Wer wird „mächtigster Mann der Welt“?

Umfrage vor US-Wahl 2020: Überraschend deutliche Tendenz zwischen Biden und Trump

Im November stehen in den USA die 59. Präsidentschaftswahlen an. Donald Trump verteidigt seinen Posten dann gegen Joe Biden. Aktuell spricht mehr für eine Wachablösung.

  • Die USA wählen im November ihren künftigen US-Präsidenten.
  • Dabei treten als Kandidaten* der Amtsinhaber Donald Trump und der frühere Vize Joe Biden an.
  • Aktuelle Umfragen zur US-Wahl sehen den Republikaner im Hintertreffen - aber das kennt er schon aus dem Jahr 2016.

Washington - Im November 2020 steht die Präsidentschaftswahl in den USA an - und Donald Trump* möchte weitere vier Jahre Staatschef der Vereinigten Staaten bleiben. Die aktuelle Tendenz spricht jedoch eine etwas andere Sprache: Herausforderer Joe Biden besitzt einer neuen Umfrage zufolge bereits 14 Prozentpunkte Vorsprung gegenüber dem Republikaner, der in der Corona-Krise und der neu aufgekommenen Rassismus-Debatte keine gute Figur abgibt.

50 Prozent der Befragten würden den Kandidaten der Demokraten wählen, nur 36 Prozent Donald Trump, wenn es nach einer Umfrage der New York Times geht. In vorherigen Umfragen zur US-Wahl lag Herausforderer Joe Biden*, acht Jahre lang Vizepräsident unter Barack Obama, im Schnitt etwa zehn Punkte vorne.

Biden punktet in Umfragen zur US-Wahl 2020 nicht nur bei Frauen, Afroamerikanern und Latinos

Biden, der im Wahlkampf auch bereits deftige Kritik einstecken musste, habe einen großen Vorsprung bei Frauen, Afroamerikanern und Latinos aufgebaut, hieß es in der neuen Umfrage zur US-Wahl. Dem 77-Jährigen wird deutlich mehr zugetraut, den Minderheiten im Land eine Stimme zu geben. Auch bei den männlichen Wählern, Weißen und Menschen mittleren und höheren Alters, die eher die Republikaner wählen, habe der Herausforderer mit Trump gleichgezogen.

Trump hingegen verlor laut New York Times die Unterstützung wichtiger Wählerschichten, nachdem der Umgang der Regierung mit der Corona-Pandemie* sowie mit den Anti-Rassismus-Protesten im Land auf heftige Kritik gestoßen war. So nahm laut den Prognosen auch die Zustimmung für den Amtsinhaber unter den Weißen mit College-Abschluss ab - eine Wählergruppe, auf die die Republikaner in der Regel zählen.

US-Präsidentschaftswahl 2020: Umfragen deuten auf Probleme für Trump hin

Kein anderes Land ächzt so sehr unter der Corona-Krise wie die USA. Sowohl bei der Zahl der Infizierten als auch bei den Todesopfern sind die Vereinigten Staaten weltweit führend. Zudem rumort es im Land, seit ein Video den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd* durch Polizeigewalt bei einer Festnahme für jeden in den USA greifbar machte.

Trump jedoch zeigte sich gegenüber Protestlern gegen Rassismus* unerbittlich und machte sich somit für manche Bevölkerungsschichten schlicht unwählbar. Den harten Kurs schlägt der 74-Jährige offenbar ein, um zumindest bei seinen treuesten Wählern vor der US-Präsidentschaftswahl 2020* weiter Pluspunkte zu sammeln. Diese stehen für einen Präsidenten, der durchgreift. Mehr als das scheint Trump das Land jedoch zu entzweien.

Prognosen zur US-Präsidentschaftswahl: 2016 lagen die Umfragen falsch

Laut New York Times wurden für die Umfrage zur US-Präsidentschaftswahl zwischen dem 17. bis 22. Juni 1337 Wähler befragt. Nach den Erfahrungen der vorangegangenen Wahl sind die Ergebnisse für die US-Wahl im November jedoch mit Vorsicht zu genießen: 2016 führte die Demokratin Hillary Clinton während des gesamten Wahlkampfes die Umfragen an - am Ende verlor sie entgegen der Wahlprognosen die Abstimmung gegen Trump. Wie schon bei der vorherigen Wahl, geht an Trumps seite der Vizepräsidentschaftskandidat Mike Pence* ins Rennen.

Am 3. November steigt in den USA die 59. US-Präsidenschaftswahl. Sicher ist schon lange vorher, dass die Vereinigten Staaten ab 2021 von einem Mann regiert werden, der bereits auf die Zielgerade seiner politischen Karriere einbiegt. Ein wirklicher Neuanfang nach den turbulenten Jahren* ist also nicht zu erwarten. Dafür wird der „mächtigste Mann der Welt“ auf jeden Fall Erfahrung mitbringen.

Schon länger liegt Demokrat Biden vor dem republikanischen Amtsinhaber. Er warf Trump kürzlich vor, „die Wahl zu stehlen“:

Wird der US-Wahlkampf von einer Tiktok-Kampagne beeinflusst? Trump sieht sich einem einflussreichen Gegner ausgesetzt. Während Donald Trump bereits zusammen mit seinem Vize-Kandidaten Mike Pence in den Wahlkampf gezogen ist, steht die Ernennung eines Vize-Präsidentschaftskandidaten Joe Bidens noch aus. Sicher ist nur, dass Biden eine Frau an seine Seite holen will. Auf welche Politikerin er setzt, will Biden in der ersten Augustwoche bekannt geben. Afroamerikaner haben jetzt in einem offenen Brief geschrieben, dass sich Biden für eine schwarze Kandidatin entscheiden soll. Donald Trump hat jetzt nicht nur mit Twitter, sondern auch mit Facebook Probleme. Der Konzern hat einen Beitrag von Präsident Trump wegen Corona-Fehlinformationen gelöscht.

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Rubriklistenbild: © dpa / Rourke, Semansky

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