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Russischer Politiker hält irren Atom-Monolog im TV – samt Drohung an „wohlgenährte deutsche Bürger“

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Von: Stephanie Munk

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Im russischen Staats-TV gab es erneut Atomwaffen-Drohungen gegen Deutschland: Ein Duma-Mitglied warnte Berlin als „Haupt-Entscheidungszentrum“ im Ukraine-Krieg.

Moskau – Russland gerät im Ukraine-Krieg unter Druck: Von einer nahenden Eroberung des Nachbarlandes kann keine Rede mehr sein - vielmehr wird es wahrscheinlicher, dass die Ukraine sich gegen den Angreifer verteidigen kann. Der Militär-Experte Gustav Gressel sagte kürzlich den Münchner Merkur von IPPEN.MEDIA, er glaube, dass die Ukraine diesen Krieg jetzt gewinnen könne.

Fühlen sich die Putin-Anhänger und Ukraine-Hasser in Russland nun in die Ecke gedrängt und werden nervös? Zumindest scheinen die Töne im russischen Staats-TV noch martialischer zu werden. Jüngstes Beispiel: Der Auftritt des russischen Politikers und Ex-Generals Andrej Guruljow in einer bekannten Polittalkshow im russischen Staats-TV.

Live im Russland-TV: Atomschlag-Drohungen gegen Berlin und London

In der Runde wurde nicht das erste Mal mit einem Atomschlag gegen den Westen gedroht - diesmal allerdings besonders drastisch. Julia Davis, Reporterin der US-Nachrichtenseite The Daily Beast, teilte am Montag, 19. September, einen Mitschnitt der Sendung samt Übersetzung auf Twitter.

Drohungen im russischen TV: „Glückliche. durchgefütterte deutsche Bürger“ im Visier

Guruljow, der für Putins Partei im russischen Parlament sitzt, bezog sich in seinem Redebeitrag auf US-Präsident Joe Biden, der Russland kürzlich vor dem Einsatz von Atomwaffen im Ukraine-Krieg warnte. Der russische Abgeordnete dazu: „Wir werden vielleicht Atomwaffen einsetzen, aber definitiv nicht in der Ukraine - wir wollen dort ja noch wohnen.“

Stattdessen solle man beim Thema Atomwaffen lieber an die „glücklichen, wohlgenährten deutschen Bürger“ denken, „deren Hintern bereits anfangen zu frieren wegen des nahenden Winters“. Die Deutschen sollten verstehen: Wenn Russland einen Atomschlag gegen ein Entscheidungszentrum des Westens durchführe - und das Haupt-Entscheidungszentrum sei Berlin - „werden nicht nur ihre Häuser einfrieren, sondern die ganze Nation wird im totalen Chaos versinken.“

Russen-Politiker über Nato-Artikel 5: „Wenn wir Großbritannien und eine Mars-Wüste verwandeln...“

Der Duma-Abgeordnete äußerte sich auch zu einer möglichen Gegenreaktion der Nato, ausgelöst durch den Bündnisfall, der in Artikel 5 des Nato-Vertrags definiert wird. „Wenn wir Großbritannien in eine Mars-Wüste verwandeln innerhalb von drei Minuten - durch taktische Atomwaffen, nicht strategische - können sie Artikel 5 anwenden. Aber für wen noch? Für ein nicht mehr existierendes Land, verwandelt in eine Mars-Wüste?“ Der Rest der Diskussionsrunde schwieg während Guruljows drastischer Ausführungen.

Guruljow betonte außerdem den unbedingten Siegeswillen Russlands. Heute habe er die Frage gehört: „Was ist, wenn wir nicht gewinnen?“, schilderte er: „Das ist keine Option, wir werden gewinnen und überleben, egal, was es koste.“ Jeder Russe habe wahrscheinlich in der Ukraine Freunde und Verwandte, aber es gebe nun keine andere Alternative, „als alles zu zermahlen“.

Berüchtigte Polit-Sendung in Russland - Atomwaffen-Drohungen nicht zum ersten Mal

Der Polit-Talk „Der Sonntagabend mit Wladimir Solowjow“ ist eine der bekanntesten politischen Sendungen in Russland. Moderator und Putin-Freund Solowjow bezeichnete Deutschland darin auch schon als „das ultimative Böse“ und machte keinen Hehl aus seinem Zorn auf Kanzler Olaf Scholz.

Auch Atomschlag-Drohungen gab es in der Sendung seit dem Ukraine-Krieg schon mehrfach. Bereits im Mai veranschaulichte eine Grafik, wie russische Atomwaffen Berlin in 106 Sekunden erreichen könnten. (smu)

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