tz auf Bairisch 

Er hod uns an de Preißn vakaft - De tz  schaut se de Ursprüng vom Separatismus in unsara Hoamad o

+
Er hod se des Aufgem vo da boarischn Unabhängigkeit vagoidn lassn: Ludwig da Zwoate, da Kini vo Bayern

Heid lacht ma übern boarischn Separatismus vo da Bayernpartei oda vo de Königstreia. Oba bis in de Nachkriagszeit eini warn de Befürworta von am Austritt vo Bayern ausm Deitschn Reich, also von am Bayxit, a stoake politische Kraft.

De tz redt mitm Chef vom Haus vo da Boarischen Gschicht, dem Loibl Richard, üba de boarische Art vo am Brexit.

Warum woiltatn de Bayern ned bei de Preißn bleim?

Dr. Richard Loibl: Do muassd zruckgeh zu der Zeit, wo de boarische Eigenstaatlichkeit valoanganga is. 1870/71 is des Deitsche Kaiserreich noch dem Sieg üba de Franzosn im Spiegelsaal vo Versailles proklamiad woan. Da boarische Kini, da Ludwig da Zwoate, hod lei nua sein Bruada, an Otto, noch Paris gschickt. Oba da Ludwig hod dem König vo de Preißn de deitsche Kaiserkrone schriftlich odrong – des ham eam vej boarische Patriotn nia ned vaziagn.

Auf d‘Letzt hod da Ludwig da Zwoate Bayern vakaft, damid er a Buifa fia seine Schlessa griagd.

Loibl: I dead des eher a so formulian, dass er se sein Kaiserbriaf hod vagoidn lossn. Oba unabhängig vom Gäjd is damois ums Üwalem vo de Wittelsbacha ganga. Dafia hods oba na de Zustimmung vom Landtag fian Beitritt zum Deitschn Reich braucht - und de Debattn do drübais zu a na Sternstund vo da Demokratie woan. De Baorische Patriotnpartei war domois de stoake konservative Partei - a scha mid absolute Mehrheitn, des hod ned de CSU erfundn. Da Patriotnführer, da Jörg Edmund, hod bei dera Sitzung quase den Erschtn Weltkriag brofezeit, wiar a gsogt hod: Wenn ma uns auf des eilossn, gibt‘s üba kurz oda lang an Revanche-Kriag mit de Franzosn, de dann aba nimma alloa steh wern.

Hod des Elend vom Weltkriag den boarischn Separatismus weida vastärkt?

Loibl: Ja, de Brofezeiung is eitretn, Bayern is mit de Preißn in Kriag zong. De Wittelsbacher san letztlich drübergfoin, weil sa se ned fia a starks Bayern und an Ausstieg vom Kriag eigsetzt ham. Der Hass auf de Preißn wiad seit de 1915/16er Kriagsjoah imma stärker, weil ma in Bayern gmoant hat, dass nur de Preißn vo dem Kriag profitiert und da Südn drunter leidt. Des war ned ganz vakehrt. Da Süden war zu dera Zeit da Nahrungsproduzent, de Rüstungsindustrie – oiso da Kriagsgwinn – is im Ruhrgebiet und bei de Preißn gsessn.

Dr. Richard Loibl

Kamma den damaligen Preißn-Hass mit dem Brüssel-Hass vo a boa Britn vagleicha?

Loibl: Na, der is väj diafa gsessn. De Versorgungslage vo da Bevölkerung war a Katastrof, es is ums Vahungan ganga. Weil de Leid nix zum Beissn ghobt ham, warns gschwächt und san an da Spanischn Gripp gstoam. De Preißn san in Bayern zu de Schuidign fia des Elend erklärt woan.

Wie steht’s um den Boarischn Separatismus in da Weimarer Republik?

Loibl: De Weimarer Verfassung wird zwar zrecht ois liberal globt, oba gleichzeitig wars ganz stoag zentralistisch. De Länder ham im Vagleich zum Kaiserreich väj Sondarechte valoan - sogenannte Reservatrechte: Eisenbahn, Bost, eigana Oberbefehl vom Militär und so weida. 1932/33 is da boarische Separatismus wega da drohendn Machtübernahme vom Hitler nomoi hochkocht. Es hod Vasuche gem, dasma an Kronprinzn Rupprecht, an Sohn vom letztn boarischn Kini, zum Kini ausruaft. Oba auf d‘Letzt hod ma se ned traud. Im Drittn Reich is a jede Eigenständigkeit vaschwundn. Zum Schluss vo da NS-Zeit ham Politiker, so wia da Churchill Winston oana war, übalegt, ob ma ned den Nordn vom Südn wieda trennt. Es hod ernsthafte Übalegungen gem, dass ma a Alpnrepublik mocht, oiso Bayern plus Österreich.

Wos‘s ja dann ned gem hod ... Wie war eigentlich de Rolln vo Bayern nochm Zwoatn Weltkriag?

Loibl: Besser ois nochm Erschtn Weltkriag... 1919 in Weimar ham de Bayern wega de Revolutionswirrn nix zum midredn ghobt. Oba nochm Zwoatn Weltkriag spuid Bayern a zentrale Rolle - de verfassungsgebende Vasammlung trifft se ja aaf Herrnchiemsee. Des Ergebnis is unsa föderalistischs Grundgsetz. Des aba ganz väj ned weit gnua ganga is! Da Widastand is durch a raffinierte Doppelfrage unta­laufa woan. Zerscht is gfrogt woan: Wer is für des Grundgsetz? Do war da Boarische Landtag mehrheitlich dageng. Und dann war de zwoate Frag: Wer is für Deitschland? Des hoaßt: Wenns de andan onehman, nehmas hoid mia in Gott‘s Nam a o. Und do hod da Landtag dann dafia gstimmt, desweng samma mia heid a Teil vo da Bundesrepublik.

An Bayxit, oiso an Austritt aus Deitschland wui ja heid kaum no wer. Warum is des so?

Loibl: Unser Föderalismus war und is a Erfolgsmodell, bringt aa an Hauffn Diridari ei. Desweng kemman a an Hauffa Preissn. Des war ned imma guad. Segt ma dro, dass Es mei boarisch Gred eideitschn miassts. Wemma megn, kimma unsane boarische Kultur aa in da Bundesrepublik und da EU pfleng. Dann doama hoid bloß aso wie wemma selbständig wadn.

Aufgschriebn vom Rimpel Klaus

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

„Times“ fällt vernichtendes Urteil über Regierung Merkel - Juncker lästert über „Provinzposse“
„Times“ fällt vernichtendes Urteil über Regierung Merkel - Juncker lästert über „Provinzposse“
„Er ist absoluter Experte“: OB Reiter überrascht mit Stadtrats-Kandidaten - viele dürften ihn kennen
„Er ist absoluter Experte“: OB Reiter überrascht mit Stadtrats-Kandidaten - viele dürften ihn kennen
Weniger Hartz-IV-Sanktionen: Deutschlands „faulster“ Arbeitsloser jubelt
Weniger Hartz-IV-Sanktionen: Deutschlands „faulster“ Arbeitsloser jubelt
Affäre um Clan-Chef Miri: Vertrauter verrät Details - das geschah nach der Abschiebung
Affäre um Clan-Chef Miri: Vertrauter verrät Details - das geschah nach der Abschiebung

Kommentare