diesem Mittwoch mit. Mehr Hintergründe erfahren Sie im Wirtschafts-Ticker zum Ukraine-Krieg von Merkur.de*.

Ex-Oligarch Chodorkowski glaubt, Putin wird im Ukraine-Krieg Nato angreifen

Update vom 30. März, 13.16 Uhr: Michail Chodorkowski war einst einer der reichsten Männer Russlands. Nun teilte der russische Exil-Oppositionelle seine Einschätzung zu Wladimir Putin*: „Er wird Nato-Staaten angreifen, so oder so - nicht unbedingt mit Raketen, aber etwa mit Terrorangriffen“, sagte der ehemalige Oligarch in einem aktuellen Gespräch mit der Wochenzeitung Die Zeit.

Ukraine-Krieg: London will nach Russlands Teilrückzug nachlegen

Erstmeldung vom 30. März: Kiew/London - Der britische Geheimdienst stuft Russlands Truppen im Ukraine-Krieg als geschwächt ein. Die Invasion von Präsident Wladimir Putin* laufe nicht nach seinem Plan. Die Ergebnisse der jüngsten Verhandlungen zwischen Ukraine und Russland rufen Skepsis hervor, etwa beim Ukraine-Diplomaten Andrij Melnyk. Auch dessen Präsident Wolodymr Selenskyj* wartet offenbar ab.

Und die Reaktionen aus Deutschland auf den Ukraine-Krieg? Arbeitsminister Hubertus Heil erwartet hierzulande Flüchtlinge, die länger bleiben - weil ein Ende des Konflikts nicht absehbar scheint. Nun kommt noch ein Bericht über mögliche Waffenlieferungen aus Großbritannien unter Premier Boris Johnson* zur Gemengelage.

Ukraine-Krieg: Johnson fürchtet steigende Rachsucht bei Putin

Johnson soll nach Informationen der Times die Lieferung „tödlicherer Waffen“ in die Ukraine erwägen. Bei einer Kabinettssitzung am 29. März soll er gewarnt haben, Putin könne „unberechenbarer und rachsüchtiger“ werden, beruft sich die britische Zeitung dabei auf nicht genannte Insider-Quellen.

„Die ukrainische Armee behält nicht nur die Kontrolle über größere Städte, sie zwingt sogar die Russen zum Rückzug. Damit muss sich unsere Unterstützung ändern“, hieß es demnach von einer Quelle aus dem britischen Kabinett.

Ukraine-Krieg: Großbritanniens Regierung thematisiert Waffenlieferungen

Johnson soll sich angeblich dafür aussprechen, dass die USA der Ukraine Schiffsabwehrraketen und fortschrittlichere Luftabwehrsysteme zur Verfügung stellen. Aus Verteidigungskreisen hieß es laut der Times, der Regierungschef habe nicht konkretisiert, welche Art von Waffen Großbritannien liefern könne.

Auch Sorgen über eine weitere Eskalation des Konfliktes sollen bei den Überlegung eine Rolle spielen. Bislang hat London der Ukraine vor allem Panzerabwehrraketen und andere Geschosse zur Unterstützung geschickt. (AFP/dpa/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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