USA: Hauen und Stechen bei den Republikanern

North Charleston - Das Feld der republikanischen Präsidentschaftskandidaten lichtet sich und der Ton unter den Parteifreunden wird immer rauer. Bei einer Debatte griffen sich die übrigen Bewerber an.

Vor allem der bislang aussichtsreichste Kandidat Mitt Romney geriet von mehreren Seiten unter Druck.

Wenige Stunden zuvor hatte Rick Perry seine Kandidatur um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten zurückgezogen. Der Gouverneur des US-Staats Texas erklärte auf einer Pressekonferenz seinen Verzicht und empfahl seinen Anhängern die Wahl von Newt Gingrich.

Die jüngsten Umfragen zeigten, dass der ehemalige Präsident des Repräsentantenhauses von der Empfehlung profitieren und den Abstand zu Romney verkürzen könnte. Vor allem im konservativen South Carolina dürfte es der als liberal geltende ehemalige Gouverneur von Massachusetts schwer haben, die republikanische Basis von sich zu überzeugen.

Neben Romney und Gingrich sind nun noch der texanische Abgeordnete Ron Paul und der frühere Senator aus dem US-Staat Pennsylvania, Rick Santorum, im Rennen um die Nominierung der Republikaner zum Präsidentschaftskandidaten.

Gingrich kritisiert Medien für Berichterstattung über Privatleben

Wegen der jüngsten Berichterstattung griff Gingrich während der Fernsehdebatte die Medien an und wurde dafür vom Publikum mit Ovationen gefeiert. In einem Interview des Senders ABC hatte Gingrichs Ex-Frau Marianne zuvor erklärt, ihr damaliger Ehemann habe ihr eine offene Beziehung vorgeschlagen, damit er sich eine Geliebte nehmen könne.

Er habe mit seiner heutigen Ehefrau Callista Bistek eine Affäre “in meinem Schlafzimmer in unserer Wohnung in Washington“ gehabt, während sie verreist war, sagte Marianne Gingrich. Gingrich kritisierte die Berichterstattung über sein Privatleben scharf und wies die Vorwürfe zurück.

Romney geriet vor allem wegen seiner wechselhaften Haltung zur Abtreibungsfrage und seinen in den Augen vieler Republikaner zu liberalen Ansichten zur Gesundheitsversorgung unter Druck. Heute sei er gegen Abtreibung, sagte der bisherige Favorit.

Der Multimillionär Romney verteidigte sich gegen Kritik an seiner früheren Tätigkeit für die Investmentfirma Bain Capital. Mit den Investitionen seien Tausende Jobs geschaffen worden, sagte er. Kritik an Bain sei auch eine Kritik an der freien Wirtschaft. Der Kapitalismus sei, was Amerika stark mache.

Santorum trat bei der Debatte besonders aggressiv auf und griff neben US-Präsident Barack Obama auch seine Mitbewerber direkt an. Romney und Gingrich seien beide zu schwach, um Obama bei den Wahlen im November zu schlagen. “Wie können wir uns bei den wichtigen Themen abgrenzen, wenn wir Hinz und Kunz nominieren anstatt jemanden, der aufsteht und Nein sagt?“, rief er dem Publikum zu.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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