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Ukraine-Konflikt: Russland plötzlich zu Verhandlungen bereit - aber nur unter einer harten Bedingung

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Von: Tanja Kipke, Cindy Boden

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Ukraine-Konflikt: Es wurden zahlreiche Tote und Verletzte gemeldet. Nun will Russland mit Ukraine verhandeln - unter einer harten Bedingung. News-Ticker.

Update vom 25. Februar, 15.15 Uhr: Hiermit endet dieser News-Ticker zu den neusten Ereignissen im Ukraine-Konflikt. Alle wichtigen Informationen und Neuigkeiten zu den militärischen Eskalationen in der Ukraine finden Sie von nun an hier.

Update vom 25. Februar, 14.40 Uhr: Als Reaktion auf die jüngsten militärischen Eskalationen im Ukraine-Konflikt haben sich die EU-Mitgliedsstaaten nun auf Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinen Außenminister Sergej Lawrow geeinigt. Im Rahmen der Sanktionen soll unter anderem das Vermögen der russischen Politiker eingefroren werden.

Ukraine-Konflikt: Russland plötzlich verhandlungsbereit - unter einer Bedingung

Update vom 25. Februar, 13.36 Uhr: Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat am Freitag erklärt, Russland sei in Folge einer ukrainischen Kapitulation bereit, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.  „Wir sind jederzeit zu Verhandlungen bereit, sobald die ukrainischen Streitkräfte auf unsere Aufforderung reagieren und ihre Waffen niederlegen.“

Auch Präsident Putin selbst hat Berichten der russischen Nachrichtenagentur Ria zu Folge in einem Telefonat mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping angegeben, er sei bereit, „auf hoher Ebene“ mit der Ukraine zu verhandeln. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Putin bereits am Donnerstag ein Gesprächsangebot gemacht, um die militärische Eskalation abwenden zu können.

Ukraine-Konflikt: US-Geheimdienst - Kiew könnte in wenigen Tagen fallen

Update vom 25. Februar, 13.20 Uhr: Nach Einschätzung des US-Geheimdienstes könnte die ukrainische Hauptstadt Kiew innerhalb der nächsten Tage unter russische Kontrolle fallen. Das berichtet der US-amerikanische Nachrichtensender CNN mit Verweis auf Insider. Die USA hatten dem Bericht zu Folge schon vor der Invasion damit gerechnet, dass Kiew innerhalb von einem bis vier Tage nach einem russischen Einmarsch fallen könnte. An dieser Prognose hält man nun auch am zweiten Tag der Invasion fest.

Aktuell kommt es bereits zu Kampfhandlungen zwischen russischen und ukrainischen Kräften in der Region um Kiew. Bewohner des nordwestlichen Teils der Hauptstadt werden aufgrund drohende Feindpräsenz dazu aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen.

Ukraine-Konflikt: Außenminister Lawrow spricht Kiew demokratische Legitimation ab

Update vom 25. Februar, 12.30 Uhr: Der Kreml hat sich am Mittag auch zu seinen Plänen in der Ukraine geäußert - sowie zu Verhandlungsaussichten. Zugleich sprach Wladimir Putins Außenminister Sergej Lawrow erneut dem Nachbarland die staatliche und demokratische Legitimation ab. „Wir sehen keine Möglichkeit, eine Regierung als demokratisch anzuerkennen, die ihr eigenes Volk unterdrückt und Völkermord-Methoden anwendet“, sagte Lawrow der Agentur Interfax zufolge. „Niemand wird die Ukraine besetzen“, behauptete Lawrow. „Der Zweck der Operation wurde offen erklärt: Entmilitarisierung und Entnazifizierung.“ Der Kreml behauptet seit Jahren, 2014 hätten aus dem Ausland gesteuerte „Faschisten“ in Kiew einen Staatsstreich herbeigeführt.

Wir sind daran interessiert, dass das ukrainische Volk unabhängig ist, eine Regierung hat, die seine ganze Vielfalt repräsentiert.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow

Lawrow versicherte: „Wir sind daran interessiert, dass das ukrainische Volk unabhängig ist, eine Regierung hat, die seine ganze Vielfalt repräsentiert.“ Nach der Wiederherstellung der „demokratischen Ordnung“ werde die Lage wieder Verhandlungen erlauben.

Update vom 25. Februar, 12.12 Uhr: Bewohner von Kiew sollen aktuell den Nordwesten der Stadt meiden und sich dort nicht auf der Straße aufhalten. Dazu haben die Behörden der ukrainischen Hauptstadt aufgerufen. „Im Zusammenhang mit der Annäherung aktiver Feindseligkeiten werden die Bewohner des Obolon-Bezirks gebeten, nicht nach draußen zu gehen“, so die Aufforderung.

Ukraine-Konflikt: Angst auf den Straßen in Kiew

Update vom 25. Februar, 11.06 Uhr: In der ukrainischen Hauptstadt Kiew herrscht angesichts eines erwarteten russischen Vorstoßes im Ukraine-Krieg Angst auf den Straßen. Ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur berichtete, mit Sturmgewehren bewaffnete Patrouillen seien in der Innenstadt unterwegs. Straßen und Plätze waren leer. Das ukrainische Verteidigungsministerium rief die Bevölkerung dazu auf, russische Militärfahrzeuge überall zu blockieren. „Kommt mit ukrainischen Flaggen auf die Straßen, filmt die russischen Besatzer. Zeigt ihnen, dass sie hier nicht erwünscht sind, dass ihnen jeder Widerstand leisten wird“, hieß es in einem emotionalen Appell. Von Kampfhandlungen sollten sich Bewohner aber fernhalten, damit das ukrainische Militär „seine Arbeit erledigen“ könne. Weiteren Medienberichten zufolge kam es schon zu Schüssen (siehe vorherige Updates).

Ukraine-Konflikt Kiew
Ukraine-Konflikt, Kiew: Natali Sewriukowa reagiert neben einem Haus, das bei einem Raketenangriff zerstört wurde. © Emilio Morenatti/AP/dpa

Ukraine-Russland-Konflikt: Offenbar Gefechte in Kiew

Update vom 25. Februar, 10.42 Uhr: In einem nördlichen Bezirk der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist es am Freitag zu Gefechten gekommen. Auch Explosionen waren im Stadtteil Obolonsky zu hören, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Menschen rannten demnach weg, um sich in Sicherheit zu bringen. Schüsse waren dem AFP-Reporter zufolge dort zu hören und bis ins Stadtzentrum auch größere Explosionen. Die Nachrichtenagentur AP meldet Medienberichten zufolge, dass es auch in der Nähe des Kiewer Regierungsviertels Schüsse gab.

Ukraine Konflikt
Ukraine-Konflikt: Flugzeugwrack zwischen Häusern in Kiew. © GENYA SAVILOV / AFP

Ukraine-Konflikt: Offenbar erste russische Einheiten in Kiew

Update vom 25. Februar, 10.06 Uhr: Nach Russlands Einmarsch in die Ukraine sind nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums die ersten russische Einheiten in die Hauptstadt Kiew vorgedrungen. Russische „Saboteure“ hielten sich im Bezirk Obolon im Norden Kiews auf, teilte die Behörde am Freitag über Facebook mit. Solche Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Das Ministerium rief die Bevölkerung auf, sogenannte Molotow-Cocktails zum Kampf vorzubereiten und Sichtungen über russische Militärtechnik zu melden. Einwohner sollten ihre Wohnungen nicht verlassen. Das ukrainische Heer warnte, russische Einheiten nutzten teilweise eroberte ukrainische Technik.

Russland hat derweil eigenen Angaben zufolge insgesamt 118 ukrainische Militärobjekte „außer Gefecht“ gesetzt, darunter elf Militärflughäfen. Dies teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Freitag in Moskau mit. Unabhängig überprüfen lassen sich auch solche Aussagen nicht. Konaschenkow zufolge wurden zudem fünf ukrainische Kampfflugzeuge, ein Hubschrauber sowie fünf Drohnen abgeschossen.

Update vom 25. Februar, 9.20 Uhr: Im Laufe des Tages könnte es zu Panzerangriffen auf die Hauptstadt Kiew kommen. „Heute wird der härteste Tag“, sagt Anton Heraschtschenko, Berater des ukrainischen Innenministers laut Tagesschau. Russland plane offenbar, mit Panzern von Iwankiw und Tschernihiw nach Kiew durchzubrechen. Die Verteidiger hielten Panzerabwehrraketen bereit.

Ukraine-Konflikt: Kämpfe im Norden von Kiew

Update vom 25. Februar, 8.55 Uhr: Journalisten der Nachrichtenagentur AFP melden Kämpfe im nördlichen Bezirk der Hauptstadt Kiew. Außerdem soll der stellvertretende Verteidigungsminister der Ukraine mitgeteilt haben, dass das russische Militär zwei Fahrzeuge der ukrainischen Streitkräfte beschlagnahmt hätte. Das schreibt der Kyiv Independent auf Twitter. Demnach hätten sie sich angeblich in ukrainische Uniform gekleidet und bewegten sich in das Zentrum von Kiew. Offenbar folgt ihnen eine Kolonne russischer Militärlastwagen.

Update vom 25. Februar, 7.23 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der russischen Armee vorgeworfen, bei ihren Angriffen auch auf zivile Gebiete zu zielen. Gleichzeitig lobte der Staatschef am Freitagmorgen die Ukrainer für ihren „Heldenmut“ angesichts des russischen Vormarsches. Russland müsse „früher oder später“ mit der Ukraine „sprechen“, um die Kämpfe zu beenden, sagte er weiter.

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Ein Haus nach einem Raketenangriff. Der Ukraine-Konflikt ist eskaliert. © picture alliance/dpa/AP | Emilio Morenatti

Ukraine-Krieg mit Russland: Heftige Gefechte rund um Kiew gemeldet

Update vom 25. Februar, 6.50 Uhr: Ukrainische Truppen liefern sich nach Angaben des Generalstabs heftige Gefechte mit russischen Angreifern im Kiewer Gebiet. In Iwankiw rund 80 Kilometer nordwestlich der ukrainischen Hauptstadt hätten sich Fallschirmjäger einer „überwältigenden“ Anzahl russischer Truppen entgegengestellt, die mit gepanzerten Fahrzeugen vorrückten. Eine Brücke sei zerstört worden. Auch auf dem strategisch wichtigen Flugplatz Hostomel nordwestlich von Kiew werde gekämpft, teilte der Generalstab weiter mit. Ukrainische Truppen hielten auch dort Stand.

Zudem gebe es in mehreren Städten russische Luftangriffe. In Kiew heulten erneut die Sirenen, wie ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Die Stadtverwaltung rief alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich möglichst in Sicherheit zu bringen. Die U-Bahn-Stationen der Stadt mit etwa 2,8 Millionen Einwohnern dienten als Schutzräume.

Ukraine-Konflikt: Explosionen in Kiew - „Schreckliche russische Raketenangriffe“

Update vom 25. Februar, 5.15 Uhr: Mehrere Explosionen haben in der Nacht zu Freitag die ukrainische Hauptstadt Kiew erschüttert. Das meldete die Agentur Unian. Unter anderem wurde ein mehrstöckiges Wohnhaus auf dem Ostufer des Flusses Dnipro getroffen, es brach Feuer aus. Dort seien Trümmer einer Rakete eingeschlagen, teilte die Stadtverwaltung auf Telegram mit. Drei Menschen seien verletzt worden. Es sei ukrainischen Kräften dort gelungen, einen russischen Flugapparat abzuschießen, schrieb ein Berater des ukrainischen Innenministers. „Schreckliche russische Raketenangriffe auf Kiew“, twitterte der ukrainische Außenministers Dmytro Kuleba in der Nacht zum Freitag.

Bürgermeister Vitali Klitschko veröffentlichte im sozialen Netzwerk Telegram ein Video, das Brände in mehreren Etagen des Gebäudes zeigten. Feuerwehrleute waren vor Ort. Einer der Verletzen sei in einem kritischen Zustand, schrieb er. Russische Bodentruppen waren am Donnerstag binnen weniger Stunden bis in den Großraum Kiew vorgedrungen. Luftlandetruppen nahmen einen Militärflughafen am nordwestlichen Stadtrand von Kiew ein.

Ukraine-Konflikt: Selenskyj sieht sich als „Ziel Nr. 1“ der Russen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Generalmobilmachung aller Reservisten und Wehrdienstpflichtigen verkündet und vor russischen „Sabotagegruppen“ in der Hauptstadt gewarnt. Am ersten Tag der Kämpfe waren seinen Angaben nach 137 Menschen getötet und hunderte verletzt worden - darunter zahlreiche Zivilisten.

Selenskjy mutmaßte, dass der russische Angriff ihn stürzen solle. „Nach unseren Informationen hat mich der Feind zum Ziel Nr. 1 erklärt, meine Familie zum Ziel Nr. 2“, sagte er. Er beklagte, dass keiner seiner internationalen Gesprächspartner eine Aufnahme der Ukraine in die Nato befürwortet habe. So sei die Ukraine auf sich allein gestellt. Auch die US-Regierung sah Selenskyj als ein „Hauptziel für russische Aggressionen“. Er verkörpere „in vielerlei Hinsicht die demokratischen Bestrebungen und Ambitionen der Ukraine und des ukrainischen Volkes“, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums Ned Price dem Sender CNN.

Ukraine-Konflikt: Russland kurz vor Übernahme Kiews? USA schicken Truppen nach Deutschland

Ein verbranntes Auto und die Trümmer eines Privathauses liegt nach russischem Beschuss am 24. Februar außerhalb der ukrainischen Hauptstadt in Rauch.
Ein verbranntes Auto und die Trümmer eines Privathauses liegt nach russischem Beschuss am 24. Februar außerhalb der ukrainischen Hauptstadt in Rauch. © Efrem Lukatsky/dpa

Erstmeldung vom 24. Februar: München - Russland steht offenbar kurz vor der Übernahme Kiews. Das berichtet eine Ukrainerin unserer Redaktion, sie beruft sich auf Aussagen der Nationalgarde. In der Nacht zum Donnerstag (24. Februar) hat Russland die Ukraine angegriffen. „Ich habe die Entscheidung für eine Militäroperation getroffen“, hatte der russische Machthaber Wladimir Putin in einer Fernsehansprache verkündet. Anderen Ländern drohte er bei Einmischung mit Vergeltung. Mittlerweile sind weite Teile der Ukraine von russischen Soldaten eingenommen. Unter anderem Tschernobyl.

Die Nato schließt eine militärische Unterstützung der Ukraine weiter aus. Das westliche Verteidigungsbündnis aktivierte aber Verteidigungspläne für Osteuropa. Nach vorläufigen Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sind bereits 100.000 Menschen in der Ukraine auf der Flucht. „Es hat eindeutig erhebliche Vertreibungen im Land gegeben und es gibt Bewegungen Richtung Grenzen und ins Ausland.“ 57 Menschen seien nach Angaben des Gesundheitsministeriums getötet worden. 169 weitere seien verletzt.

Ukraine-Konflikt eskaliert: EU-Staaten beschließen Sanktionspaket gegen Russland

Die EU-Staaten haben daraufhin in einer Sondersitzung ein umfangreiches Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Die Strafmaßnahmen betreffen unter anderem die Bereiche Energie, Finanzen und Transport. Das bedeutet unter anderem:

Ukraine-Koinflikt: US-Präsident Biden schickt zahlreiche Truppen nach Deutschland

Die USA wollen zusammen mit ihren Verbündeten große russische Banken international isolieren. Zudem kündigte Biden strikte Exportkontrollen für den Technologiesektor und weitere Strafmaßnahmen gegen Mitglieder der russischen Elite an. Betroffen von den neuen Finanzsanktionen seien vier Kreditinstitute, die zusammen rund ein Drittel der russischen Vermögen hielten, sagte er. Die Banken würden damit vom US-Finanzmarkt und Geschäften in US-Dollar ausgeschlossen.

US-Präsident Joe Biden hat zudem angekündigt, wegen des Ukraine-Konflikts, rund 7000 Soldaten nach Deutschland zu schicken. „Sie werden in Deutschland eingesetzt, um Nato-Verbündete zu beruhigen, russische Aggression abzuschrecken und eine Reihe von Erfordernissen in der Region zu unterstützen.“

Russland drohte wegen der geplanten Sanktionen mit einer „harten“ Reaktion. Die „unfreundlichen“ Maßnahmen der EU würden Moskau „nicht daran hindern“, die pro-russischen Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen, teilte das russische Außenministerium laut AFP am Donnerstag mit. Gemäß dem „Prinzip der Gegenseitigkeit“ des Völkerrechts werde Russland „harte Vergeltungsmaßnahmen ergreifen“.

Ukraine-Konflikt: Scholz wird in Live-Schalte zum Krieg emotional

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte in einer emotionalen Live-Schalte das Handeln Putins aufs Schärfste verurteilt. Man habe Putin wieder und wieder vor dem Krieg gewarnt. Putin allein habe sich für den Krieg entschieden. „Er allein trägt dafür die Verantwortung. Dieser Krieg ist Putins Krieg“, so der Kanzler. Die von der EU geplanten Sanktionen würden die russische Wirtschaft hart treffen. „Putin wird nicht gewinnen.“

In München demonstrierten am Donnerstag hunderte Menschen für den Frieden. (tkip/dpa/AFP)

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