Unruhen nach Tod von George Floyd

Auf Demo in den USA: Sheriff legt plötzlich Schutzausrüstung ab und marschiert mit den Demonstranten 

Auf einer Demonstration im US-Bundesstaat Michigan hat ein Sheriff der ansässigen Polizei mit einer Geste die Menge für sich gewonnen. Nun fordert er eine „Nacht des Friedens“. 

  • In den USA kommt es gerade vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und aufgebrachten Demonstranten.
  • Die Proteste richten sich gegen die Brutalität der Polizei und systematischen Rassismus
  • In Michigan hat ein Sheriff seine Schutzausrüstung abgelegt und sich der Demonstration angeschlossen.

Flint/Michigan - Die USA werden gerade von Unruhen erschüttert. Nachdem in der vergangenen Woche George Floyd* in Minneapolis an den Folgen eines Polizeieinsatzes verstarb, demonstrieren die Menschen im ganzen Land gegen die Brutalität der Polizei und systematischen Rassismus. Dabei ist es zuletzt in zahlreichen Fällen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen* zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen. 

Wie es anders gehen könnte, zeigt ein Video, das nun in den sozialen Medien verbreitet wird: Sheriff Christopher Swanson war mit seinen Kollegen am Samstag bei einer Demonstration in Flint im US-Bundesstaat Michigan im Einsatz. Dabei setzten die Beamten bewusst auf eine deeskalierende Taktik: Swanson und Kollegen entschieden, ihreSchutzausrüstung auszuziehen, Schlagstöcke abzulegen und mit der aufgebrachten Menge zu sprechen. Er wolle bei den Demonstranten sein, rief Sheriff Swanson in die Menschenmasse, er wolle, dass das eine Parade werde, "nicht ein Protest". 

USA: Sheriff richtet sich nach Demo an die Menge: „Die Polizei liebt euch“

Die Menge zeigte sich beeindruckt, viele applaudierten, ein älterer schwarzer Mann reichte Swanson seine Hand. Der Sheriff zeigte daraufhin auf die Beamten hinter sich und fragte in die Menge, was sie nun tun sollten. Die Antwort war eindeutig: "Walk with us - Lauft mit uns!", skandierten die Demonstranten. Und das taten die Beamten dann auch. 

Wie die Polizei in einer Pressemitteilung am Sonntag erklärte, verlief die mehrstündige Demonstration mit mehreren hundert Teilnehmern friedlich. Nach dem Marsch richtete sich Sheriff Swanson noch einmal an die Menge: "Wir laufen mit euch, weil alles, was ihr fordert, eine Stimme und eure Würde ist, ganz gleich, wer ihr seid," sagte Swanson und schloss an: "Ich liebe euch. Die Polizei liebt euch.“

In 2019: Über 1000 Personen bei Auseinandersetzungen tödlich verletzt

In anderen US-amerikanischen Städten ist die Situation derweil eskaliert. In Städten wie Chicago, New York und Philadelphia kam es in den vergangenen Tagen zu Gewalt und Vandalismus. Mindestens fünf Personen sind bisher bei den Auseinandersetzungen gestorben. 

"Ich glaube, wir haben gestern Abend Leben gerettet", sagte Sheriff Swanson auf einer Pressekonferenz am Tag nach der Demo. "Wir wurden gestern Abend zum Signal der Hoffnung, deshalb rufen wir zu einer Nacht des Friedens auf. Legt eure Schwerter nieder!", forderte Swanson. 

Laut Washington Post wurden in den USA im vergangenen Jahr über 1000 Personen bei Auseinandersetzungen mit der Polizei* tödlich verletzt

Auf Instagram setzen auf den Tod von George Floyd hin zahlreiche Stars ein Zeichen gegen Rassismus. Unter dem Hashtag „#blackoututesday“ protestieren unter anderem Jérôme Boateng, Lena Meyer-Landrut, Stefanie Giesinger oder Rihanna.

In den USA wird mittlerweile vor der steigenden Corona-Infektionsgefahr infolge der Massendemonstrationen gegen die gesellschaftlichen Missstände gewarnt. Inzwischen wird dort auch über eine Polizeireform nachgedacht.

In den USA ist ein Auto ein eine Demonstration gerast. Dabei starb eine Frau, einer weitere wurde verletzt.

Ein DFB-Nationalspieler mimt bei einer Anti-Rassismus-Demo den Vorsänger.

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Rubriklistenbild: © AFP / ROBYN BECK

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