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Ukraine: Russischer Besatzungsbürgermeister bei Partisanen-Anschlag schwer verletzt

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Von: Lukas Zigo

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Ukraine-Krieg - Enerhodar
Auf diesem während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommenen Foto, bewacht ein russischer Soldat einen Bereich des Kernkraftwerks Enerhodar in einem Gebiet unter russischer Militärkontrolle im Südosten der Ukraine. © Uncredited

Während eines Partisanenangriffs ist ein von Russland eingesetzter Bürgermeister durch einen improvisierten Sprengsatz schwer verletzt worden.

Saporischschja – Bei einem Sprengstoffanschlag in der Kleinstadt Enerhodar ist am Sonntag (22.05.2022) der von den russischen Besatzungstruppen eingesetzte Bürgermeister schwer verletzt worden. „Der selbst ernannte Chef der ‚Volksadministration‘ von Enerhodar, Andrij Schewtschik, ist durch eine Explosion am Eingang des Wohnhauses verletzt worden, in dem seine Mutter lebt“, teilte die ukrainische Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja am späten Sonntagabend auf ihrem Telegram-Kanal mit. Dabei handele es sich um einen gezielten Partisanenangriff gegen einen Kollaborateur, heißt es weiter.

Schewtschik liegt Medienberichten zufolge auf der Intensivstation. Bei dem Attentat seien auch seine Leibwächter verletzt worden. Sonst sei niemand zu Schaden gekommen. Laut der ukrainischen Militärverwaltung suchen die russischen Besatzungstruppen nun nach zwei jungen Männern in einem roten Audi. Zudem hätten sie die Checkpoint verstärkt. Eigenen Angaben zufolge hat das russische Ermittlungskomitee am Montag (23.05.2022) ein Strafverfahren „wegen des Verbrechens ukrainischer Nationalisten“ eingeleitet.

Russische Medien: Bürgermeister soll mit „improvisiertem Sprengsatz“ angegriffen worden sein

Sicherheitskreisen zufolge soll die Explosion durch einen „improvisierten Sprengsatz“ ausgelöst worden sein, wie die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti berichtete. In Enerhodar liegt Europas leistungsstärkstes Atomkraftwerk. Bereits Ende Februar, in den ersten Tagen des Ukraine-Krieges, wurde die Kleinstadt im Süden des Gebiets Saporischschja von russischen Truppen besetzt. Als Folge der Gefechte war sogar kurzzeitig ein Feuer auf dem Gelände des Atomkraftwerks ausgebrochen.

Dieses konnte aber wieder gelöscht werden. Die russische Seite versicherte, das Kraftwerk funktioniere „normal und entspricht den nuklearen, radioaktiven und ökologischen Standards“. Schewtschik selbst versicherte hierzu: „Hier ist alles in Ordnung“. Die Gebietshauptstadt Saporischschja selbst ist immer noch unter der Kontrolle der Ukraine. (lz/dpa/afp)

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