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Angebliches Klitschko-Telefonat: Giffey fällt auf „Deep Fake“ rein – „Krieg wird mit allen Mitteln geführt“

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Von: Kathrin Reikowski

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Giffey und echt aussehender Klitschko auf Bildschirm
Franziska Giffey (SPD) hat mit einem angeblichen Vitali Klitschko video-telefoniert. (Archivbild) © Screenshot Staatskanzlei Berlin (Twitter)

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) ist offenbar Opfer eines „Deep Fakes“ geworden. Im Netz muss sie Häme aushalten.

Berlin - Ein Telefonat zwischen Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko, der im Ukraine-Krieg Kontakt zu internationalen Politikern pflegt: Das hatte der Berliner Senat für den Freitagabend (24. Juni) angekündigt. Am Abend hieß es dann jedoch auf dem Twitter-Account: „Zum angekündigten Gespräch mit Bürgermeister Klitschko: Der Verlauf des Gesprächs und die Themensetzung haben auf Berliner Seite ein Misstrauen hervorgerufen. Das Gespräch wurde vorzeitig abgebrochen.“

Franziska Giffey
Franziska Giffey (SPD), Regierende Bürgermeisterin von Berlin, nimmt an einer Pressekonferenz teil. © Michael Kappeler/dpa/Archivbild

„Die erste Viertelstunde war völlig unauffällig“, sagte Senats-Sprecherin Lisa Frerichs anschließend. „Der vermeintliche Herr Klitschko hat gefragt, wie es uns mit den vielen ukrainischen Flüchtlingen geht, wie wir damit umgehen, wie die Zahlen sind, ein ganz normales Gespräch, wie wir es erwartet hatten.“ Das Gespräch per Videokonferenz zum Thema Zusammenarbeit der beiden Städte sei bereits lange vorher verabredet worden.

Ukraine-News: Giffey wird bei Telefonat mit angeblichem Klitschko misstrauisch

Dann seien aber einige Themen angesprochen worden, die Giffey misstrauisch gemacht hätten. „Es ging einmal darum, dass er sich auf ein angebliches Gespräch mit Botschafter (Andrij) Melnyk bezogen und gefragt hat, wie wir das sehen, dass so viele Ukrainerinnen und Ukrainer sich Sozialleistungen in Berlin erschleichen wollten“, sagte Frerichs.

„Und es gab die Bitte, dass wir durch unsere Behörden unterstützen mögen, dass gerade junge Männer in die Ukraine zurückgehen, um dort zu kämpfen.“ Das letzte Thema sei dann noch auffälliger gewesen: „Er hat gefragt, ob wir Kiew beratend unterstützen könnten, eine Art CSD (Christopher Street Day) auszurichten. Das war angesichts des Krieges schon mehr als seltsam.“ Die Verbindung sei dann beendet worden oder abgebrochen.

Senatskanzlei geht von „Deep Fake“ aus: Häme im Netz für Giffeys Mitarbeiter

Die Senatskanzlei geht von einer digitalen Manipulation aus: „Allem Anschein nach haben wir es mit Deep Fake zu tun“, sagte Frerichs. Es habe keinen Hinweis darauf gegeben, nicht mit einer realen Person zu sprechen. „Es saß uns jemand gegenüber, der genau so aussah wie Vitali Klitschko, der sich so bewegt hat.“ Inzwischen sei die Polizei eingeschaltet. „Deep Fakes“ sind anspruchsvolle technische Manipulationen, die oft nur von Fachleuten aufgedeckt werden können.

Im Netz muss die Berliner Stadtregierung Häme aushalten: „Wurde der geplante Gesprächstermin nicht überprüft?“, fragt ein User. Andere halten den Vorfall für typisch Berlin – und sind gespannt, ob die Inhalte des Gesprächs öffentlich gemacht werden. „Vorzeitig, nach 40 Minuten? Das hat keiner vorher gemerkt oder auch mal überprüft?“, will ein anderer Nutzer wissen.

Auf Twitter teilte die Senatskanzlei am Freitag mit, ein Gespräch mit Melnyk, dem ukrainischen Botschafter in Deutschland, habe bestätigt, dass Giffey nicht mit Klitschko verbunden gewesen sei. „Es gehört leider zur Realität, dass der Krieg mit allen Mitteln geführt wird“, wird Giffey in dem Tweet zitiert. „Auch im Netz, um mit digitalen Methoden das Vertrauen zu untergraben und Partner und Verbündete der Ukraine zu diskreditieren.“ (dpa/kat)

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