Er tötete 16 Zivilisten

US-Soldat will sich zu Kriegsmassaker bekennen

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Robert Bales hat 16 Menschen getötet, darunter viele Frauen und Kinder.

Seattle - Das Blutbad unter afghanischen Dorfbewohnern im März 2012 löste Entsetzen aus. Der angeklagte US-Soldat will sich nun auf einen Deal einlassen - um der Todesstrafe zu entgehen.

Im Prozess wegen der Tötung von 16 Zivilisten in Afghanistan will sich der angeklagte US-Soldat Robert Bales schuldig bekennen, um der Todesstrafe zu entgehen. Dies erklärte sein Anwalt John Henry Browne am Mittwoch (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AP. Dabei werde sein Mandant die Ereignisse im März 2012 erstmals aus seiner Sicht schildern.

Das Massaker am 11. März vergangenen Jahres gilt als eine der schlimmsten Gräueltaten westlicher Truppen im Afghanistan-Krieg. Der Offizier Bales ist angeklagt, vor Morgengrauen seinen Posten im Süden Afghanistans verlassen und zwei schlafende Dörfer in der Nähe angegriffen zu haben. Angeblich hatte er vorher Medikamente und Alkohol zu sich genommen. Die meisten seiner Opfer waren Frauen und Kinder.

Die Tötung der Zivilisten hatte so heftige Proteste in Afghanistan ausgelöst, dass die US-Truppen dort zeitweise alle Operationen gestoppt hatten. Die Ankläger in der US-Armee streben die Todesstrafe für ihn an. Auch Angehörige der afghanischen Opfer fordern für Bales den Tod.

Dass sich Bales schuldig bekennen will, erklärte sei Anwalt Browne damit, dass ein Antrag auf Schuldunfähigkeit nicht in Frage komme. Ob es tatsächlich zu einem Deal zwischen Anklage und Verteidigung kommt, mit dem Bales die Todesstrafe vermeiden könnte, muss ein Richter entscheiden. Zudem ist die Zustimmung des befehlshabenden Generals des US-Stützpunkts nötig, auf dem der Angeklagte derzeit inhaftiert ist. Der General habe sein Einverständnis bereits erteilt, sagte Anwalt Browne.

Eine Anhörung in dem Fall ist für den 5. Juni geplant, wie Armeesprecher Gary Dangerfield sagte. Dabei werde Bales zum Hergang und zu seinem Geisteszustand befragt, sagte Anwalt Browne. Sein Mandant werde sich zu „sehr spezifischen Tatsachen“ im Zusammenhang mit dem Blutbad bekennen.

Wie aus Zeugenaussagen hervorging, war Bales zwischen den beiden Angriffen auf die Dörfer an seinen Posten zurückgekehrt. Dort soll er einen Kameraden geweckt und ihm von der Bluttat erzählt haben.Der andere Soldat soll Bales aber nicht geglaubt und sich wieder schlafen gelegt haben. Daraufhin zog Bales den Angaben zufolge wieder los, um das Massaker fortzusetzen.

Nach Angaben von Browne litt Bales an einer posttraumatischen Belastungsstörung und an einer traumatischen Gehirnverletzung. Er warf den US-Streitkräften vor, seinen Mandanten in diesem Zustand erneut in den Krieg geschickt zu haben. Bales befand sich zum Zeitpunkt der Bluttat im März 2012 auf seinem vierten Kampfeinsatz.

AP

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