1. tz
  2. Politik

Doppel-Dämpfer für Putin? 66.000 Ukrainer kehren zurück - Bericht über fliehende Russland-Soldaten

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Patrick Mayer, Bedrettin Bölükbasi, Christoph Gschoßmann, Lucas Maier

Kommentare

Russland muss gleich mehrere Rückschläge im Krieg gegen die Ukraine hinnehmen: Unter anderem kehren viele Ukrainer zum Kämpfen zurück. Der News-Ticker zum Krieg.

Ukraine-Krieg: Putin warnt Westen vor Flugverbotszone für Ukraine

Update vom 5. März, 15.05 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat vor der Durchsetzung einer Flugverbotszone über der Ukraine gewarnt. „Jede Bewegung in diese Richtung wird von uns als Teilnahme des jeweiligen Landes an einem bewaffneten Konflikt betrachtet“, sagte Putin am Samstag bei einem Treffen mit Pilotinnen der Staatsfluggesellschaft Aeroflot. Es spiele dann auch keine Rolle, welcher Organisation diese Länder angehörten.

Die Nato hatte eine entsprechende Forderung der Ukraine bereits zurückgewiesen. Die Alliierten seien sich einig, dass Nato-Flugzeuge nicht im ukrainischen Luftraum operieren sollten, hatte der Generalsekretär des Militärbündnisses, Jens Stoltenberg, am Freitag gesagt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Nato-Staaten zuvor eindringlich aufgefordert zu verhindern, dass Russland weiter Luftangriffe auf sein Land starten könne.

Ukraine-Krieg: Merz gegen Stopp von Gas- und Ölimporten aus Russland

Update vom 5. März, 14.40 Uhr: Die CDU ist derzeit trotz des russischen Krieges in der Ukraine gegen einen Stopp der Gas- und Ölimporte aus Russland. „Wir erwägen im Augenblick eine Verschärfung der Sanktionen Richtung Verzicht unsererseits auf Energielieferungen aus Russland nicht“, sagte CDU-Chef Friedrich Merz am Samstag nach einer Klausur der CDU-Spitze im saarländischen St. Ingbert.

Die CDU sehe das Problem, habe aber die Diskussion darüber noch nicht abgeschlossen. Zugleich betonte Merz, der auch Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag ist: „Aber wir sind offen, wenn sich dieser Krieg fortsetzt, wenn auch die Grausamkeiten an der Zivilbevölkerung sich fortsetzen sollten, dass wir dann auch zu diesem Mittel greifen müssten.“ Man könne den Ausschluss der beiden russischen Filialbanken, die die Zahlung von Rohstofflieferungen abwickelten, aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift erwägen, sagte Merz zu einer möglichen Verschärfung der Finanzsanktionen gegen Moskau. Es gebe dann aber immer noch Möglichkeiten, Einzelüberweisungen an Banken zu machen, die an Swift nicht mehr teilnähmen.

Zurückhaltend äußerte sich Merz auch zu einer Verlängerung der Laufzeiten der verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland, um die Energiesicherheit sicherzustellen. Es sei ein Fehler gewesen, 2011 aus der Kernenergie auszusteigen. Dieser sei aber nicht rückgängig zu machen, sagte er.

Update vom 5. März, 13.54 Uhr: Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die Ukraine zum Einhalten einer Waffenruhe rund um die Hafenstadt Mariupol und die Stadt Wolnowacha aufgerufen. „Wir zählen darauf, dass dieses Abkommen klar umgesetzt wird, unser Militär hat seine Arbeit dazu getan“, sagte Lawrow am Samstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. „Das Wichtigste ist, dass die Menschen durch humanitäre Korridore aus den Städten und Dörfern herauskommen.“

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, der verabredete humanitäre Korridor sei beschossen worden. Schüsse seien zudem von Mariupol aus im Gebiet Donenzk in der Südostukraine auf Stellungen russischer Truppen abgefeuert worden. Zudem sei am Vormittag ein Wohnhaus gesprengt worden, in dem sich bis zu 200 Menschen aufgehalten haben könnten. Die Angaben ließen sich nicht überprüfen.

Nach ukrainischen Angaben ist die Evakuierung von Menschen aus Mariupol jedoch zunächst aus Sicherheitsgründen verschoben worden, die russische Seite halte sich nicht an die Waffenruhe.

Ukraine-Krieg: 66.000 Ukrainer zum Kämpfen zurückgekehrt

Update vom 5. März, 13.10 Uhr: Der ukrainische Verteidigungsminister Olexii Resnikow teilte am Samstag auf Twitter mit, dass bislang mehr als 66.000 Ukrainer in ihr Land zurückgekehrt sind, um gegen Russland zu kämpfen. „So viele Männer sind in diesem Moment aus dem Ausland zurückgekehrt, um ihr Land gegen die Horde zu verteidigen“, twitterte Resnikow. „Das sind weitere zwölf Kampfbrigaden und motivierte Brigaden! Ukrainer, wir sind unbesiegbar.“

In Mariupol sollen offenbar russische Truppen trotz des verordneten Feuerstopps die ukrainische Stadt weiter beschießen. „Die Russen bombardieren uns weiterhin und setzen ihre Artillerie ein. Das ist verrückt“, sagte der stellvertretende Bürgermeister von Mariupol gegenüber BBC. „Es gibt keine Waffenruhe in Mariupol, auch nicht entlang der ganzen Route. Unsere Zivilisten sind bereit zu fliehen, aber sie können unter Beschuss nicht entkommen,“ heißt es weiter.

Ukraine-Krieg: Russische Soldaten fliehen - „Demoralisiert“

Im Ukraine-Krieg ist am Samstag erstmals eine von beiden Seiten vereinbarte Feuerpause in Kraft getreten. Sie solle einen humanitären Korridor in der Region um die Stadt Mariupol eröffnen, bestätigten sowohl Russland als auch die Ukraine. Zuvor hatte der Bürgermeister von Mariupol, Wadym Boitschenko, von einer Blockade der Stadt mit 440 000 Menschen und unerbittlichen russischen Angriffen gesprochen. Der humanitäre Korridor soll nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums für Zivilisten die Möglichkeit zur Flucht eröffnen. Nach ukrainischen Schätzungen könnten bis zu 200.000 Menschen die Stadt verlassen, also fast jeder zweite.

Das ukrainische Militär liefert sich nach eigenen Angaben weiter schwere Gefechte mit russischen Truppen. Es werde „erbittert gekämpft, um ukrainische Städte von den russischen Besatzern zu befreien“, hieß es am Samstag in dem in Kiew veröffentlichten Morgenbericht der Armee. Regionen und Städte wurden nicht genannt. Das Militär behauptete, dass russische Soldaten „demoralisiert“ seien. Sie würden fliehen und ihre Waffen zurücklassen. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg: Evakuierung von Mariupol verschoben

Update vom 5. März, 12.30 Uhr: Die Evakuierung von Menschen aus der Hafenstadt Mariupol ist nach ukrainischen Angaben verschoben worden. Die „russische Seite“ halte sich nicht an die Waffenruhe, teilte die Stadt am Samstagmittag im Nachrichtenkanal Telegram mit. „Aus Sicherheitsgründen wird deshalb die Evakuierung verschoben.“

Derzeit liefen Verhandlungen mit Russland über eine Feuerpause und die Frage, wie ein „sicherer humanitärer Korridor gewährleistet“ werden könne. Die Stadt appellierte: „Wir bitten alle Einwohner von Mariupol, in ihre Zufluchtsorte zurückzukehren.“ Weitere Informationen zu neuen Evakuierungen sollten folgen .Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld. Die Separatisten im Gebiet Donzek warfen der Ukraine vor, „ukrainische Nationalisten“ würden „Provokationen“ vorbereiten.

Update vom 5. März, 12.15 Uhr: Die ukrainischen Behörden rechnen damit, dass mehr als 200 000 Menschen die Hafenstadt Mariupol in der Region Donezk während der Waffenruhe verlassen werden. Das sagte Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk am Samstag dem ukrainischen Portal strana.news zufolge. Für die Stadt Wolnowacha ging sie von 15 000 Menschen aus.

Ukraine-Krieg: Humanitäre Korridore eingerichtet – Evakuierung für mehr als 200.000 Personen aus Mariupol

Update vom 5. März, 10.07 Uhr: Die humanitären Korridore in Mariupol wurden geöffnet. Mehr als 200.000 Menschen sollen laut dem belarussischem Telegram-Kanal Nexta aus der ukrainischen Großstadt evakuiert werden.

Update vom 5. März, 9.25 Uhr: Die Stadtverwaltung der ukrainischen Stadt Mariupol hat bekannt gegeben, dass von 11 Uhr Ortszeit (10 Uhr MEZ) an die Menschen aus der Stadt heraus könnten. „Es wird möglich sein, die Stadt mit privaten Transportmitteln zu verlassen“, hieß es in einer über Online-Netzwerke veröffentlichten Mitteilung.

Ein zerstörter Panzer am Ortsrand von Mariupol.
Ukraine-Krieg: Ein zerstörter Panzer am Ortsrand von Mariupol. © RUSSIAN DEFENCE MINISTRY / AFP

Update vom 5. März, 8 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium hat eine Feuerpause für Mariupol und Wolnowacha im Osten der Ukraine angeordnet, damit Zivilisten aus den von russischen Streitkräften belagerten Städten herausgeholt werden können. Von 8 Uhr MEZ an sollen die Waffen schweigen und humanitäre Korridore für die Zivilisten geöffnet werden, wie das Verteidigungsministerium am Samstagmorgen in Moskau erklärte. Die Hafenstadt Mariupol mit einer halben Million Einwohnern sowie die Kleinstadt Wolnowacha mit rund 20.000 Einwohnern stehen seit Tagen unter dem militärischen Druck der vorrückenden russischen Armee.

Ukraine-Krieg: Lage in Mariupol dramatisch – CNN und Co. beenden Arbeit in Russland

Update vom 5. März, 05.20 Uhr: In der Folge der Unterzeichnung eines verschärftes Mediengesetz in Russland, beenden mehrere Medienhäuser ihre Arbeit im Land. Das Gesetzespaket, welches Wladimir Putin unterzeichnete, beschränkt die freie Meinungsäußerung in Russland, wodurch auch die unabhängige Medienberichterstattung betroffen ist, wie die dpa berichtet.

Bis zu 15 Jahre Haft für die Verbreitung von angeblichen „Falschinformationen“ über die russischen Streitkräfte, drohen laut dem neuen Gesetzespaket. CNN, BBC, CBC/Radio-Canada und Bloomberg haben in der Folge der Unterzeichnung ihre Arbeit in Russland ganz oder teilweise eingestellt.

„Angesichts dieser Situation und aus Sorge um das Risiko für unsere Journalisten und Mitarbeiter in Russland haben wir unsere Berichterstattung vor Ort in Russland vorübergehend ausgesetzt, während wir uns Klarheit über diese Gesetzgebung verschaffen“, erklärte der kanadische Sender CBC/Radio-Canada gegenüber der dpa.

Ukraine-Krieg: Lage in umkämpfter Hafenstadt Mariupol wird immer dramatischer

Update vom 5. März, 04.30 Uhr: Die Lage in der umkämpften Hafenstadt Mariupol scheint sich zu dramatisieren. Der Bürgermeister der Stadt, Wadym Boitschenko, berichtet von einer „Blockade“ der Stadt durch russische Streitkräfte, so afp. Zuvor stand die Stadt tagelang unter „rücksichtslosen“ Angriffen, so Boitschenko. „Im Moment suchen wir nach Lösungen für die humanitären Probleme und nach möglichen Wegen, um Mariupol von der Blockade zu befreien“, erklärte Boitschenko am Samstag im Messengerdienst Telegram. Weiter heißt es: „Unsere Priorität ist die Herstellung eines Waffenstillstands, damit wir die lebenswichtige Infrastruktur wiederherstellen und einen humanitären Korridor einrichten können, um Lebensmittel und Medikamente in die Stadt zu bringen“.

Bereits am Freitag (04.03.2022) hatte Boitschenkos Stellvertreter Sergej Orlow mit der BBC gesprochen. Er berichtete von einer „furchtbaren“ humanitären Situation in Mariupol. Über 40 Stunden lang sei die Stadt zuvor beschossen worden. Die russischen Streitkräfte sollen laut Orlow auch Schulen und Krankenhäuser angegriffen haben. Der stellvertretende Bürgermeister sagte, dass Wladimir Putin „die Ukraine als Nation zerstören“ wolle, so die afp. Sollte die Hafenstadt Mariupol fallen, würde dies einen Zusammenschluss der russischen Truppen mit Einheiten aus der Krim und dem Donbass ermöglichen.

Ukraine News: Russlands Invasion hat Folgen für russische Sportler – UN ruft erneut Dringlichkeitssitzung ein

Update vom 5. März, 03.39 Uhr: Der Ukraine-Krieg hat weitere Folgen für Sportler aus Russland. Die Federation Internationale de Gymnastique (F.I.G) hat bekannt gegeben, weitere Maßnahmen gegen Russland und Belarus verhängt zu haben. Laut diesen dürfen ab dem 7. März 2022 bis auf Weiteres, keine Sportler oder Schiedsrichter mehr an Wettkämpfen des internationalen Turnbundes teilnehmen. Auch die bevorstehenden Weltmeisterschaften im Akrobatikturnen sind hiervon betroffen. Die F.I.G. bezog bei den Sanktionen auch die neusten Empfehlungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit in die Entscheidung ein, heißt es in der Veröffentlichung.

Update vom 5. März, 02.39 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat beruft erneut eine Dringlichkeitssitzung ein. Auf Antrag der USA und Albanien wird nochmals eine Sitzung zum Ukraine-Krieg einberaumt. Um 15 Uhr Ortszeit soll die Sitzung in New York stattfinden, das teilt die afp unter Berufung auf Diplomatenkreise mit.

Nach der öffentlichen Sitzung soll eine Beratung der 15 Ratsmitglieder hinter verschlossenen Türen erfolgen. Dabei soll es um einen Resolutionsentwurf von Frankreich und Mexiko gehen, so afp. Dieser soll eine Einstellung der Kampfhandlungen in der Ukraine sowie zur Lieferung humanitärer Hilfsgüter fordern, heißt es weiter. Nachdem Russland ein Veto-Recht im UN-Sicherheitsrat hat, gilt eine zukünftige Verabschiedung einer Resolution, als extrem unwahrscheinlich.

Update vom 5. März, 00.50 Uhr: Die Nato hat die Forderung nach einer Flugverbotszone über der Ukraine abgelehnt. Am Freitag (04.03.2022) sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, das Bündnis verstehe die „Verzweiflung“ der ukrainischen Regierung. Eine direkte militärische Einmischung der Nato in den Konflikt mit Russland würde zahlreiche weitere Länder in Europa in den Krieg hineinziehen. Dem war ein Sondertreffen der Außenminister in Brüssel vorausgegangen.

Am Abend hat sich nun auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Wort gemeldet, wie afp berichtet. Der Präsident sagte in einer Videobotschaft: „Indem sie die Schaffung einer Flugverbotszone verweigert, hat die Führung der Militärallianz grünes Licht für die weitere Bombardierung ukrainischer Städte und Dörfer gegeben“. Weiter fügte Selenskyj hinzu: „All die Menschen, die von heute an sterben, werden auch Ihretwegen sterben. Wegen Ihrer Schwäche, wegen Ihrer Abkopplung.“ Per Video soll Wolodymyr Selenskyj heute (05.03.2022) an einer Sitzung des US-Senats teilnehmen. Die Forderung Selenskyjs nach einer Flugverbotszone über seinem Land wird von einigen US-Parlamentariern unterstützt, wie afp berichtet.

Ukraine-Krieg: G7 verhängen neue Sanktionen gegen Russland und verurteilen Angriff auf Atomkraftwerk scharf

Update vom 5. März, 00.20 Uhr: Die Streitkräfte der Ukraine würde außerdem noch über eine bedeutende Mehrheit ihrer Kampfflugzeuge verfügen, so ein US-Verteidigungsbeamter gegenüber Reuters am Freitag (04.03.2022). Militärexperten hatten damit gerechnet, dass Russland versuchen würde, die Luftwaffe der Ukraine so schnell wie möglich zu zerstören.

Außerdem haben die USA eine sogenannte „Deconfliction“-Hotline zum russischen Verteidigungsministerium eingerichtet, wie Reuters berichtet. Mit dieser sollen „Fehlkalkulationen, militärische Zwischenfälle und Eskalationen“ in der Ukraine verhindert werden, heißt es weiter. Bei einem ersten Test hätte die Verbindung wohl funktioniert. Es handelt sich bei der Verbindung um eine offene Telefonleitung zwischen dem Hauptquartier des europäischen Kommandos und dem russischen Verteidigungsministerium.

Update vom 4. März, 22.50 Uhr: Die ukrainische Internetzeitung „Ukrajinska Prawda“ hat am Freitagabend eine Liste russischer Kriegsgefangener veröffentlicht. Als Quelle nennt das Medium „Gesprächspartner“ in der ukrainischen Militärstaatsanwaltschaft. Auf der „vorläufigen“, achtseitigen Liste befinden sich 116 Namen. Die meisten Inhaftierten seien 20 bis 30 Jahre alt, heißt es weiter. Sie trügen verschiedenste militärischer Ränge, vom einfachen Militärpersonal bis hin zu Zugführern, Mechanikern oder Aufklärern.

Update vom 4. März, 21.30 Uhr: Der massive russische Militärkonvoi, der sich in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew bewegt, sei aufgrund von Aktionen der ukrainischen Armee ins Stocken geraten, bestätigte Pentagon Sprecher John Kirby auf einer Pressekonferenz. Es gebe Berichte, dass eine Brücke auf dem Weg des russischen Konvois zerstört worden sei, wobei man auch Belege dafür habe, dass der Konvoi ebenfalls an anderen Stellen angegriffen worden sei. Dies habe die Militärkolonne verlangsamt, erklärte Kirby: „Wir glauben, dass die Aktionen der Ukrainer den Konvoi hingehalten, ihn zweifellos verlangsamt und an manchen Stellen gestoppt haben“, so der Pentagon-Sprecher. Kirby zufolge haben auch Herausforderungen wie etwa Logistik- und Benzinprobleme der russischen Armee dazu geführt, dass die Bewegung des rund 65 Kilometer langen Konvois verlangsamt wurde.

Ukraine-Krieg: G7 verurteilen russischen Angriff und kündigen neue Sanktionen an

Update vom 4. März, 19.40 Uhr: Die Außenminister der G7-Gruppe haben Russland aufgefordert, seine Angriffe im unmittelbaren Umfeld der ukrainischen Kernkraftwerke einzustellen. „Jeder bewaffnete Angriff und jede Bedrohung gegen zu friedlichen Zwecken genutzte Atomkraftanlagen stellt einen Verstoß gegen die Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen, gegen das Völkerrecht und gegen das Statut der (Internationalen Atomenergie-Organisation) IAEO dar“, heißt es in einer nach G7-Beratungen veröffentlichten Erklärung. Die G7 kündigten zudem weitere strenge Sanktionen an - offen blieb, welche das sein werden.

Update vom 4. März, 18.45 Uhr: Die Kämpfe bei dem ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja hätten nach Ansicht der USA leicht zu einem Desaster führen können. „Durch die Gnade Gottes ist die Welt letzte Nacht nur knapp einer nuklearen Katastrophe entgangen“, sagt die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield am Freitag bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates in New York und machte Russland für den Angriff verantwortlich. „Es war unglaublich rücksichtslos und gefährlich und bedrohte die Sicherheit von Zivilisten in ganz Russland, der Ukraine und Europa“, so die amerikanische Diplomatin. Sie verlangte Garantien von Russland, dass ein solcher Angriff nicht erneut passieren werde. Der Vorfall sei eine „gefährliche neue Eskalation“, betonte die Botschafterin.

Ukraine-Krieg: Soldaten erobern wichtigen Luftstützpunkt zurück

Update vom 4. März, 17.50 Uhr: Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew hat die ukrainische Armee den Kulbakino Luftstützpunkt in der Stadt Mikolajiw von russischen Truppen zurückerobert. Am Militärflughafen habe man die ukrainische Flagge gehisst, hieß es in einem Beitrag des Ministeriums auf Twitter. Ein beigefügtes Video zeigte, wie ukrainische Soldaten auf den Flugplatz liefen.

Zuvor führte Witalij Kim, Regionalgouverneur von Mikolajiw an, man habe einen Großteil der angreifenden russischen Einheiten aus der Stadt vertrieben. Die Kämpfe würden jedoch am Stadtrand andauern, zitierte die britische Zeitung The Guardian den Gouverneur.

Update vom 4. März, 17.35 Uhr: Ein hochrangiger US-Beamter erklärte gegenüber dem US-Sender CNN, direkte Angriffe sowie eine zerstörte Brücke würden den Vorstoß eines massiven russischen Konvois neun bis zehn Kilometer im Norden der Hauptstadt Kiew verlangsamen. Der etwa 65 Kilometer lange russische Konvoi habe sich seit dem Wochenende nicht merklich vorwärts bewegt.

Daneben habe Russland nach wie vor keine Lufthoheit aufbauen können, während die Ukraine einen „signifikanten Großteil“ ihrer Luftkampffähigkeiten behalte, erklärte der Beamte. „Wir glauben auf jeden Fall, dass die Sprengung der Brücke durch die Ukrainer absolut effektiv im Stoppen und Verlangsamen des Konvois war. Aber wir denken auch, dass die Ukrainer den Konvoi mit direkten Angriffen an anderen Stellen getroffen haben“, so der US-Beamte.

Ukraine-Krieg: Russland soll Streubomben eingesetzt haben - USA werfen Putin „Kriegsverbrechen“ vor

Update vom 4. März, 16.50 Uhr: Bei ihrem Vormarsch in der Ukraine setzt die russische Armee nach Angaben der Nato Streubomben ein und verletzt damit das Völkerrecht. „Wir haben den Einsatz von Streubomben registriert“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Freitag. Zudem gebe es Berichte „über den Einsatz anderer Arten von Waffen, die gegen das Völkerrecht verstoßen“.

Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) verurteilte den Einsatz von Streubomben, die in der ostukrainischen Großstadt Charkiw eingesetzt worden sein sollen. Die russischen Streitkräfte setzten diese Waffe „am 28. Februar in mindestens drei Wohnvierteln von Charkiw ein“, erklärte die Organisation am Freitag. Demnach sollen Streubomben über eine 9M55K-Smertsch-Rakete aus russischer Produktion abgefeuert worden sein. „Der Einsatz von Streubomben in bewohnten Gebieten zeigt eine absolute Missachtung des Lebens der Menschen“, erklärte HRW.

Update vom 4. März, 16.45 Uhr: Die US-Botschaft für die Ukraine hat im Zusammenhang mit dem Brand am ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja von einem „Kriegsverbrechen“ gesprochen. „Mit dem Beschuss des größten europäischen Kernkraftwerks geht Putins Schreckensherrschaft noch einen Schritt weiter“, teilte die Botschaft am Freitag auf ihrem Twitter-Account mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit. „Es ist ein Kriegsverbrechen, ein Atomkraftwerk anzugreifen“, so die Mitteilung der Botschaft.

Update vom 4. März, 16.15 Uhr: Aus Deutschland kommen weiterhin starke Reaktionen zur Invasion der Ukraine. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock wirft Russland gezielte Angriffe gegen die ukrainische Zivilbevölkerung vor. „Man sieht deutlich, dass dieser Angriffskrieg Putins darauf abzielt, mit brutalster Härte jetzt auch gegen Zivilbevölkerung vorzugehen“, sagte sie am Freitagnachmittag am Rande von Beratungen mit Kolleginnen und Kollegen in Brüssel. „Wir verurteilen aufs Schärfste das, was in den letzten Stunden passiert ist - dass sich die Angriffe weiter ausweiten auf Zivilbevölkerung“, so Baerbock.

Dass der russische Präsident Wladimir Putin „mit absoluter Härte“ gegen die Zivilbevölkerung vorgehe, mache noch einmal deutlich, dass er sich um internationale Vereinbarungen und internationale Regeln nicht schere, ergänzte die Grünen-Politikerin. Nach Angaben von Baerbock wird die humanitäre Unterstützung der vom Krieg betroffenen Ukrainer nun massiv ausgebaut. Man müsse dafür sorgen, dass die von den „unmenschlichen Angriffen“ betroffenen Menschen Zugang zu humanitärer Hilfe, Medikamenten, Nahrungsmitteln und Wasser haben, unterstrich sie.

Ukraine-Krieg: Putin informiert Kanzler Olaf Scholz über dritte Verhandlungsgespräche zwischen Russland und Ukraine

Update vom 4. März, 16 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem einstündigen Telefonat zur sofortigen Einstellung aller Kampfhandlungen in der Ukraine aufgefordert. Außerdem verlangte der SPD-Politiker, Zugang für humanitäre Hilfe in den umkämpften Gebieten zuzulassen, wie Regierungssprecher Steffen Hebestreit anschließend mitteilte. Putin habe den Bundeskanzler darüber informiert, dass Russland eine dritte Gesprächsrunde mit der Ukraine für dieses Wochenende vorgesehen habe. Beide hätten vereinbart, „zeitnah“ weitere Gespräche zu führen.

Update vom 4. März, 15.40 Uhr: Putin hat Russlands Nachbarländern einen „Ratschlag“ erteilt – und vor einer weiteren Eskalation im Ukraine-Krieg gewarnt. „Ich würde ihnen raten, die Situation nicht anzuheizen, keine Beschränkungen einzuführen, wir erfüllen alle unsere Verpflichtungen und werden sie weiterhin erfüllen“, sagte der russische Staatschef am Freitag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. „Wir haben keine bösen Absichten gegenüber unseren Nachbarn.“ Er sehe keine Notwendigkeit, die Beziehungen zu verschlechtern, meinte Putin.

Ukraine fürchtet Angriffe auf Zivilisten „in nie da gewesenem Ausmaß“ - klare Forderung an Deutschland

Update vom 4. März, 13.20 Uhr: Der Kreml hat die russische Bevölkerung angesichts der Proteste gegen den Ukraine-Krieg aufgerufen, sich hinter Präsident Wladirmir Putin zu stellen. „Jetzt ist nicht die Zeit, um gespalten zu sein“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau. „Jetzt ist es an der Zeit, sich zu vereinen. Und sich um unseren Präsidenten zu versammeln.“

Update vom 4. März, 13.10 Uhr: Die Ukraine hat die Bundesregierung dringend um die Lieferung schwerer Waffen für den Kampf gegen die russischen Truppen gebeten. In einer auf Donnerstag datierten Verbalnote an das Auswärtige Amt und das Verteidigungsministerium, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, nennt die ukrainische Botschaft unter anderem Kampfpanzer, U-Boote und Kampfhubschrauber. „Es drohen weitere Angriffe vor allem auf die Zivilbevölkerung in nie da gewesenem Ausmaß“, warnt die Botschaft in dem Schreiben. „Diese katastrophale Kriegslage sollte die Bundesregierung sehr ernst nehmen.“

Ukrainische Soldaten fahren auf einem gepanzerten Mannschaftswagen, der während eines Luftangriffsalarms einen verlassenen Boulevard entlangfährt. Trotz der internationalen Appelle für ein Ende des Kriegs hat Russland seine Angriffe auf die Ukraine verschärft.
Ukrainische Soldaten fahren auf einem gepanzerten Mannschaftswagen, der während eines Luftangriffsalarms einen verlassenen Boulevard entlangfährt. Trotz der internationalen Appelle für ein Ende des Kriegs hat Russland seine Angriffe auf die Ukraine verschärft. © Vadim Ghirda/dpa

Die ukrainische Botschaft verweist in dem Schreiben darauf, dass „von der russischen Seite höchst moderne Waffensysteme (...) wahllos eingesetzt“ würden. Russland habe einen „Vernichtungskrieg gegen die Ukraine und die Ukrainer begonnen“ und verübe dabei Kriegsverbrechen. Die Bundesregierung müsse der Ukraine deshalb durch Waffenlieferungen ermöglichen, von ihrem in Artikel 51 der UN-Charta verbrieften Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch zu machen.

Ukraine-Krieg: Zahl der Geflüchteten steigend – meisten zivilen Todesopfer durch Angrif seit Beginn

Update vom 4. März, 13 Uhr: Die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine beläuft sich nach Angaben der UN-Organisation für Migration (IOM) inzwischen auf 1,25 Millionen. Davon seien allein etwa 672 000 nach Polen geflohen, etwa 194 000 nach Moldau und etwa 133 000 nach Ungarn, sagte ein IOM-Sprecher am Freitag in Genf.

Update vom 4. März, 12.10 Uhr: Nach den schweren Luftangriffen auf die nordukrainische Großstadt Tschernihiw ist die Zahl der Toten nach offiziellen Angaben auf 47 gestiegen. Unter den Opfern seien 38 Männer und 9 Frauen, teilte die Gebietsverwaltung am Freitag mit. Damit handle es sich um die meisten zivilen Todesopfer durch einen Angriff seit Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar, berichtete das ukrainische Portal strana.news. Videos zeigten schwere Zerstörungen in der Stadt mit etwa 300.000 Einwohnern nahe der Grenze zu Russland. Die Führung in Moskau bestreitet, gezielt zivile Gebäude anzugreifen.

Update vom 4. März, 11.40 Uhr: Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat mit Nachdruck eine Beteiligung seines Landes am Krieg gegen die Ukraine bestritten. „Die belarussische Armee hat an der Spezial-Operation nicht teilgenommen und beabsichtigt auch nicht, daran teilzunehmen“, sagte Lukaschenko am Freitag Staatsmedien zufolge in Minsk. „Dazu besteht keine Notwendigkeit.“ Es habe auch keine Aufforderungen zur Einmischung gegeben. „Ihr habt keinen Anlass zur Besorgnis“, sagte er an die Adresse der Belarussen gerichtet. Zugleich betonte Lukaschenko, die Kräfte an der Grenze zur Ukraine würden verstärkt. Es gebe immer wieder Versuche, Belarus in den Konflikt hereinzuziehen. Lukaschenko bezeichnet wie Russland den Krieg als „Spezial-Operation“.

Ukraine News: Baerbock droht Putin mit weiteren Sanktionen gegen Russland

Update vom 4. März, 11 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Krieg mit weiteren Sanktionen gedroht. „Über die drei scharfen Sanktionspakete hinaus, die wir bereits beschlossen haben, werden wir weitere Maßnahmen ergreifen, die gezielt in das Machtzentrum Putins treffen“, kündigte Baerbock am Freitag vor Beratungen mit ihren Nato- und EU-Kollegen in Brüssel an. Im Gespräch sind nach Brüsseler Angaben Strafmaßnahmen gegen die russische Gas- und Ölindustrie.

Baerbock verurteilte zugleich den russischen Angriff auf das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja. Sie rief Putin auf, das internationale Recht zu achten: Die „Regeln gelten für alle, auch für den russischen Präsidenten, und das gilt insbesondere im nuklearen Bereich“, betonte sie .Nach den Nato-Beratungen in Brüssel wollte Baerbock im Laufe des Tages zunächst mit ihren Kollegen der sieben großen Industriestaaten (G7) beraten. Am Nachmittag stand ein Treffen der EU-Außenminister mit ihren Kollegen aus den USA, Großbritannien und Kanada auf dem Programm. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wollte daran teilnehmen.

Dabei geht es laut Diplomaten um ein weiteres Sanktionspaket, das die russische Gas- und Ölindustrie als die Schlüsselbranchen des Landes treffen könnte. „Alles bleibt auf dem Tisch“, sagte dazu der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell, der ebenfalls an dem Nato-Treffen teilnahm.

Ukraine-Krieg: Offenbar drei Attentate auf Selenskyj verhindert - dank russischer Geheimdienst-Infos

Update vom 4. März, 10.30 Uhr: Wie die britische Times berichtet, sind in den vergangenen Tagen seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges bereits drei Attentate auf den ukrainischen Präsidenten verhindert worden. Diese seien von Söldnern der Wagner-Gruppe und tschetschenischen Kämpfern ausgeführt worden. Offenbar konnten die Angriffe auf Wolodymyr Selenskyj laut der Zeitung unter anderem aufgrund von Informationen aus dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB verhindert werden! „Ich kann sagen, dass wir Informationen aus dem FSB erhalten haben, von Teilen, die diesen blutigen Krieg nicht wollen“, zitiert die Times den Sekretär des ukrainischen Verteidigungsministeriums.

Update vom 4. März, 10.15 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat das Vorrücken russischer Truppen zu Europas größtem Atomkraftwerk scharf verurteilt. Die Berichte über den Angriff auf die Kernkraftanlage nahe der ukrainischen Großstadt Saporischschja zeigten die Rücksichtslosigkeit, mit der der Krieg geführt werde und wie wichtig es sei, ihn zu beenden, sagte Stoltenberg am Freitag am Rande eines Sondertreffens der Außenminister der Bündnisstaaten in Brüssel. Russland müsse all seine Truppen zurückziehen und sich diplomatisch engagieren.

Ukraine-Krieg: Selenskyj spricht von „Nuklear-Terror“ - Ukraine-Minister: „Feind ist verwirrt und eingeschüchtert“

Update vom 4. März, 9.35 Uhr: Russische Truppen setzen nach ukrainischen Armeeangaben ihren Vormarsch auf die Hauptstadt Kiew fort. „Die Hauptanstrengungen der Besatzer konzentrieren sich auf die Einkreisung Kiews“, heißt es im Morgenbericht der ukrainischen Armee. Es wurden zunächst keine Angaben zu Kämpfen rund um die Millionenstadt gemacht. Die Stadt löste seit Mitternacht mehrfach Luftalarm aus. Die Bewohner sollten sich in Luftschutzbunker in Sicherheit bringen.

Verteidigungsminister Oleksij Resnikow berichtete, dass die ukrainische Marine ihr Flaggschiff „Hetman Sahajdatschnyj“ selbst versenkt habe, damit es nicht den Gegnern in die Hände falle. Die Fregatte lag zur Reparatur vor Anker .Laut ukrainischer Darstellung haben sich russische Truppen von dem strategisch wichtigen Flugplatz Hostomel nordwestlich von Kiew zurückgezogen. Die südukrainische Hafenstadt Mariupol sei inzwischen aber komplett von feindlichen Kräften eingeschlossen. „Der Feind hatte einen erheblichen technischen Vorteil“, hieß es. Zudem sei das Flugabwehrsystem an der Schwarzmeerküste angegriffen worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Nach Angaben von Verteidigungsminister Resnikow halten ukrainische Kräfte an strategisch wichtigen Orten den Angreifern Stand, etwa in den nordostukrainischen Gebieten Sumy und Tschernihiw. „Der Feind ist verwirrt und eingeschüchtert“, schrieb Resnikow bei Facebook. Die ukrainischen Streitkräfte hätten ungeheure Mengen an Militärtechnik und Waffen erbeutet sowie mehr als 10.000 russische Soldaten getötet, behauptete er. Der Generalstab hatte kurz davor noch von gut 9100 getöteten Gegnern gesprochen.

Ukraine Aktuell: Krieg hat direkte Auswirkungen auf Deutschland – Selenskyj spricht derweil von „Nuklear-Terror“

Update vom 4. März, 8.57 Uhr: Auch auf Deutschland hat der Ukraine-Krieg inzwischen direkte Auswirkungen. Die Spritpreise steigen rasant. An der Grenze zwischen Bayern und Tirol sind deshalb Massen an Tank-Touristen unterwegs. Teils unterscheiden sich die Benzinpreise um bis zu 40 Cent.

Update vom 4. März, 8.40 Uhr: Nach dem russischen Angriff auf das Atomkraftwerk von Saporischschja hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland „Nuklear-Terror“ vorgeworfen. Kein anderes Land der Welt habe jemals Atomanlagen beschossen, sagte Selenskyj in einer in der Nacht zum Freitag veröffentlichten Videobotschaft. „Der Terroristen-Staat verlegt sich jetzt auf Nuklear-Terror.“ Offenbar wolle Russland die Atomkatastrophe von Tschernobyl „wiederholen“.

Ukraine-Krieg: Russische Truppen greifen offenbar gezielt AKW an - Feuer in Nuklearanlage mittlerweile gelöscht


Update vom 4. März, 6.40 Uhr: Ein Feuer auf dem Gelände des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja hat in der Nacht zum Freitag für Alarmstimmung gesorgt. Der britische Premier Boris Johnson spricht von einer direkten Gefährdung der Sicherheit ganz Europas und will eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates erreichen.

Nach dem Vorrücken russischer Truppen zu Europas größtem Atomkraftwerk in der Nähe der Großstadt Saporischschja brach ein Feuer in der Anlage aus. Nach Informationen aus der Nacht waren dabei keine kritischen Systeme betroffen, es wurde keine erhöhte Radioaktivität gemeldet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem gezielten Beschuss von Reaktorblöcken durch russische Panzer. Der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko forderte ein Eingreifen der Nato.

Der britische Premierminister Boris Johnson sagte, die „rücksichtslosen Aktionen“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin „könnten nun die Sicherheit ganz Europas direkt gefährden“. Er wolle „in den kommenden Stunden“ eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zur Lage in dem Atomkraftwerk erreichen. US-Präsident Joe Biden forderte Russland auf, militärische Aktivitäten im Gebiet um das Kernkraftwerk einzustellen.

Ukraine-Krieg: Offenbar besetzen russische Truppen Atomkraftwerk

Update vom 3. März, 22.42 Uhr: Offenbar konnten russische Truppen in der Ukraine weiter vordringen. „Heute ist das größte Atomkraftwerk in Europa, in der Stadt Enerhodar von den russischen Truppen vorläufig besetzt worden. Es ist nicht mehr unter unserer Kontrolle“, berichtete der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk bei Bild im TV. Der Bürgermeister der Stadt, Dmytro Orlow, soll auf seinem Telegram-Kanal berichten: „In der Stadt sind laute Schüsse zu hören.“

Ukraine-Krieg: Baerbock sieht Beleg für Putins Isloation

Update vom 3. März, 21.46 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich durch den Angriffskrieg auf die Ukraine international ins Abseits manövriert. Das sagte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne). „Es unterstützt ihn eigentlich kein Land mehr, was nicht selbst eine Diktatur ist“, sagte Baerbock am Donnerstag im Interview mit den Sendern RTL/ntv. Derzeit könne Putin „kein Partner sein“.

Das klare Votum der UN-Vollversammlung für eine Resolution gegen den Ukraine-Krieg belege die Isolation Putins, sagte Baerbock weiter. Die Staaten der UN-Vollversammlung hatten am Mittwoch in New York eine Resolution verabschiedet, in der sie „mit größtem Nachdruck“ die russische Ukraine-Invasion „beklagen“ und die Entscheidung Putins verurteilen, die Atomstreitkräfte seines Landes in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen.

Für die Resolution stimmten 141 Mitgliedstaaten, 35 weitere - darunter die Atommächte China, Indien und Pakistan - enthielten sich. Gegen die Resolution votierten nur Belarus, Syrien, Nordkorea, Eritrea und Russland selbst.

Außenministerin Baerbock in NY
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock. © Benno Schwinghammer/dpa

Update vom 3. März, 18.52 Uhr: Eine Woche nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine haben sich Kiew und Moskau nach ukrainischen Angaben auf die Schaffung humanitärer Korridore verständigt, um Zivilisten aus Kriegsgebieten herausholen zu können. Dies sei das einzige Ergebnis einer zweiten Gesprächsrunde mit Russland, erklärte der ukrainische Unterhändler Mychailo Podoljak nach Abschluss der Gespräche an der belarussisch-polnischen Grenze am Donnerstag auf Twitter. Laut Nachrichtenagentur dpa äußerten Vertreter beider Seiten am Donnerstag zu diesem Ergebnis.

„Die zweite Gesprächsrunde ist vorbei. Leider gibt es noch nicht die von der Ukraine benötigten Ergebnisse“, schrieb Podoljak. Eine erste Verhandlungsrunde russischer und ukrainischer Vertreter in Belarus am Montag war ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Kiew hatte vor Gesprächsbeginn unter anderem eine sofortige Waffenruhe gefordert. Unnachgiebig zeigte sich unterdessen Russlands Staatschef Wladimir Putin: Die „besondere Militäroperation“ in der Ukraine verlaufe „streng nach Plan“, sagte er am Donnerstagabend in einer Fernsehansprache.

Ukraine-Krieg: Angriffe auf Kiew dauern an

Update vom 3. März, 18.35 Uhr: Millionen Menschen werden durch den Russland-Ukraine-Krieg aus ihrer Heimat vertrieben - so die Erwartung der Europäischen Union (EU).  „Wir sind in einer sehr, sehr gefährlichen Lage“, sagte die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson, als sie am Morgen zur Sitzung der Innenminister kam, „wir müssen uns darauf vorbereiten, dass Millionen Flüchtlinge in die Europäische Union kommen“. Ihr Kollege Janez Lenarcic erklärte, dass es bis zu sieben Millionen Flüchtende sein könnten.

Ukraine-Krieg: Wohl etliche Zivilisten bei Luftschlägen Charkiw getötet

Update vom 3. März, 18.15 Uhr: Bei Luftschlägen der russischen Invasionstruppen auf die ukrainische Großstadt Tschernihiw sind laut The Kyiv Independent in einem Wohngebiet 33 Zivilisten getötet worden, 18 weitere wurden demnach verletzt. Der Bericht beruft sich auf Angaben der staatlichen Gesundheitsbehörden.

Update vom 3. März, 17.45 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat mit Russlands Machthaber Wladimir Putin telefoniert. Er glaube, dass in der Ukraine „das Schlimmste noch kommen wird“, sagte Macron laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP. Putin sei entschlossen, „die Kontrolle“ über das gesamte Land zu erlangen, „es gab nichts in den Äußerungen von Präsident Putin, was uns beruhigen könnte“.

Ukraine-Krieg: Russische Gebietsgewinne im Süden, heftige Kämpfe im Norden

Update vom 3. März, 16.35 Uhr: Die russische Armee soll im Ukraine-Krieg insbesondere im Süden Gebietsgewinne erzielen - im Norden dagegen regelrecht festsitzen. Bei Twitter mehren sich die Anzeichen, dass aktuell insbesondere die Großstadt Tschernihiw an der Grenze zu Belarus schwer umkämpft ist.

Von heftigen Bombardements berichtet unter anderem auch das liberale osteuropäische Nachrichtenportal NEXTA. Ein Video bei Twitter soll den Einschlag von Raketen in einer Wohnsiedlung der Stadt zeigen, die als operatives Zentrum Nord der ukrainischen Armee gilt.

Ukraine-Krieg: Angeblich russischer Generalmajor bei Kämpfen getötet

Update vom 3. März, 15.35 Uhr: Die ukrainische Armee hat vermeldet, dass angeblich der russische Generalmajor Andrey Sukhovetskiy bei Kämpfen getötet wurde. Bislang gibt es keine Bestätigung von russischer Seite.

Ein früherer Kamerad von Sukhovetskiy soll im russischen Netzwerk VKontakte einen Trauerbeitrag geteilt haben, heißt es. Generalmajor ist bei den russischen Streitkräften ein Dienstgrad unter Generälen. Sukhovetskiy soll eine sogenannte Speznas-Sondereinheit befehligt haben und ein hochrangiger Kommandeur gewesen sein.

Ukraine-Krieg: Großstadt Tschernihiw im Norden offenbar heftig unter Beschuss

Update vom 3. März, 14.35 Uhr: In der südukrainischen Großstadt Mariupol werden einzig in einem völlig zerstörten Stadtdistrikt Hunderte tote Zivilisten befürchtet. Das erklärte der stellvertretende Bürgermeister, Sergej Orlow, im Interview der britischen BBC. Die Stadt mit ihren rund 450.000 Einwohnern befände sich „nahe an einer humanitären Katastrophe“.

Ukraine-Krieg: Nach Cherson droht auch Mariupol an Russland zu fallen

Update vom 3. März, 13.20 Uhr: Nach Cherson könnte die zweite Stadt im Süden der Ukraine an die russischen Invasionstruppen fallen: Mariupol. „Sie zerstören unsere Stadt mit allen Waffen, von der Artillerie, von Flugzeugbomben, von taktischen Raketen, von Mehrfachraketensystemen“, erklärte der stellvertretende Bürgermeister, Sergej Orlow, dem amerikanischen Sender CNN.

Nach Angaben der Verwaltung sei die Stadt mit ihren rund 450.000 Einwohnern seit 26 Stunden einem Dauerbeschuss ausgeliefert. Die Wasser- und Stromversorgung sei zusammengebrochen, heißt es weiter, auch die Infrastruktur für Heizungen und Sanitäranlagen. Mariupol ist als Hafenstadt am Asowschen Meer und mit einem zivilen Flughafen ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Während der Vormarsch im Norden vor der ukrainischen Hauptstadt Kiew zum Erliegen kam, hatten die russischen Truppen im Süden in den vergangenen Tagen erhebliche Gebietsgewinnen gemacht.

Die ukrainischen Einheiten würden vor Ort weiterkämpfen, die Situation sei aber „sehr kritisch“, erklärte Orlow weiter. Es drohe eine humanitäre Katastrophe.

News zum Ukraine-Krieg: US-Reporter berichtet von zivilem Widerstand

Update vom 3. März, 9.32 Uhr: Der zivile Widerstand in der Ukraine geht weiter. Das berichtet der CNN-Reporter Matthew Chance. „Schämt Euch. Geht dahin zurück, woher ihr gekommen seid“, mit solchen Worten richten sich Einwohner an Putins Soldaten.

Bei ihren Protesten legen sie sich zudem auf Straßen, um die Panzer aus Russland am Fortkommen zu hindern, hieß es. Der US-Sender twitterte zu dieser News auch einen Videoclip:

Ukraine-Konflikt: Deutschland will Ukraine 2.700 DDR-Raketen liefern

Update vom 3. März, 7.50 Uhr: Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Kreisen des Ministeriums erfuhr, handle es sich um Waffen sowjetischer Produktion aus ehemaligen Beständen der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR.

Deutschland hatte zuvor einen Kurswechsel in der Ukraine-Krise vollzogen und die Streitkräfte des von Russland angegriffenen Landes mit schweren Waffen ausgerüstet. Im Verteidigungsministerium lief nach dpa-Informationen seit Tagen eine Prüfung, ob und welche weiteren Waffen an die Ukraine abgegeben werden können. Bei den nun vom Wirtschaftsministerium genehmigten Lieferungen handelt es sich nun um weitere Waffen einer anderen Bauart.

Ein Panzer am 1. März nahe der russischen Stadt Belgorod, die nicht weit der ukrainischen Grenze liegt.
Ein Panzer am 1. März nahe der russischen Stadt Belgorod, die nicht weit der ukrainischen Grenze liegt. © Mikhail Voskresenskiy/Imago

Am Samstag entschied die Bundesregierung, 1000 Panzerabwehrwaffen sowie 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ „Stinger“ aus Bundeswehrbeständen so schnell wie möglich in die Ukraine zu liefern. Aus Kreisen der Bundesregierung wurde am Mittwoch erklärt, die „Stinger“ sowie Panzerfäuste seien an die Ukraine übergeben worden.

„Der russische Überfall auf die Ukraine markiert eine Zeitenwende. Er bedroht unsere gesamte Nachkriegsordnung“, hatte Bundeskanzler Olaf Scholz erklärt. „In dieser Situation ist es unsere Pflicht, die Ukraine nach Kräften zu unterstützen bei der Verteidigung gegen die Invasionsarmee von Wladimir Putin. Deutschland steht eng an der Seite der Ukraine.“

Derweil sind Geflüchtete auch in München angekommen und berichten nun über das Erlebte im Ukraine-Krieg.

Ukraine-Krieg: Explosionen in Kiew, Tote bei Luftangriffen - Die Nacht im Überblick

Erstmeldung vom 3. März 2022

In der Ukraine hat es in der Nacht zum Donnerstag russische Luftangriffe auf mehrere Städte gegeben. Behörden sprachen von Toten und Verletzten. Nach Zahlen der Vereinten Nationen sind inzwischen mehr als eine Million Menschen auf der Flucht. Hier finden Sie auch eine Übersicht über die Geschehnisse der Nacht im Ukraine-Krieg.

Dies ist ein neuer News-Ticker. Weitere, vorherige Infos und Entwicklungen zum Ukraine-Konflikt finden Sie auch in unserem beendeten tz.de-News-Ticker zum Ukraine-Krieg. (dpa)

Auch interessant

Kommentare