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Ukraine-Krieg: Selenskyj weist Ultimatum-Weg strikt zurück - gehen den Russen die Vorräte aus?

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Von: Kathrin Reikowski, Jennifer Lanzinger

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Die Lage in Kiew und der Ukraine bleibt angespannt. Nun äußerte sich auch Präsident Selenskyj erneut. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update vom 22. März, 8.10 Uhr: Russische Einheiten haben nach Angaben des ukrainischen Generalstabes weiter Probleme mit der Sicherung ihres Nachschubs für den Krieg in der Ukraine. Vorliegenden Informationen zufolge hätten die in der Ukraine operierenden Einheiten Munitions- und Lebensmittelvorräte für höchstens drei Tage. Ähnlich sei die Lage bei der Versorgung mit Kraftstoff, teilte der ukrainische Generalstab in seinem am Dienstag auf Facebook veröffentlichten Morgenbericht mit. Diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Weiter hieß es, ukrainische Streitkräfte griffen weiterhin russische Truppen an. Dabei seien sie in bestimmten Gebieten auch erfolgreich. Konkrete Details zu Bodenkämpfen wurden nicht genannt.

Ukraine-Krieg: Russen wollen sich festsetzen - doch ihnen gehen die Vorräte aus

Binnen 24 Stunden seien neun Ziele in der Luft von Einheiten der ukrainischen Luftwaffe, Luftabwehr und Bodentruppen getroffen worden, hieß es weiter. Insgesamt habe man zuletzt eine „erhöhte Aktivität“ russischer Flugzeuge festgestellt.

In den Regionen Donezk und Luhansk in der Ostukraine versuchten russische Einheiten weiter, mehr Gebiete einzunehmen und sich in bisher erreichten Stellungen festzusetzen. Die ukrainischen Verteidigerinnen und Verteidiger hätten 13 Angriffe abgewehrt und dabei militärische Technik, darunter 14 Panzer, zerstört.

Verhandlungen mit Russland: Die Forderungen im Ukraine-Krieg werden „realistischer“.
Wolodymyr Selenskyj hat sich an die Deutschen gewandt. (Archivbild) © Ukrainisches Pressebüro des Präsidenten/DPA

Update vom 22. März, 6.24 Uhr: Die Vollversammlung der Vereinten Nationen soll am Mittwoch zu Beratungen über eine weitere Resolution im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zusammenkommen. Für die Beschlussvorlage mit dem Namen „humanitäre Folgen der Aggression gegen die Ukraine“ wurde mit breiter Zustimmung in dem mit 193 Mitgliedern größten UN-Gremium gerechnet. Diplomaten zufolge könnte es noch am selben Tag auch zu einer Abstimmung kommen.

Ziel ist Diplomaten zufolge, dass wie bei einer Resolution Anfang März, erneut mindestens 141 Ja-Stimmen erreicht werden. Der damalige Beschluss hatte Russlands Krieg verurteilt. Allerdings gibt es auch einen konkurrierenden Resolutionsentwurf von Südafrika, der Russlands Aggression mit keinem Wort erwähnt. Es blieb zunächst unklar, ob dieser Text zur Abstimmung gestellt wird.

Ukraine-Krieg: Vollversammlung der UN soll Russlands Angriff erneut verurteilen

Der erste Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und unter anderem auch von Deutschland ausgearbeitet wurde, richtet sich dagegen deutlich gegen Russland und verlangt unter anderem „eine sofortige Einstellung der Feindseligkeiten der Russischen Föderation gegen die Ukraine, insbesondere aller Angriffe auf Zivilpersonen und zivile Objekte“. Moskau müsse seine Streitkräfte unverzüglich aus der Ukraine zurückziehen.

Wegen Verurteilung des russischen Angriffskrieg: Russland will Friedenverhandlungen mit Japan einstellen

Derweil hat die russische Regierung am Montag angekündigt, die Friedensverhandlungen mit Japan zur formellen Beilegung eines bis zum Zweiten Weltkrieg zurückreichenden Streits nicht mehr weiterzuverfolgen. Als Begründung führte das Außenministerium in Moskau die „offen feindselige Haltung“ an, die Japan mit Blick auf den russischen Militäreinsatz in der Ukraine eingenommen habe und mit der Japan dem Nachbarland „Schaden zufügen wolle“. Es sei der russischen Seite daher nicht möglich, die Gespräche fortzusetzen. Russland und Japan hatten nach dem Zweiten Weltkrieg wegen eines Territorialkonflikts kein Friedensabkommen abgeschlossen.

Tokio protestierte dagegen „aufs Schärftste“. „Die jüngste Situation ist eine Folge der russischen Aggression gegen die Ukraine, und der Versuch Russlands, das Thema auf die Beziehungen zwischen Japan und Russland zu verlagern, ist extrem ungerechtfertigt und absolut inakzeptabel“, sagte hingegen der japanische Regierungschef Fumio Kishida im Parlament.

Zwei Tage zuvor hatte dieser bei einem Besuch in Neu Delhi versucht hatte, Indiens Regierung zu einer Verurteilung des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine zu bewegen. Die Regierung in Tokio hatte sich zuvor den westlichen Sanktionen gegen Russland angeschlossen. Bei dem Streit zwischen Russland und Japan geht es um vier kleine Inseln im Kurilen-Archipel. Die sowjetische Armee hatte die Inseln in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges eingenommen. Japan verlangt die Rückgabe der Inseln.

Update vom 21. März, 20.58 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angekündigt, über jeden möglichen „Kompromiss“ bei den Verhandlungen mit Russland sein Volk entscheiden zu lassen. Die Inhalte eines möglichen Abkommens könnten „historische“ Veränderungen bedeuten, sagte der Staatschef in einem am Montagabend veröffentlichten Interview mit der Nachrichten-Website Suspilne. Entschieden werde darüber von ukrainischer Seite am Ende in einem Referendum.

Außerdem werde sich die Ukraine nicht auf „russische Ultimaten“ zur Beendigung des Krieges einlassen. „Die Ukraine kann kein russisches Ultimatum akzeptieren“, sagte Selenskyj. Ziel Russlands sei es, die Ukraine zu „zerstören“. Moskau wolle unter anderem die „Übergabe“ der Städte Mariupol, Charkiw und Kiew durch die Ukraine erreichen, sagte Selenskyj. Dem könnten aber „weder die Menschen in Charkiw noch die in Mariupol oder Kiew noch ich, der Präsident“, nachkommen.

Ukraine-Krieg: Selenskyj richtet sich an Russland - „Was wollt ihr? Uns alle vernichten“

Selenskyj zufolge versucht die russische Regierung, der ukrainischen Seite ihre Forderungen zu diktieren. Die russische Delegation verfolge dabei den Ansatz: „Wir stellen ein Ultimatum, hier sind die Punkte, Sie erfüllen Sie alle und dann beenden wir den Krieg“, sagte Selenskyj. Auf diese Weise werde Moskau jedoch keine Ergebnisse erzielen.

Die Bevölkerung der Ukraine sei angesichts des russischen Angriffskriegs „geeint“, betonte Selenskyj. Dies sei auch sichtbar in Städten wie Melitopol und Berdjansk, die bereits von Russland besetzt seien. Wo russische Soldaten ihre Flagge hissten, „nehmen sie die Leute herunter“, sagte der Präsident. An die Adresse Russlands gerichtet sagte Selenskyj: „Was wollt ihr? Uns alle vernichten.“ Die Ultimaten Moskaus würden nur Wirklichkeit werden, „wenn wir nicht mehr sind“.

Update vom 21. März, 16.47 Uhr: „Ich glaube nicht, dass es jemals ein anderes Leben gab“ schreibt eine Bewohnerin Mariupols in einem Facebook-Eintrag, den focus.de auf deutsch übersetzt hat. Die Frau berichtet von ihrem Leben in der eingekesselten Stadt Mariupol, wie sie durch eine menschenleere Stadt mit ihrem Hund Gassi geht - und niemanden auf der Straße sieht, als Leichen, für die es keine Beerdigungen mehr gebe.

Ein Blick auf ein durch Beschuss beschädigtes Wohnhaus in der umkämpften Stadt Mariupol am 20.03.2022.
Ein Blick auf ein durch Beschuss beschädigtes Wohnhaus in der umkämpften Stadt Mariupol am 20.03.2022. © Mikhail Tereshchenko/Imago

„Unser Haus in der Mira-Avenue ist das einzige ohne direkte Treffer. Der ganze Hof ist bedeckt mit Asche-Schichten, Glasscherben, Plastik und Metallteilen. Ich versuche, nicht das metallische Ding anzuschauen, das auf den Spielplatz geflogen ist. Ich glaube, dass es eine Rakete ist oder eine Landmine“, schreibt sie. Ohne Strom, Wasser und Nahrung sei es immer schwieriger für die zurückgebliebenen Menschen, in den Kellern zu überleben. Der Keller „sei wie eine Kerze in unserem Schutzraum. Sie auszupusten ist so einfach. Irgendeine Vibration oder Brise und die Dunkelheit wird eintreten. Ich versuche, nicht zu weinen, aber es gelingt nicht.“ Jeder in der Stadt würde darauf warten, in den nächsten Tagen sterben zu müssen.

Ukraine-Krieg: Russland verbietet Facebook und Instagram

Update vom 21. März, 15.36 Uhr: Facebook und Instagram sind nun in Russland verboten. Am Montag verkündete ein Moskauer Gericht diese Entscheidung und warf den sozialen Netzwerken dabei „extremistische Handlungen“ gegen „Russlands Streitkräfte“ vor. Seit dem Ukraine-Krieg hat Russland freie Meinungsäußerung und den Zugang zu Informationen weitestgehend eingeschränkt.

Ukraine-Krieg: Verhandlungen der Delegationen aus Russland und der Ukraine gehen am Montag weiter

Anderthalb Stunden dauerten am Montagmorgen Verhandlungen zwischen Vertretern der Ukraine und Vertretern Russlands. Das sagte der Fraktionsvorsitzende der ukrainischen Präsidentenpartei Sluha Narodu (Diener des Volkes), David Arachamija. Danach seien die Beratungen auf Ebene der Arbeitsgruppen weitergegangen. „Heute arbeiten wir den ganzen Tag über“, sagte Arachamija. Zu Inhalten äußerte sich der Politiker zunächst nicht.

Das fordern beide Länder in den Verhandlungen:

Ukraine-Krieg: David Beckham überlasst Instagram-Account an Kinderärztin aus Charkiw (Ukraine)

Update vom 21. März, 13.16 Uhr: Der ehemalige Fußballstar David Beckham überließ am Sonntag seinen Instagram-Account der ukrainischen Kinderärztin und Chefin einer Geburtenklinik in Charkiw. „Am ersten Tag des Krieges haben wir drei Stunden damit verbracht, alle schwangeren Frauen in den Keller zu evakuieren, es war schrecklich“, erzählt Iryna. „Leider mussten wir die Babys, die auf der Intensivstation liegen, in den oberen Stockwerken lassen.“ In den ersten Tagen des Ukraine-Kriegs hätten sie und ihre Kollegen erst lernen müssen, wie man trotz der Bombenangriffe arbeiten könne. Inzwischen sei sie Tag und Nacht im Krankenhaus und sei auch für Logistik und emotionale Unterstützung zuständig.

Charkiw
Beschädigte Fahrzeuge und Gebäude im Stadtzentrum von Charkiw. © Pavel Dorogoy/AP/dpa

Mykhailo sei am zweiten Kriegstag geboren worden, mit starken Atemproblemen. Inzwischen gehe es ihm besser. Doch seine Mutter sei immer noch mit ihm im Keller des Krankenhauses, weil ihre Wohnung zuerstört sei. Gemeinsam bitten Beckham und die Ärztin um Spenden an das Kinderhilfswerk UNICEF, das unter anderem bereits Beatmungsgeräte für die Kinder im Keller des Krankenhauses geliefert habe. „Wir riskieren hier wahrscheinlich jeden Tag unser Leben“, sagt die Ärztin. „Aber wir denken nicht darüber nach. Wir lieben unseren Job“. Am Montag hatte die Ukraine mitgeteilt, dass mindestens 115 Kinder bereits im Ukraine-Krieg ihr Leben verloren hatten, und mehr als 140 Kinder verletzt worden seien. Diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Ukraine-Krieg: Wolodymyr Selenskyj wendet sich mit eindringlichem Appell an die Deutschen

Update vom 21. März, 10.35 Uhr: Mitten im Ukraine-Krieg wendet sich Präsident Wolodymyr Selenskyj mit eindringlichen Worten an das deutsche Volk, wie Kyiv Independent im sozialen Netzwerk Twitter schreibt. „Wir haben eurer Politiker gewarnt, dass es gefährlich ist, wenn Moskau entscheidet, ob Sie Gas haben und wie viel es kostet. Wir haben gesagt, dass Sanktionen nötig sind, um diesen Krieg von Anfang an zu verhindern“, sagte Selenskyj demnach.

Und dann warnte er: „Und wenn russische Raketen 20 Kilometer von der NATO-Grenze einschlagen, wenn Russland direkt auf unsere Atomkraftwerke feuert, dann muss endlich jedem Einzelnen klar werden, dass man der Ukraine zuhören muss.“ Seinen Appell beendet er mit den eindringlichen Worten: „Sie müssen uns unterstützen, weil Ihr Leben auch davon abhängt. Zahlen Sie nicht in die russische Militärmaschinerie ein, keinen einzelnen Euro für die Besatzer. Schließen Sie all Ihre Häfen für Sie, kaufen Sie keine Produkte, geben Sie russische Energiequellen auf. Zwingen Sie Russland, die Ukraine zu verlassen.“

Ukraine-Krieg: Bereits 225.357 Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland registiert

Update vom 21. März, 10.12 Uhr: Immer mehr Menschen kommen durch den Ukraine-Krieg nach Deutschland. Die Bundespolizei registrierte bis Montag insgesamt 225.357 Neuankommende, wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums mitteilte. Da Menschen aus der Ukraine ohne Visum nach Deutschland kommen und es derzeit kaum Grenzkontrollen gibt, sind wohl bereits deutlich mehr Menschen eingereist. Einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge rechnet die Bundesregierung damit, dass mehr als eine Million Flüchtlinge aus der Ukraine nach Deutschland kommen werden.

Ukraine-Krieg: Sechs Menschen sterben bei Angriff in Kiew - Selenskyj-Berater dennoch optimistisch

Update vom 21. März, 09.51 Uhr: Mindestens sechs Menschen sind bei einem Angriff auf ein Einkaufszentrum in der ukrainischen Hauptstadt Kiew am späten Sonntagabend ums Leben gekommen. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hatte zunächst von einem Toten gesprochen (siehe Update vom 20. März, 23.45 Uhr).


Bilder des durch die russischen Luftangriffe beschädigten Einkaufszentrums im Bezirk Podilskyi in Kiew.
Bilder des durch die russischen Luftangriffe beschädigten Einkaufszentrums im Bezirk Podilskyi in Kiew. © IMAGO/Daniel Ceng Shou-Yi/dpa

Ein AFP-Journalist berichtete, dass vor dem Einkaufszentrum Retroville im Nordwesten Kiews am Montagmorgen sechs Leichen lagen. Das zehnstöckige Gebäude war am späten Sonntagabend von einer gewaltigen Explosion erschüttert worden. Der gesamte südliche Teil des Einkaufszentrums und Autos auf seinem Parkplatz wurden zerstört, wie der AFP-Reporter berichtete. Im Boden klaffte ein mehrere Meter großer Krater. Die verkohlten Überreste des Gebäudes qualmten am Morgen immer noch. Feuerwehrleute und Soldaten suchten in den Trümmern nach weiteren Opfern.

Im ZDF-Morgenmagazin sagte ein Sicherheitsberater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, dass im Ukraine-Krieg Kiew trotz allem für Russland nicht einzunehmen sei. „Im Großen und Ganzen scheitert Russland in Kiew. Sie versuchen die Hauptstadt weiter einzukreisen, aber es gelingt ihnen nicht“, sagte er.

Ukraine-Krieg: Schichtwechsel in der Atomruine von Tschernobyl

Update vom 21. März, 09.26 Uhr: Schichtwechsel in der Atomruine von Tschernobyl: Fast vier Wochen, nachdem die Anlage von Russland eingenommen wurde, konnte die Hälfte des Personals nach Hause gehen. Das bestätigte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am Montagmorgen. Laut ukrainischer Atomaufsicht seien die Angestellten durch andere ukrainische Mitarbeiter ersetzt worden. Seit die Atomruine am 24. Februar unter Russlands Kontrolle kam, hatten die Angestellten am Stück und ohne Ablösung gearbeitet, was Sicherheitsbedenken hervorgerufen hatte.

Ein Schutzbau bedeckt den explodierten Reaktor im Kernkraftwerk Tschernobyl. (Archivbild)
Ein Schutzbau bedeckt den explodierten Reaktor im Kernkraftwerk Tschernobyl. (Archivbild) © Efrem Lukatsky/dpa

Ukraine-Krieg: Selenskyj bedankt sich bei Mila Kunis und Ashton Kutcher in einem Videotelefonat

Update vom 21. März, 8.20 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich bei Mila Kunis (38) und ihrem Mann Ashton Kutcher (44) für ihre Unterstützung bedankt. „Beeindruckt von ihrer Entschlossenheit. Sie inspirieren die Welt“, schrieb der 44-Jährige am Sonntag (Ortszeit) bei Twitter. Dazu postete Selenskyj ein Foto, das ein Videotelefonat mit ihm und dem Schauspielerpaar zeigt.

Ashton Kutcher & Mila Kunis
Ashton Kutcher und Mila Kunis unterstützen die Kriegsopfer. © Michael Nelson/epa/dpa

Kunis und Kutcher hatten Anfang März zu Spenden für humanitäre Hilfe für die Ukraine aufgerufen. Ziel ihrer Spendenaktion waren 30 Millionen US-Dollar, laut Selenskyj wurden rund 35 Millionen US-Dollar gesammelt. Der Präsident würdigte das Engagement der Schauspieler: Sie seien unter den ersten gewesen, „die auf unsere Trauer reagierten“, schrieb Selenskyj. Kunis wurde in der Ukraine geboren und kam 1991 mit ihrer Familie in die USA. Die russische Invasion in die Ukraine bezeichnete die Schauspielerin als „ungerechten Angriff auf die Menschlichkeit“.

Ukraine-Krieg-News: Griechischer Konsul vergleicht Mariupol mit Stalingrad

Update vom 21. März, 8 Uhr: Einer der letzten europäischen Diplomaten hat die belagerte ukrainische Hafenstadt Mariupol verlassen. Nach seiner Rückkehr in Athen sagte der griechische Konsul Manolis Androulakis am Sonntag: „Mariupol wird in eine Liste von Städten in der Welt aufgenommen werden, die durch den Krieg völlig zerstört wurden, wie Guernica, Stalingrad, Grosny, Aleppo.“ Er rief die Menschen dazu auf, „ihre Stimmen zu vereinen, um einen Waffenstillstand zu fordern“.

In Griechenland wird Androulakis als Held gefeiert, weil er bis zuletzt erfolgreich die Ausreise zahlreicher griechischer Bürger aus der Stadt organisiert hatte. In der Ukraine gibt es seit dem 18. Jahrhundert eine große griechische Minderheit. „Wir haben versucht, so viele Auswanderer wie möglich zu retten“, sagte Androulakis.

Er schilderte schlimme Szenen aus der Hafenstadt, wo er nach russischen Angriffen auf den Straßen verstreute menschliche Gliedmaßen gesehen hatte. Die Zivilisten würden „blind“ getroffen und seien „hilflos“, sagte er. Androulakis betonte: „Helden sind die Menschen, die dort geblieben sind und versuchen werden, ihr Leben von Grund auf neu aufzubauen“.

Ukraine-Krieg: Mehrere Explosionen in Kiew – Selenskyj lehnt Putins Ultimatum für Mariupol ab

Update vom 21. März, 7 Uhr: Die russische Luftwaffe hat nach Erkenntnissen ukrainischer Militärs nach anfänglichen Verlusten ihre Strategie bei Angriffen geändert. „In 25 Tagen haben die russischen Besatzer schwere Verluste zu Lande und auch in der Luft erlitten - 96 Flugzeuge, 118 Hubschrauber und Dutzende Marschflugkörper und Drohnen“, sagte der ukrainische Luftwaffensprecher Juri Ignat nach Angaben der Ukrajinska Prawda am Sonntagabend. Angesichts dieser Verluste sei seit zwei Tagen eine neue Strategie der Russen erkennbar, die verstärkt mit Aufklärungsdrohnen die Ergebnisse von Raketenangriffen kontrollierten. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update vom 21. März, 5.02 Uhr: Die Ukraine hat ein Ultimatum zur Übergabe der belagerten Hafenstadt Mariupol (siehe Update vom 20. März, 22.29 Uhr) an die russischen Streitkräfte abgelehnt. „Es kann keine Rede davon sein, Waffen abzugeben. Wir haben die russische Seite bereits darüber informiert“, sagte Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk der Zeitung Ukrainska Pravda in der Nacht zum Montag (21. März). Sie bezeichnete die russische Ankündigung als „bewusste Manipulation“ und „echte Geiselnahme“.

Ukraine-Krieg-News: Klitschko informiert in Telegram über Explosionen in Kiew

Update vom 20. März, 23.45 Uhr:  Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist am späten Sonntagabend von mehreren Explosionen erschüttert worden (siehe Update um 22.42 Uhr). Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko wurden dabei mehrere Wohnhäuser im Stadtteil Podil im Westen der Metropole beschädigt und in Brand gesetzt. Auch ein Einkaufszentrum sei getroffen worden. „Rettungsmannschaften und Sanitäter sind bereits vor Ort“, teilte Klitschko auf Telegram mit. Nach ersten Erkenntnissen wurde bei dem Angriff mindestens ein Mensch getötet. „Wir warten auf genauere Informationen.“

Soldaten und Polizisten untersuchen die Folgen einer Rakete, die am 20. März in der Nähe eines Wohngebäudes im Kiewer Stadtteil Bilytschi eingeschlagen ist.
Soldaten und Polizisten untersuchen die Folgen einer Rakete, die am 20. März in der Nähe eines Wohngebäudes im Kiewer Stadtteil Bilytschi eingeschlagen ist. © Matthew Hatcher/Imago

Update vom 20. März, 17.02 Uhr: Die Ukraine befürchtet, bald womöglich auch von Nachbarland Belarus angegriffen zu werden (siehe vorheriges Update). Nun kann sich auch der ukrainische Generalstab das aktive Eingreifen von Belarus in den Krieg vorstellen. Es seien Anzeichen der Vorbereitung belarussischer Streitkräfte auf eine direkte Invasion der Ukraine registriert worden, heißt es in einer Mitteilung auf Facebook.

Update vom 20. März, 14.50 Uhr: Könnte die Ukraine schon bald auch aus Belarus angegriffen werden? Genau das befürchtet nun offenbar das Militär. Währenddessen sollen Bahnmitarbeiter aus Belarus die Schienenverbindungen zwischen Belarus und der Ukraine unterbrochen haben.

Der Vorsitzende der ukrainischen Eisenbahnen, Olexander Kamyschin, dankte am Samstag den Kollegen in Belarus für die nicht näher beschriebene Aktion. „Mit dem heutigen Tag kann ich sagen, dass es keinen Bahnverkehr zwischen Belarus und der Ukraine gibt“, wurde er von der Agentur Unian zitiert. Das würde bedeuten, dass russische Truppen in der Ukraine über diese Strecken weder Verstärkungen noch Nachschub erhalten.

Obwohl russische Truppen aus Belarus in die Ukraine eingefallen sind, hat der autoritäre belarussische Präsident Alexander Lukaschenko, der als Protegé des Kremlchefs Wladimir Putin gilt, bisher eine direkte Beteiligung seiner Truppen am Krieg im Nachbarland abgelehnt. Doch könnte sich genau das schon bald ändern? Wie nun ntv unter Berufung auf das Präsidialamt des Militärs berichtet, soll ein Angriff auf die westliche Region Wolyn von Belarus aus befürchtet werden. Diese Wahrscheinlichkeit sei demnach „sehr hoch“. Wie der TV-Sender weiter berichtet, soll jedoch unklar sein, ob der Angriff durch russische Truppen oder durch belarussische Truppen erwartet werden müsste. Wie ntv unter Berufung auf Medienberichte weiter erklärt, soll Belarus an der Grenze Truppen zusammenziehen.

Ukraine-Krieg: Verteidigungsminister der USA äußert sich zu langsamem Vorgehen russischer Truppen

Update vom 20. März, 13.50 Uhr: Auch am Sonntag gehen die Gefechte in der Ukraine weiter, darunter auch um die nordukrainische Stadt Tschernihiw. „Tschernihiw wird verteidigt“, teilte die ukrainische Armee am Sonntag mit. Die Stadt nahe der Grenze zu Belarus werde beschossen. Es gebe keinen Strom und keine Heizung mehr. Viele Einwohner seien ohne Gas.

Dagegen sei die Nacht rund um die Hauptstadt Kiew vergleichsweise ruhig verlaufen. Der „Feind“ errichte Befestigungsanlagen. Es habe aber Kämpfe um den Ort Butscha nordwestlich von Kiew gegeben, ebenso um Hostomel und Worsel. Seit mehr als einer Woche dauert dem Militär zufolge auch der Beschuss auf Vororte der Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine an. Alle Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Der langsame Vorstoß der russischen Truppen sei auf eine Reihe von Fehltritten zurückzuführen, bewertet Lloyd Austin, Verteidigungsminister der USA, die aktuelle Lage im Gespräch mit CNN. Demnach seien russische Truppen davon ausgegangen, die Ukraine viel schneller zu besetzen. Schuld daran sei es unter anderem, dass die Truppen mit logistischen Problemen zu kämpfen hätten. Auch die Truppenmoral sei angesichts des großen Widerstands in der Ukraine gesunken.

Ukraine-Krieg: Humanitäre Korridore in mehreren Städten eingerichtet

Update vom 20. März, 11.30 Uhr: In den umkämpften Städten der Ukraine sind am Sonntag sieben humanitäre Korridore für flüchtende Zivilisten eingerichtet worden. Über die Wege sollten auch Hilfsgüter in die Städte gebracht werden, teilte die ukrainische Vize-Regierungschefin Irina Wereschtschuk in Kiew mit. Angelegt seien die Korridore in den Gebieten um die Hauptstadt Kiew und Charkiw sowie aus der besonders schwer von Kämpfen betroffenen Hafenstadt Mariupol in Richtung der Stadt Saporischschja.

Für die Menschen stünden Busse bereit, sagte Wereschtschuk. Verlassen werden könne Mariupol auch mit dem Auto. Organisiert werden sollten zudem Transportmöglichkeiten für Menschen, die sich bereits zu Fuß auf den Weg gemacht hätten. Die Fluchtrouten und Wege für die Hilfslieferungen werden für jeden Tag neu angekündigt.

Im Gebiet Kiew sollten einzelne Dörfer evakuiert und die Menschen in die Großstadt Browary gebracht werden, wo Busse für den Weitertransport warteten, sagte Wereschtschuk. Aus Charkiw, der zweitgrößten Stadt des Landes, sollten humanitäre Hilfsgüter wie Lebensmittel und Medikamente in Ortschaften in der Nähe gebracht werden, um den Menschen zu helfen.

Ukraine-Krieg: Weitere bedrückende Selenskyj-Ansprache - „Leichen russischer Soldaten praktisch überhäuft“

Ursprungsmeldung: Kiew - Der Krieg in der Ukraine tobt weiter, auch in der Nacht zum Sonntag, 20. März 2022, wurden zahlreiche zivile Opfer gemeldet. In der Hafenstadt Mariupol wurde eine Kunstschule mit rund 400 Schutzsuchenden bombardiert. Menschen sollen aus der hart umkämpften Stadt verschleppt worden sein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich in der Nacht zum Sonntag.

Ukraine-Krieg: Präsident Selenskyj spricht mit eindringlichen Worten über „Leichen russischer Soldaten“

Mit drastischen Worten über schwere russische Kriegsverluste hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Videobotschaft an die Bevölkerung Russland gerichtet. „An den Brennpunkten besonders schwerer Kämpfe sind unsere vordersten Abwehrlinien mit Leichen russischer Soldaten praktisch überhäuft“, sagte Selenskyj in der Nacht zum Sonntag.

„Und diese Leichen, diese Körper werden von niemandem geborgen“, fuhr er fort. „Und über sie jagen sie neue Einheiten hinweg, irgendwelche Reserven, die die russischen Befehlshaber irgendwo sammeln.“ Er könne verstehen, dass Russland über schier endlose Reserven an Soldaten und Militärgerät verfüge. „Aber ich möchte von den Bürgern Russlands wissen: Was hat man mit Ihnen in diesen Jahren getan, dass Sie Ihre Verluste nicht bemerkt haben?“. Bisher seien bereits über 14.000 russische Soldaten getötet worden. „Das sind 14.000 Mütter, 14.000 Väter, Ehefrauen, Kinder, Verwandte, Freunde - und Ihnen fällt das nicht auf?“

Die ukrainische Darstellung zu den getöteten russischen Soldaten lässt sich nicht unabhängig überprüfen - ebenso wenig wie jene zu den eigenen militärischen Verlusten, die die Staatsführung vor rund einer Woche auf etwa 1300 Soldaten bezifferte. Die russische Seite hat bislang offiziell nur knapp 500 Gefallene in den Reihen der eigenen Armee bestätigt.

Russland setzt in Ukraine-Krieg wieder Hyperschall-Rakete ein

Die Kämpfe in der Ukraine gehen währenddessen weiter. Das russische Militär hat abermals die Hyperschall-Rakete „Kinschal“ (Dolch) eingesetzt und damit nach eigenen Angaben ein Treibstofflager im Süden der Ukraine getroffen. Der Militärstützpunkt im Gebiet Mykolajiw sei aus dem Luftraum über der von Russland annektierten Halbinsel Krim angegriffen worden, sagte Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, am Sonntag in Moskau. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Die Hyperschall-Rakete war am Samstag bereits eingesetzt worden. Das hatte Russland selbst berichtet. Bisher kamen die Waffen vor allem bei Manövern zum Einsatz. Die „Kinschal“-Raketen können nach Angaben aus Moskau bis zu zehnfache Schallgeschwindigkeit erreichen.

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