Sexy Wahlkampf: Politikerin zieht blank

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Katarzyna Lenart, sozialdemokratische Kandidatin für die polnischen Parlamentswahlen, ließ werbewirksam die Hüllen fallen.

Warschau - Am heutigen Sonntag entscheiden die Polen über den künftigen Kurs ihrer Regierung. Eine Politikerin hatte im Vorfeld mit ihrer sexy Wahlwerbung für besonderes Aufsehen gesorgt.

Katarzyna Lenart, Kandidatin der Sozialdemokraten, lässt in einem Werbespot für ihre Partei die Hüllen fallen. Auf Internet-Videoportalen wie Youtube klickten Zehntausende auf den erotischen Clip der hübschen 23-jährigen Politikstudentin.

Sehen Sie hier den sexy Wahlwerbespot

Als sie den rosa Spitzen-BH abstreift, erscheint plötzlich ein "Zensiert"-Schild und der Slogan der SLD wird eingeblendet - er lautet passenderweise: "Willst du mehr? Wähle SLD. Nur wir können mehr tun."

Nicht alle Parteigenossen waren begeistert von der Idee. Doch Lenart verteidigt die Aktion: "Ich dachte, es ist an der Zeit für ein wenig Aufregung zu sorgen." Ihre Kampagne ziele auf junge Menschen ab, "und die interessieren sich leider nur für kontroverse Sachen", erklärte sie in einer polnischen Zeitung.

Heute abend wird sich zeigen, wie erfolgreich diese Methode war. Mit offiziellen Ergebnissen wurde nach Schließung der Wahllokale um 21.00 Uhr (MESZ) gerechnet.

Ministerpräsident Donald Tusk kämpft um seine zweite Amtszeit und die Fortsetzung seines proeuropäischen Kurses, der eine Annäherung an Deutschland und Russland einschließt. Sein wichtigster Herausforderer, der nationalkonservative Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski, vertritt dagegen eine völlig entgegengesetzte Politik und hat sich in den letzten Tagen mit einigen antideutschen Äußerungen hervorgetan.

Die rechtsliberale Bürgerplattform (PO) von Tusk ist jüngsten Umfragen zufolge als Favorit in die Wahl gegangen. In verschiedenen Prognosen lag sie rund zehn Prozent vor der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PIS) Kaczynskis. Die Protestpartei des PO-Abtrünnigen Janusz Palikot lag laut einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Instituts TNS OBOP knapp vor der sozialistischen SLD und der gemäßigt-konservativen Bauernpartei PSL.

Ruhiger Auftakt der Parlamentswahlen

Die meisten der mehr als 30 Millionen Wahlberechtigten hatten es bei Öffnung der Wahllokale am Sonntagmorgen nicht eilig. In den ersten beiden Stunden gingen nach Angaben der Staatlichen Wahlkommission nur 2,8 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahl, um über die 460 Abgeordneten des neuen Parlaments zu entscheiden.

Im westpolnischen Gorzow Wielkopolski kam es zu einer mehrstündigen Verzögerung bei der Abstimmung in einem der Wahllokale, weil ein verdächtiges Paket gefunden wurde, das möglicherweise Sprengstoff enthielt. Am Vormittag war noch nicht bekannt, ob es sich um eine Attrappe handelte.

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tz/dapd/dpa

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