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Ukraine-Krieg: Gebiet Luhansk weiter unter schwerem russischen Beschuss – Artillerie und Mehrfachraketenwerfer

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Von: Momir Takac, Patrick Mayer, Bettina Menzel

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Syrien will die Volksrepubliken Donezk und Luhansk anerkennen. Deutschland macht indes einen Vorschlag zur Nato-Ostflanke - dieser stößt teilweise auf Kritik. Der News-Ticker.

Update vom 16. Juni, 22.17 Uhr: In ihrem Abwehrkampf gegen Russland sieht die Ukraine auch die wichtige russische Brücke auf der Halbinsel Krim als militärisches Ziel. Als eine Art Drohgebärde veröffentlichte der ukrainische Militärgeheimdienst am Donnerstag eine angebliche offizielle russische Baubeschreibung der Brücke mit Details der Konstruktion. Die Echtheit des knapp 300 Seiten langen Dokuments war nicht zu überprüfen.

Tags zuvor hatte der ukrainische General Dmytro Martschenko gesagt, wenn die Ukraine die dafür notwendigen Waffen erhalte, sei die Zerstörung der Brücke „Ziel Nummer Eins“. Schließlich rolle der russische Nachschub über die Brücke auf die Krim und von dort weiter in den Süden der Ukraine. Die mit Milliardenaufwand gebaute, 18 Kilometer Brücke über die Meerenge von Kertsch verbindet seit 2018 das russische Festland und die vier Jahre zuvor annektierte Halbinsel.

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23. Dezember 2019, Russland, Kertsch: Ein Zug mit dem russischen Präsidenten Putin an Bord fährt über die neue Brücke, die die Krim mit dem russischen Festland verbindet. Mit der Zugfahrt auf Russlands längster Brücke gab Putin 2019 den Bahnverkehr zur Schwarzmeer-Halbinsel Krim frei. © Sergei Malgavko/TASS/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Update vom 16. Juni, 21.46 Uhr: Die ukrainischen Truppen im Osten des Landes liegen nach Angaben ihres Generalstabs weiter unter schwerem russischen Feuer, mit Artillerie und Mehrfachraketenwerfern. In seinem Bericht für Donnerstagabend nannte das Militär vor allem die seit Tagen umkämpften Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk und deren Umgebung. An zwei anderen Stellen der Front sei es dagegen gelungen, ein Vorrücken des Feindes abzuwehren.

Die Angaben waren zunächst nicht überprüfbar. Mit der Eroberung von Sjewjerodonezk und Lyssytschansk würde Russland das gesamte ukrainische Gebiet Luhansk unter Kontrolle bringen. Dies ist eines der russischen Kriegsziele. Im Gebiet Charkiw hinderten die russischen Truppen mit Artilleriefeuer die Ukrainer daran, dichter auf die Grenze zwischen beiden Ländern vorzurücken, hieß es in dem Bericht. An südlicheren Frontabschnitten bei der Stadt Donezk und bei Saporischschja gebe es russische Entlastungsangriffe, um ukrainische Truppen dort zu binden.

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Lyssytschansk: Rettungskräfte und Anwohner holen am Donnerstag (16. Juni) nach einem russischen Luftangriff eine Leiche aus den Trümmern eines Gebäudes. © Efrem Lukatsky/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ukraine-Konflikt: Belarus hat offenbar Zeitrahmen für militärische Übungen verlängert

Update vom 16. Juni, 21.19 Uhr: Belarus soll den Zeitrahmen für militärische Übungen verlängert haben. Mindestens bis zum 25. Juni haben die belarussischen Streitkräfte offenbar ihre Militärübungen geplant, berichtete das Überwachungsprojekt Belarussian Gayun auf Telegram unter Berufung auf einen Übungsplan auf belarussischen Militärübungsplätzen. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht von unabhängiger Seite verifizieren. Bislang war vorgesehen, die Übungen Ende Mai einzustellen.

Ukraine-Konflikt: Ukrainische Artillerie der russischen wohl klar unterlegen

Update vom 16. Juni, 20.05 Uhr: Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace sagte am Donnerstag in einem Interview mit dem TV-Sender Sky News, dass die ukrainische Artillerie der russischen 20 zu eins unterlegen sei. Großbritannien hatte zuvor bekanntgegeben, 20 155-Millimeter-M109-Haubitzen an die Ukraine zu liefern.

Ukraine-Konflikt: Deutschlands Vorschlag zur Nato-Ostflanke stößt teilweise auf Kritik

Update vom 16. Juni, 17.46 Uhr: Zur Abschreckung Russlands will die Nato noch mehr Truppen in die östlichen Mitgliedsländer verlegen. Ein von Deutschland vorgeschlagenes Konzept zur Stärkung der sogenannten Nato-Ostflanke stieß am Donnerstag beim Verteidigungsministertreffen in Brüssel allerdings teilweise auf Kritik.

Die Bundeswehr könnte demnach in Litauen mit etwa 1500 Soldaten die Führung einer „Kampfbrigade“ übernehmen, die aber nicht ständig präsent ist, sondern im Rotationsprinzip Übungen vor Ort absolviert. Der Großteil der Verstärkung soll dem deutschen Vorschlag zufolge in den Heimatländern vorgehalten werden.

Die Baltenstaaten kritisieren den Vorschlag und dringen auf eine stärkere Unterstützung. Mindestens 80 Prozent der zusätzlichen Truppenteile müssten im Baltikum stationiert werden. „Wir brauchen kampffähige Kräfte vor Ort“, betonte etwa der lettische Verteidigungsminister Artis Pabriks . „Dann wäre der Vorschlag völlig akzeptabel für uns.“

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Der Verteidigungsminister von Lettland, Artis Pabriks, mit der heutigen Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen (Archivbild, 2019). © Florian Gaertner/photothek.net / Imago

Ukraine-Konflikt: Russischer Luftschlag tötet mindestens drei Menschen in Lyssytschansk

Update vom 16. Juni, 15.01 Uhr: Russische Truppen griffen am Donnerstag ein Wohnhaus an, in dem sich Zivilisten versteckt hielten, berichtete der Gouverneur des Gebiets Lugansk, Serhij Haidai. Dabei seien mindestens drei Menschen getötet und sieben verwundet worden. Die Trümmer würden nun beseitigt. Nach Angaben des Gouverneurs hat Russland bereits fast 11.300 Häuser im Gebiet Luhansk zerstört oder beschädigt, darunter 3.188 Hochhäuser. Die Angaben ließen sich von unabhängiger Seite zunächst nicht verifizieren.

Ukraine-Konflikt: Syrien will Volksrepubliken Donezk und Lugansk offiziell anerkennen

Update vom 16. Juni, 12.20 Uhr: Der syrische Präsident Baschar al-Assad will offenbar die Volksrepubliken Donezk (DVR) und Lugansk (LVR) offiziell anerkennen. Das teilte eine Delegation der Volksrepublik Donezk, die sich in Syrien befindet, über den Telegram-Kanal des DVR-Informationsministeriums mit. Das berichtet die Russische Agentur für internationale Informationen RIA.

In der Mitteilung heißt es, dass al-Assad der Delegation der DVR zur Befreiung des größten Teils der Republik gratuliere. Er werde das syrische Außenministerium anweisen, das Verfahren zur offiziellen Anerkennung der DVR und der LVR einzuleiten. Der syrische Außenminister Faisal al-Miqdad versicherte demnach, dass sie das Verfahren unverzüglich einleiten würden.

Russland hat die beiden Volkrepubliken am 21. Februar 2022 anerkannt, nur wenige Tage vor Beginn des Ukraine-Konflikts.

Enge Vertraute: Wladimir Putin mit dem syrischen  Präsidenten Bashar al-Assad.
Enge Vertraute: Wladimir Putin mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. (Archivfoto) © Alexei Druzhinin/picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin (Archivfoto)

Ukraine-Konflikt: Schwere Kämpfen im Osten des Landes gehen weiter

Update vom 16. Juni, 10.10 Uhr: In der Ostukraine liefern sich ukrainische und russische Truppen weiter schwere Kämpfe in den Gebieten Luhansk und Donezk. In Richtung der Stadt Bachmut gebe es russische Angriffe „zur Verbesserung der taktischen Lage“, teilte der ukrainische Generalstab am Donnerstag bei Facebook mit. Unter Artilleriebeschuss stünden die Orte Wessele, Soledar, Berestowe und Wowtschojariwka. Schwere Kämpfe gebe es auch bei der Separatistenhochburg Donezk. Auch in Richtung von Slowjansk gebe es Angriffsbemühungen der Russen.

Im benachbarten Luhansker Gebiet sei weiter die Stadt Sjewjerodonezk besonders hart umkämpft. Ein Teil der Industriestadt stehe dabei weiter unter ukrainischer Kontrolle. Artilleriebeschuss gebe es auch an Frontabschnitten in den Gebieten Charkiw, Saporischschja, Cherson und Mykolajiw.

Ukraine-Konflikt: Offenbar zwei Ex-US-Soldaten von russischen Truppen gefangengenommen

Update vom 16. Juni, 7.29 Uhr: Zwei Ex-US-Soldaten sollen im Ukraine-Konflikt in der Nähe der Stadt Charkiw im Osten des Landes verschwunden sein. Das berichtet die Washington Post. In Telefonaten mit Familienangehörigen erfuhr die Zeitung, dass die zwei Männer aus dem Bundesstaat Alabama ihnen am 8. Juni mitteilten, dass sie während einer mehrtägigen Mission nicht erreichbar seien. Seitdem fehlt von ihnen jegliches Lebenszeichen. Die Angehörigen gehen davon aus, dass sie von russischen Streitkräften gefangen genommen wurden.

Sollten die beiden US-Amerikaner tatsächlich gefangengenommen worden sein, könnte das laut der britischen The Telegraph, die zuerst darüber berichtete, zu diplomatischen Verwicklungen führen. Denn der Kreml ist auf der Suche nach Beweisen für eine direkte Verwicklung der USA in den Ukraine-Krieg. Zudem könnte der russische Präsident Wladimir Putin für ihre Freilassung wesentliche Zugeständnisse verlangen.

Ukrainische Soldaten im Einsatz in der Nähe von Charkiw
Ukrainische Soldaten feuern Mörsergranaten auf russische Stellungen im Osten der Region Charkiw. (Archivfoto vom 17. Mai 2022) © Bernat Armangue/dpa/picture alliance

Zuvor waren zwei britische und ein marokkanischer Kämpfer im Donbass gefangengenommen worden. Sie wurden vor Gericht gestellt und sollen nun als „Söldner“ hingerichtet werden

Zivilisten im Chemiewerk in Sjewjerodonezk: Evakuierung gescheitert

Update vom 15. Juni, 22.30 Uhr: Russland hat der Ukraine vorgeworfen, die Evakuierung von Zivilisten aus einer Chemiefabrik in der belagerten ostukrainischen Stadt Sjewjerodonezk verhindert zu haben. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte am Mittwoch, Russland habe einen Korridor geschaffen, um Zivilisten aus der Asot-Fabrik zu in Sicherheit zu bringen. Die „Kiewer Behörden“ hätten die „humanitäre Operation“ aber „auf zynische Weise zum Scheitern gebracht“.

Russland hatte am Dienstag einen für zwölf Stunden offenen humanitären Korridor angekündigt. Über ihn sollten im Asot-Werk verschanzte Zivilisten nach russischen Angaben die Möglichkeit erhalten, Sjewjerodonezk in Richtung der von pro-russischen Separatisten kontrollierten Region Luhansk zu verlassen.

Die ukrainischen Kräfte hätten die Feuerpause aber „mehrfach“ gebrochen und die humanitäre Operation missbraucht, um eigene Soldaten in günstigere Stellungen zu verlegen, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Die Behauptungen konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Über Polen eingeflogen: 300 schwerverletzte Ukraine-Soldaten in Deutschland medizinisch versorgt

Update vom 15. Juni, 19.15 Uhr: Laut einem Bericht des „heute journal“ hat die deutsche Luftwaffe mit ihrer fliegenden Intensivstation, einer Airbus-Maschine, mittlerweile mehr als 300 schwer verletzte ukrainische Soldaten von der polnischen Ostgrenze zur Behandlung nach Deutschland geflogen.

Das ZDF zeigte Ausschnitte aus einem Interview mit einem verwundeten Soldaten, der in Bochum behandelt wird. „Niemand sollte Krieg erleben, kein Mensch auf der Welt. Es ist besser nicht zu wissen, was Krieg bedeutet“, erklärt der 21-jährige „Sascha“ darin: „Ich wünsche niemandem, diese Erfahrungen machen zu müssen. Aber jeder in der Ukraine hat das jetzt: Krieg. Es ist schwer.“

Niemand sollte Krieg erleben, kein Mensch auf der Welt.

Ukrainischer Soldat „Sascha“ im ZDF

Wohl Terroranschlag auf Selenskyj-Regierung vereitelt: Hunderte Festnahmen laut ukrainischer Polizei

Update vom 15. Juni, 18.50 Uhr: Die ukrainische Polizei hat angeblich einen Terroranschlag auf die Regierung der Ukraine verhindert. Das erklärte der Stellvertretende Innenminister Jewhenij Jenin laut dem Medienprojekt The Kyiv Independent. Er nannte keine Einzelheiten der Operation.

Schon zu Beginn des Russland-Ukraine-Kriegs hatte es immer wieder Gerüchte und Meldungen gegeben, dass die russische Seite Präsident Wolodymyr Selenskyj entführen oder sogar töten wolle. Verifizieren ließ sich das seither nie. Auch die aktuelle Meldung zu einem angeblich geplanten Terroranschlag lässt sich nicht unabhängig überprüfen.

Laut Jenin hat die ukrainische Polizei seit dem 24. Februar über 800 Personen festgenommen, die „Sabotage- und Aufklärungsaktivitäten“ verdächtigt werden.

Präsident der Ukraine: Wolodymyr Selenskyj (Mi.), hier bei einem Besuch der Front Ende Mai.
Präsident der Ukraine: Wolodymyr Selenskyj (Mi.), hier bei einem Besuch der Front Ende Mai. © IMAGO / Xinhua

Region Dnipropetrowsk offenbar beschossen: Russische Truppen greifen angeblich Wohngebiete an

Update vom 15. Juni, 18.25 Uhr: Russische Truppen beschießen offenbar die Region Dnipropetrowsk mit Uragan-Raketenwerfern. Laut Valentyn Reznichenko, dem Gouverneur des Oblast Dnipropetrowsk, traf der Angriff Wohngebiete in den Städten Zelenodolsk und Apostolovo im Bezirk Kryvyi Rih.

Es wurden bislang keine Opfer gemeldet. Die Region um die Großstadt Dnipro (knapp eine Million Einwohner) liegt rund 300 Kilometer westlich des schwer umkämpften Sjewjerodonezk und von der Frontlinie entfernt. Bei den Uragan-Systemen handelt es sich um veraltete Raketenwerfer aus Sowjetzeiten, die erstmals in den 1970er Jahren eingeführt wurden.

Mehrfachraketenwerfer für die Ukraine: Großbritannien kündigt baldige Lieferung an

Update vom 15. Juni, 17.50 Uhr: Großbritannien wird der Ukraine nach eigenen Angaben bald Mehrfachraketenwerfer liefern, um das Land im Verteidigungskampf gegen Russland zu unterstützen. „Ich denke, die Lieferung steht kurz bevor“, sagte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace am Mittwoch in Oslo am Rande eines Treffens der multinationalen Truppe Joint Expeditionary Force (JEF).

Großbritannien hatte bereits am 6. Juni die Lieferung des Mehrfachraketenwerfer-Systems MLRS angekündigt. Mit bis zu 80 Kilometern ist seine Reichweite Militärexperten zufolge etwas größer als die ähnlicher russischer Systeme. Somit könnten die Kiewer Streitkräfte feindliche Artillerie treffen, ohne in deren Reichweite zu geraten.

Die Ukraine, die derzeit einen erbitterten Verteidigungskampf im Donbass im Osten des Landes führt, hat ihre westlichen Verbündeten mehrfach aufgefordert, ihr mehr schwere Waffen zu liefern. Am Dienstag hatte die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin Hanna Maliar gesagt, ihr Land habe bisher nur „rund zehn Prozent“ der eigentlich benötigten Waffen erhalten. Auch Deutschland liefert der Ukraine vier Raketenwerfer Typ MARS II, dem Bundeswehr-Pendant des MLRS.

Schweres Artillerie-Waffensystem der Bundeswehr: der MARS-II-Raketenwerfer.
Schweres Artillerie-Waffensystem der Bundeswehr: der MARS-II-Raketenwerfer. © Sebastian Gollnow/dpa

1000 Menschen aus Donbass evakuiert: Verletzte und Kranke aus der Ostukraine in Sicherheit gebracht

Update vom 15. Juni, 17.20 Uhr: Rund 1000 Menschen wurden mit Sanitätszügen aus dem Donbass evakuiert. Das vermeldet das ukrainische Gesundheitsministerium an diesem Mittwoch.

Demnach hätten sogenannte medizinische Züge, die vom ukrainischen Eisenbahnbetreiber Ukrzaliznytsia mit den „Medecins Sans Frontieres“ gestartet wurden, über 1000 Menschen evakuiert. Darunter seien 690 verletzte und kranke Einwohner des Donbass, heißt es aus Kiew.

Umkämpftes Sjewjerodonezk: Zivilisten werden weiter aus ukrainischer Industriestaat evakuiert

Update vom 15. Juni, 16.50 Uhr: In Sjewjerodonezk wird offenbar trotz anhaltender Kämpfe versucht, Zivilisten aus der Chemiefabrik Azot herauszuholen. Obwohl russische Streitkräfte in die umkämpfte Stadt stürmen, werde die Evakuierung von Zivilisten „in jedem ruhigen Moment“ fortgesetzt, sagte Bürgermeister Oleksandr Stryuk The Kyiv Independant.

Russische Separatisten hatten die Evakuierung zuvor als gescheitert bezeichnet. Weiter nannte Stryuk die humanitäre Lage in Sjewjerodonezk in einer TV-Ansprache „kritisch“. Man wisse nicht, wie viele Zivilisten noch in der heftig umkämpften Stadt eingeschlossen seien.

Ukraine-Krieg: Putin könnte laut hochrangigen europäischen Beamten gezwungen sein, eine Massenmobilisierung anzukündigen

Update vom 15. Juni, 14.25 Uhr: Russland könnte schon in wenigen Monaten dazu gezwungen zu sein, seine Pläne im Ukraine-Krieg zu ändern. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf nicht genannte hochrangige europäische Beamte. Demnach habe Moskau einen Großteil seiner militärischen Kapazität aufgebraucht und sei deshalb gezwungen, neues Personal für seine Kampftruppen zu suchen.

Auch Waffen sollen knapp sein. Wie Bloomberg weiter meldet, soll sich Moskau in Fernost um alte Panzer bemühen. Präsident Wladimir Putin könnte zudem gezwungen sein, eine Massenmobilisierung anzuordnen, um den Kampf fortzusetzen. Vor dieser Möglichkeit schreckte Putin bislang zurück.

Ukraine-Krieg: Evakuierung von Azot-Chemiefabrik laut prorussischen Separatisten gescheitert

Update vom 15. Juni, 13.25 Uhr: Die von Moskau geplante Evakuierung der Chemiefabrik Azot in Sjewjerodonezk ist offenbar gescheitert. Das berichten prorussische Aktivisten. Für das Scheitern machen sie die ukrainische Seite verantwortlich. Soldaten würden mit Panzern und Granatwerfern vom Gelände des Werks schießen, so dass keine Leute in Sicherheit gebracht werden könnten, teilte der Separatistenvertreter Rodion Miroschnik mit.

Im Azot-Werk werden rund 500 Zivilisten vermutet. Russische Separatisten erwarten bis zu 1.200 Menschen darin, dazu rund 2.000 ukrainische Kämpfer.

Russisches Verteidigungsministerium: Depot mit Nato-Waffen zerstört

Update vom 15. Juni, 12.16 Uhr: Russische Truppen haben offenbar ein Waffendepot im Westen der Ukraine zerstört. In dem Lager nahe der Stadt Solotschiw in der Region Lwiw sollen von der Nato gelieferte Waffen deponiert gewesen sein, erklärte das russische Verteidigungsministerium.

Es soll sich hauptsächlich um Panzerhaubitzen vom Typ M777 gehandelt haben, welche die Ukraine von Nato-Ländern geliefert bekommen habe, hieß es weiter.

Ukraine-Krieg: Sjewjerodonezk und Lyssytschansk heftig umkämpft

Update vom 15. Juni, 10.45 Uhr: Die Großstadt Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine sowie andere Gebiete im Donbass sind weiter heftig umkämpft. „Es wird schwieriger, aber unsere Soldaten halten den Feind gleich an drei Seiten auf. Sie schützen Sjewjerodonezk und erlauben keinen Vormarsch nach Lyssytschansk“, schrieb der Gouverneur des Luhansker Gebiets, Serhij Hajdaj, in seinem Telegram-Blog.

Der Gouverneur berichtete, dass russische Streitkräfte Häuser beschießen und das Chemiewerk Azot angreifen. „Der Gegner ist schwächer in den Straßenkämpfen, deshalb eröffnet er das Feuer aus Artillerie, wodurch unsere Häuser zerstört werden“, teilte Hajdaj mit. In Lyssytschansk, das an einem Fluss gegenüber von Sjewjerodonezk liegt, soll es zudem viele Verletzte geben.

Ukraine-News: Briten-Geheimdienst bestätigt Zivilisten in Sjewjerodonezk-Bastion

Erstmeldung vom 15. Juni 2022: Sjewjerodonezk - Britische Geheimdienste gehen davon aus, dass russische Truppen einen Großteil von Sjewjerodonezk inzwischen kontrollieren. Das geht aus der täglichen Lageeinschätzung des britischen Verteidigungsministeriums zum Ukraine-Konflikt hervor.

Um die Stadt im Osten der Ukraine toben seit mehr als einem Monat erbitterte Kämpfe. In dieser Zeit soll es „durch heftigen Beschuss enorme Kollateralschäden“ gegeben haben, heißt es weiter.

Teile der Azot-Chemiefabrik in Sjewjerodonezk brennen.
In der Azot-Chemiefabrik in Sjewjerodonezk sollen sich noch Hunderte Zivilisten befinden. © IMAGO/Viktor Antonyuk

Ukraine-News: Hunderte Zivilisten und ukrainische Soldaten befinden sich laut britischen Geheimdiensten in Azot-Chemiefabrik

Die Geheimdienste rechnen zudem damit, dass die Kampfhandlungen im noch einige Zeit andauern dürften. „Russische Streitkräfte werden wahrscheinlich in und um Azot stationiert sein, während ukrainische Kämpfer im Untergrund überleben können“, schrieb das britische Verteidigungsministerium auf Twitter. Dies hindere russische Truppen daran, Einheiten an anderer Stelle einsetzen zu können. Auch die Nato geht davon aus, dass der Krieg in der Ukraine noch monatelang toben wird.

Das Ministerium bestätigte, dass in der Azot-Chemiefabrik neben ukrainischen Streitkräften auch Hunderte Zivilisten in unterirdischen Bunkern Zuflucht suchen. Am Mittwoch sollen Zivilisten über einen humanitären Korridor das Industriewerk verlassen können.

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