Skurriler „Fox News“-Auftritt des US-Präsident

Trump ruft in Live-Sendung an und redet sich um Kopf und Kragen: „Ohne mich ...“

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Donald Trump ließ bei Fox News eine Schimpftirade ab.

Donald Trump ruft in der Live-Sendung eines US-Senders an, um seine Meinung dem Millionenpublikum zu erklären. Dabei lässt er eine wilde Schimpftirade ab.

  • Donald Trump steht in der Ukraine-Affäre weiter schwer in der Kritik.
  • Der US-Präsident sieht sich als unschuldig und spricht von einer Hexen-Jagd.
  • Trump rief nun bei Fox News an und beleidigte zahlreiche Gegner. 

Update vom 1. Februar 2020: Donald Trump entgeht wohl einer Amtsenthebung, schon am Mittwoch könnte der US-Präsident freigesprochen werden. Die Demokraten sprechen von einer „Tragödie“ und „Vertuschung“.

Washington - Während die Ermittlungen zur Ukraine-Affäre laufen und Zeugen vor dem Repräsentantenhaus vernommen werden, kann sich US-Präsident Donald Trump nicht zurückhalten. Laufend äußert er sich zu den Ermittlungen und dem drohenden Amtsenthebungsverfahren. Die Zeugen werden von ihm beleidigt und diskreditiert. Jetzt legte er noch einen drauf und rief bei seinem Lieblingssender Fox News an, um seine Meinung dem Millionenpublikum zu erklären.

Donald Trump: „Ich will einen Prozess“

Er selbst forderte einen Impeachment-Prozess im Senat, falls das Repräsentantenhaus tatsächlich für ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn stimmen sollte. Denn: Es wird langsam eng für den US-Präsidenten: Die Demokraten haben das Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) gegen Donald Trump eingeleitet. „Ich will einen Prozess“, sagte Trump am Freitag in dem fast einstündigen Telefon-Interview mit Fox News. Der US-Präsident sagte zwar, er habe nichts Unrechtes getan und rechne daher nicht damit, dass es überhaupt zu einem Amtsenthebungsverfahren komme. Falls doch, wolle er im Senat einen richtigen Prozess, bei dem dann auch er Zeugen benennen könnte.

Donald Trump beleidigt Vorsitzenden der Amtsenthebungsermittlungen

Außerdem erhob er schwere Vorwürfe. Trump* schoss gegen alles und jeden. Adam Schiff den Vorsitzenden der Amtsenthebungsermittlungen, beleidigte er als "kranken Schnösel. Er ist so krank, er denkt sich alles aus, er ist krank". Er hatte Schiff schon früher bei Twitter beleidigt. „Die Lügen des korrupten Politikers Adam Schiff wachsen Tag für Tag“ schrieb er am Tag vor dem Interview. 

Auch Melania äußerte sich zum Impeachment-Verfahren via Twitter, allerdings weil ein Witz über Sohn Baron Trump fiel. 

Außerdem beschuldigte Donald Trump die Vorgängerregierung unter Barack Obama und das FBI, ihn abzuhören. Das sei einmalig in der Geschichte. Auch Nancy Pelosi, die Oppositionsführerin, bekam viel ab. Sie sei verrückt und die schlimmste Politikerin in der Geschichte derDemokraten, wetterte Trump am Telefon.

Nur wenige Tage danach legte Donald Trump in einem Tweet erneut gegen Pelosi nach. Unterdessen diskreditieren Irak-Veteranen einen von Trump begnadigten Ex-Elitesoldaten.

Trump überhäuft sich mit Selbstlob: „Ohne mich wäre Hongkong in 14 Minuten ausgelöscht worden“

Sich selbst lobte er hingegen überschwänglich. Er habe viel für die Ukraine getan, aber niemand rede darüber. Auch sein umstrittenes Telefonat mit Woldimir Selenskij sei „makellos, angemessen und perfekt“ gewesen.

Zudem behauptete Trump, dass das Telefonat zwischen ihm und dem US-Botschafter bei der EU, Gordon Sondland, nicht mitgehört worden sein könne. Dazu hatte er auch eine Erklärung: Er selbst habe ein unglaublich gutes Gehör, es aber in 40 Jahren nie geschafft, ein Telefongespräch mithören zu können.

Auch bezüglich er Proteste in Hongkong überhäufte er sich mit Selbstlob. Trump hielt sich selbst als angeblichen Verdienst zugute, eine chinesische Militärintervention in Hongkong verhindert zu haben. „Ohne mich wäre Hongkong in 14 Minuten ausgelöscht worden“, sagte er während des Telefonats mit Fox News. Dann wären in der seit Monaten von Protesten erschütterten chinesischen Sonderverwaltungszone „tausende Menschen“ getötet worden, betonte er.

Chinas Präsident Xi habe „eine Million Soldaten“ vor den Toren Hongkongs stationiert, sagte Trump. Sie seien nur deswegen nicht in das Gebiet einmarschiert, weil er Xi darum gebeten habe. Er habe Xi gesagt: „Bitte machen Sie es nicht. Sie würden einen großen Fehler begehen.“ Eine chinesische Militärintervention hätte „unglaublich negative Auswirkungen“ auf die Verhandlungen über ein US-chinesisches Handelsabkommen, hob der US-Präsident hervor.

Unterdessen hat Trump ein absurdes Selbstporträt von sich getwittert - die Reaktionen sind eindeutig. Außerdem präsentierte seine Regierung jedenfalls umstrittene Ideen zum Thema Ernährung. Und auch die Meinung, die Emmanuel Macron und Boris Johnson vom US-Präsident haben, scheint nicht die Beste zu sein. Das zumindest deutet ein brisantes Video vom Nato-Gipfel in London an. Mitte Dezember schien Trump dann auch auf Twitter im „Panikmodus“ zu sein.

Drohgebärden aus Nordkorea nimmt Trump an Weihnachten gelassen - und macht ein Geständnis. AN Weihnachten machte der US-Präsident noch aus weiterem Grund Schlagzeilen: Trumps Auftritt in "Kevin - Allein in New York" wurde von einem kanadischen TV-Sender gestrichen.

In aktuellen Umfragen wird klar: Viele Deutsche halten Donald Trump für gefährlich - manche sogar gefährlicher als Erdogan und Kim Jong Un. Zum Jahresende 2019 kommt auch Angela Merkel in den Umfragen nicht gut weg. 

ARD-Mann warnt Trump im Iran-Konflikt vor großem Fehler - und hat düstere Prognose für Deutschland. Der „Tagesschau“ ist während ihrer Berichterstattung ein Fehler unterlaufen. Zuschauer sehen ein manipuliertes Video. Nun sorgt Donald Trump auf Twitter einmal mehr für Ärger: Er teilte ein Fake-Foto und zoig damit den Zorn vieler Muslime auf sich. Ein neues Enthüllungsbuch über Trump kommt auf den Markt - darin berichten zahlreiche Weggefährten über das Auftreten des US-Präsidenten hinter den Kulissen.

md/AFP

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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