Unionsanhänger: Schwarz-Grün im Bund möglich

München - Geht es nach 58 Prozent der Anhänger der CDU und CSU könnte es 2013 eine Schwarz-Grüne Koalition im Bund geben. Das ergab eine Umfrage. Anders sehen das die Grünen.

58 Prozent der Anhänger von CDU und CSU können sich eine schwarz-grüne Koalition im Bund vorstellen. 38 Prozent lehnen eine solche Verbindung laut einer Umfrage ab, wie das Nachrichtenmagazin “Focus“ am Sonntag berichtete. Bei Grünen-Wählern verhält es sich demnach umgekehrt: 33 Prozent können sich mit Schwarz-Grün anfreunden, 64 Prozent halten nichts davon. In der CDU-Zentrale hieß es laut “Focus“, das Ergebnis der Umfrage decke sich nicht mit den Reaktionen von Mitgliedern. In Mails und Briefen seien Koalitionsspekulationen kein Thema. Ähnlich äußerten sich führende CDU-Politiker. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister sagte: “Virtuelle Koalitionsdebatten finde ich ermüdend.“ Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen nannte Schwarz-Gelb seine favorisierte Konstellation, sagte aber auch: “In Schleswig-Holstein finden sich etwa mit Blick auf die Haushaltskonsolidierung bei den Grünen viele gute Ideen. Da kommt man mit den Grünen besser voran als mit manchen anderen.“

Sie waren die Chefs der CDU

Sieben Bundesvorsitzende hatte die CDU seit dem Gründungsparteitag 1950: Sechs Chefs und eine Chefin. Wir zeigen die Vorsitzenden der Christlich Demokratischen Union. Das Bild zeigt zwei von ihnen: Rechts Konrad Adenauer, links Ludwig Erhard. © dpa
Konrad Adenauer: Der "Alte vom Rhein" führte die CDU fast 16 Jahre lang vom Oktober 1950 bis zum März 1966. Adenauer war von 1949 bis 1963 der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. © dpa
Ludwig Erhard: "Mister Wirtschaftswunder" stand von März 1966 bis Mai 1967 an der Spitze der CDU. Höchst erfolgreich als Wirtschaftsminister von 1949 bis 1963. Zunehmend glücklos als Bundeskanzler von 1963 bis 1966. © dpa
Kurt Georg Kiesinger war von Mai 1967 bis Oktober 1971 Chef der CDU. Von 1966 bis 1969 regierte Kiesinger als Kanzler einer Großen Koalition aus CDU, CSU und SPD. Nach seiner Abwahl blieb er noch fast zwei Jahre CDU-Vorsitzender. © dpa
Rainer Barzel wurde im Oktober 1971 an die Spitze der CDU gewählt. Er versuchte 1972 vergeblich, Kanzler Willy Brandt (SPD) über ein konstruktives Misstrauensvotum zu stürzen, um an Brandts Stelle selbst zum Kanzler gewählt zu werden. 1972 verlor er auch noch die Bundestagswahl gegen Brandt. Er blieb noch bis Juni 1973 CDU-Chef. © dpa
Helmut Kohl wurde im Juni 1973 zum CDU-Vorsitzenden gewählt. Von 1982 bis 1998 war Kohl Bundeskanzler. In seine Amtszeit fällt die Wiedervereinigung 1990. Nach seiner Abwahl im September 1998 legte Kohl den CDU-Vorsitz nieder. © dpa
Wolfgang Schäuble wurde am 7. November 1998 zum CDU-Vorsitzenden gewählt. Im Laufe des folgenden Jahres wurde er als möglicher Kanzlerkandidat der Union gehandelt. Schäuble trat Anfang 2000 im Zuge der CDU-Spendenaffäre zurück. Von 2005 bis 2009 war er Innenminister in der Großen Koalition. Seit Ende 2009 ist er Bundesfinanzminister in der schwarz-gelben Koalition. © dpa
Angela Merkel ist seit dem 10. April 2000 CDU-Chefin. Seit 2005 ist Merkel Bundeskanzlerin. Bis 2009 in einer Koalition aus Union und SPD. Seitdem regiert sie mit der FDP. © dpa

Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid befragte für den “Focus“ am 15. und 16. Juni 1.006 ausgewählt Personen.

dapd

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