Wer hat den saubersten Dienstwagen?

Diese Politiker fahren die schmutzigsten Autos

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Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann bekommt von der Deutschen Umwelthilfe die Rote Karte gezeigt

Berlin - Zum siebten Mal hat die Umwelthilfe die Dienstwagen der Politiker unter die Lupe genommen. Dabei gab es auch einige Überraschungen seitens Minister aus dem rot-grünen Lager. 

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ist nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe der größte Klimasünder unter den Spitzenpolitikern, was den eigenen Dienstwagen betrifft. Die Organisation nahm in einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Untersuchung 171 Dienstwagen von Politikern unter die Lupe. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) musste dabei eine „Gelbe Karte“ einstecken. Mit Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) erhielt ein Mitglied des Kabinetts die „Rote Karte“, die die DUH vergibt, wenn der CO2-Ausstoß den EU-Zielwert von 130 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer um mehr als 40 Prozent übersteigt. Besonders gute Noten bekam Hamburgs Senat.

Bouffiers Wagen, ein Audi A8, kommt laut DUH auf 277 Gramm CO2-Ausstoß. Unter den Bundesministern fährt Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) der Untersuchung zufolge den klimafreundlichsten Wagen. Besonders klimafreundlich ist mit 109 Gramm der Hybridwagen von S chleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Die Untersuchung wurde zum siebten Mal durchgeführt.

Hamburg vorbildlich

„Die Umwelthilfe hat unsauber gearbeitet“, kritisierte Hessens Regierungssprecher Dirk Engel. „Jeder kann nachvollziehen, dass ein gepanzertes Fahrzeug eine höhere Motorleistung und damit einen erhöhten Schadstoffausstoß hat“, sagte Engel. Dies werde aber nicht gesondert ausgewiesen. Zudem sei der älteste Dienstwagen des Ministerpräsidenten bewertet worden, den Bouffier aber am wenigsten nutze und der Anfang nächsten Jahres ausgetauscht werde. Die Umwelthilfe erklärte, sie habe im Falle mehrerer Fahrzeuge immer den klimaschädlichsten berücksichtigt.

Mit Hamburg unterschreitet erstmals ein ganzes Landeskabinett den EU-Zielwert. In diesem Fall gibt es die „Grüne Karte“. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und seine Senatskollegen landeten bei durchschnittlich 128 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer. „Dabei fährt dort auch keiner Fiat Panda oder VW Lupo“, meinte DUH- Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Grüne aus dem Ländle schneiden schlecht ab

Als „enttäuschend“ stufte die DUH das Abschneiden des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann ein. Der Grünen-Politiker erhielt für 193 Gramm CO2 pro Kilometer die „Rote Karte“. Insgesamt erhielten in der Regierung vier Mitglieder eine „Rote Karte“ - das sind so viele wie in keinem anderen Bundesland. Schlusslicht im Länderranking ist gemessen am durchschnittlichen CO2-Ausstoß aller Minister-Dienstwagen Niedersachsen. Die Ergebnisse spiegeln jedoch noch den Wagenpark des Ende Januar abgewählten schwarz-gelben Kabinetts in Hannover wieder.

In der Reihe der Umweltminister der Länder sind die nördlichen Bundesländer voraus: Nach dem bereits genannten Robert Habeck liegen Anke Rehlinger (Saarland), Jutta Blankau (Hamburg), Michael Müller (Berlin) und Joachim Lohse (Bremen) nahe beieinander.

Insgesamt konnte die DUH einen Trend leicht sinkender CO2-Ausstöße feststellen, auch wenn einige Politiker noch nachbessern können.

dpa

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