„Rassistische Tiraden“

Mitschuld am Massaker von El Paso? Jetzt bekommt Trump Vorwürfe aus eigenen Reihen

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Donald Trump am Freitag bei der Ankunft in New Jersey - der Präsidnet macht dort zehn Tage lang Sommerurlaub.

Im texanischen El Paso schießt ein junger Mann in einem Einkaufszentrum um sich. Auch in Dayton fallen tödliche Schüsse. Am Mittwoch besucht Präsident Trump El Paso.

  • In den USA sind am Wochenende bei zwei Blutbädern mindestens 29 Menschen getötet worden.
  • Ein 21-Jähriger wurde nach den Schüssen in einem Einkaufszentrum in El Paso als Verdächtiger festgenommen.
  • Der Schütze von Dayton wurde von der Polizei erschossen. Bei ihm soll es sich um einen 24-Jährigen handeln.
  • Die Polizei ermittelt wegen Mordes und wegen Hassverbrechen. 
  • US-Präsident Donald Trump verurteilt die Taten auf Twitter und in einer Rede zur Nation.

Update vom 12. August, 19.18 Uhr: El Paso liegt nahe der Grenze zu Mexiko, wo sich nun ein perfider Brandanschlag ereignete. Kartellmitglieder sollen ein Tanzlokal verriegelt und dann in Brand gesteckt habe. 26 Menschen starben. 

Update vom 12. August, 15.20 Uhr: Donald Trump bekommt nach dem Anschlag von El Paso massiven Gegenwind aus den Reihen seiner republikanischen Partei. Trumps Herausforderer im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur, Bill Weld, warnte die Republikaner vor „den rassistischen Tiraden" des Amtsinhabers.

Wenn die Republikaner im US-Kongress Trumps "rassistische Tiraden nicht ausdrücklich zurückweisen, wird ihnen 2020 eine massive Niederlage bevorstehen", sagte der frühere Gouverneur des Bundesstaats Massachusetts am Sonntag nach einem Auftritt in Des Moines in Iowa.

Weld machte Trump mitverantwortlich für den mutmaßlich ausländerfeindlich motivierten Anschlag in El Paso, bei dem ein Angreifer 22 Menschen erschossen hatte. Das von dem Verdächtigen veröffentlichte anti-mexikanische Manifest sei "direkt aus Trumps Strategiebuch" entnommen. "Also: Ja, ich sehe einen direkten Zusammenhang zwischen ihm und der Schießerei von El Paso, aber noch umfassender mit dem Klima, das all diese Schusswaffenangriffe hervorbringt", sagte der 74-Jährige.

Weld hatte im April seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner angekündigt. Er ist der einzige parteiinterne Herausforderer Trumps. Bei den republikanischen Vorwahlen in der ersten Jahreshälfte 2020 wird Weld allerdings einen sehr schweren Stand haben. Umfragen zufolge hat er kaum eine Chance, die erneute Präsidentschaftskandidatur Trumps zu verhindern. Trump plant indess, auch restriktiv gegen die legale Einwanderung vorzugehen.

Trump prahlt bei El-Paso-Besuch mit Zuschauerzahl bei Wahlkampfauftritt

Update vom 9. August 2019, 8.31 Uhr : US-Präsident Donald Trump hat bei seinem Krankenhaus-Besuch in der von einer Schusswaffenattacke erschütterten Stadt El Paso mit der Zuschauerzahl bei einem Wahlkampfauftritt geprahlt. Der Sender KFOX14 veröffentlichte am Donnerstag ein Video, das Trump bei seinem Treffen mit Mitarbeitern des University Medical Center in El Paso am Vortag zeigt. 

Darin würdigt der Präsident zunächst den Einsatz des medizinischen Personals nach dem mutmaßlich rassistisch motivierten Anschlag mit 22 Toten und versichert, "die ganze Welt" würde über die Mitarbeiter sprechen. Doch dann wechselt er das Thema und spricht über eine Veranstaltung, die er im Februar in der texanischen Grenzstadt abgehalten hatte.

Kritik gegen Trump gab es auch, seit der US-Milliardär Jeffrey Epstein im Gefängnis saß. Der Milliardär war wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagt - bis er in seiner Zelle in New York auf rätselhafte Art und Weise ums Leben kam.  

Video: Trump nach den Massakern in der Kritik

Dabei habe es eine "ganz schöne Menge" an Zuschauern gegeben, sagte Trump. Vor dem Veranstaltungsort hätten sich noch einmal "doppelt so viele" Menschen versammelt. An einer Gegenveranstaltung des "verrückten" demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Beto O'Rourke hätten gerade einem 400 Menschen teilgenommen, sagte Trump. O'Rourke stammt aus El Paso und hat den Präsidenten in den vergangenen Tagen wiederholt scharf kritisiert.

Das Video dürfte Wasser auf die Mühlen der Kritiker sein, die Trump vorwerfen, ihm sei es bei seinem Besuch an den Anschlagsorten El Paso und Dayton vor allem darum gegangen, sich selbst in Szene zu setzen.

Nach Besuch von Massaker-Opfern: Trump attackiert Daytons Bürgermeisterin - „Pressekonferenz war Betrug“

Update vom 8. August 2019, 20.33 Uhr: Am Mittwoch (7. August 2019) hatte US-Präsident Donald Trump noch gemeinsam mit dem Senator von Ohio, Sherrod Brown und der Bürgermeisterin von Dayton, Nan Whaley die Opfer des Attentas im Krankenhaus besucht. Einen Tag später, während seines Aufenthalts in El Paso, attackierte er jetzt den Senator und die Bürgermeisterin - wie gewohnt über Twitter

Zu Beginn seines Tweets schreibt Trump von einem „wundervollen Besuch“ in Dayton, bei dem „gewaltiger Enthusiasmus und sogar Liebe“ herrschte. Doch dann habe er mitbekommen, wie der „gescheiterte Präsidenschaftskandidat Sherrod Brown und Bürgermeisterin Whaley komplett falsch dargestellt haben, was im Krankenhaus passiert ist“. „Ihre Pressekonferenz (...) war Betrug“, attakierte der US-Präsident die beiden Politiker. 

Bürgermeisterin von Dayton reagiert auf Trump-Attacke: „Er lebt in seiner eigenen Welt“

In der Pressekonferenz nach Trumps Abreise nach El Paso sprach Senator Brown davon, dass Trump „gut von den Patienten empfangen wurde“, wie CNN berichtet. Außerdem, so der Senator weiter, hätte Trump „die richtigen Dinge gemacht“ und die Opfer des Attentats „getröstet“. Whaley selbst erzählte auf der Pressekonferenz, die Opfer seien „dankbar“ über Trumps Besuch im Krankenhaus gewesen, und erklärte, der Präsident sei „von den Opfern gut behandelt worden“. Dementsprechend konnte sich Daytons Bürgermeisterin Whaley die Vorwürfe des Präsidenten nicht erklären.

„Ich bin verwirrt“, war die erste Reaktion der Bürgermeisterin von Dayton, als sie zum ersten Mal den Tweet von Donald Trump las, indem er sie des Betrugs beschuldigte. „Wir haben gesagt, dass er gut behandelt wurde. Ich habe keine Ahnung, wie man da von misinterpretieren sprechen kann. Oh naja, er lebt in seiner eigenen Welt auf Twitter.“  

Trump besucht El-Paso-Opfer nach Massaker - Foto sorgt für Empörung - deutliche Vergleiche auf Twitter

Update vom 8. August 2019, 13 Uhr: Bei seinen Besuchen in beiden Städten am Mittwoch (Ortszeit) forderten Politiker eindringlich strikte Hintergrundchecks für Waffenkäufer und ein Verbot von Sturmgewehren im Land. Beide Besuche wurden von Protesten begleitet. Führende demokratische Präsidentschaftsbewerber kritisierten erneut seine Rhetorik gegen Migranten und Minderheiten.

Ein Foto von Trump und First Lady Melania, das sie im Krankenhaus am Bett eines bei einem der Attentate verletzten Mädchens zeigt, löste Empörung in den sozialen Medien aus. Mehrere Nutzer stießen sich an der Art und Weise, wie beide mit Opfern posierten. Andere User twitterten Fotos von Trumps Amts-Vorgängern: Zu sehen sind Barack Obama und George W. Bush, die unter anderem weinende Menschen in die Arme nehmen.

Trump selbst zeigte sich nach seinen Besuchen in El Paso und Dayton zufrieden - und teilte zeitgleich gegen die ihm kritisch gegenüberstehende Presse aus: „Welch großartige Menschen habe ich dort (in El Paso) und in Dayton, Ohio, getroffen. Die Fake News machten Überstunden, um mich und die beiden Besuche zu verunglimpfen, aber es hat nicht funktioniert“, schrieb er auf Twitter. „Die Liebe, der Respekt und die Begeisterung waren für alle sichtbar.“

Trump traf sich in Dayton und El Paso mit Opfern und Helfern. Daytons Bürgermeisterin Nan Whaley sagte, sie habe Trump dringend aufgerufen, eine Verschärfung der Waffengesetze anzustoßen. Waffen wie jene des Schützen von Dayton müssten verboten werden. Wenn nichts passiere, werde es wahrscheinlich schon sehr bald das nächste Blutbad geben. Der demokratische Senator aus Ohio, Sherrod Brown, erklärte, er habe an Trump appelliert, sich für eine Sondersitzung des republikanisch dominierten Senats einzusetzen, um dort die Einführung strenger Hintergrundchecks für Waffenkäufer zu beschließen.

„Meine Rhetorik bringt Menschen zusammen“: Trump besucht El Paso nach Massaker

Update 18.05 Uhr: Nach den Massakern von El Paso und Dayton wurde dem US-Präsidenten vorgeworfen, mit seiner angeblich aggressiven Rhetorik Rassismus und Gewalt zu schüren. Nun hat Donald Trump die Anschuldigungen erneut zurückgewiesen und seinen Kritikern politisches Kalkül unterstellt. "Meine Kritiker sind politisch denkende Menschen, sie versuchen, daraus Profit zu schlagen", sagte Trump am Mittwoch zu Journalisten im Weißen Haus. In vielen Fällen handele es sich um potenzielle Konkurrenten bei der Präsidentschaftswahl 2020.

Zugleich bestritt Trump, mit seiner Rhetorik das politische Klima in den USA anzuheizen: "Ich denke, meine Rhetorik bringt Menschen zusammen." Im Anschluss an den Pressetermin im Weißen Haus brauch der Präsident zu einem Besuch nach Dayton und El Paso auf.

Trump-Besuch nach El-Paso-Massaker: Überraschende Forderung zu Waffengesetzen

Update vom 7. August, 16.24 Uhr: US-Präsident Donald Trump überraschte damit, sich für die Einführung strengerer Überprüfungen von möglichen Waffenkäufern einsetzen zu wollen. Kurz bevor er seine Reise nach Dayton in Ohio und die texanische Stadt El Paso, in denen zwei Schützen am Wochenende 31 Menschen getötet hatten, antrat, sagte Trump: „Ich will mental instabilen Menschen keine Waffen geben, oder Menschen mit Wut und Hass, oder kranken Menschen“. Für diesen Schritt gäbe es nach der Ansicht des Präsidenten im Kongress sowohl bei Republikanern, als auch Demokraten große Unterstützung.

Trump sagte, es gebe im Kongress „großen Appetit“ für eine Verschärfung der sogenannten background checks vor dem Waffenkauf. Demokraten und Republikaner seien einer Lösung nahe. Weitergehende Schritte wie ein Verbot von Sturmgewehren hätten jedoch keine Unterstützung, sagte der Präsident. Fraglich ist allerdings, wie Trump etwa „Menschen mit Wut und Hass“ identifizieren will.

Die Demokraten setzen sich seit langem für restriktivere Waffengesetze ein, die Republikaner und die mächtige Waffenlobby haben dies jedoch zumeist verhindert. Viele Demokraten fordern auch ein Verkaufsverbot für Sturmgewehre, die in den USA immer wieder bei schrecklichen Gewalttaten zum Einsatz kommen.

Besuch nach El-Paso-Massaker: Trump erwartet kühler Empfang - „Er hat hier nichts zu suchen“

Update 7. August, 6.30 Uhr: Nach den Schusswaffenattacken in El Paso und Dayton erwartet US-Präsident Donald Trump am Mittwoch bei einem Besuch der Städte ein kühler Empfang. Politiker und Bewohner haben Kritik am Besuch des Präsidenten geübt, dem vorgeworfen wird, mit seiner aggressiven Rhetorik selbst Rassismus und Gewalt zu schüren. Derweil wurden neue Erkenntnisse der Ermittler zu den Massakern bekannt.

Die demokratische Kongressabgeordnete Veronica Escobar aus dem mehrheitlich von Latinos bewohnten El Paso warf dem Präsidenten im Vorfeld des Besuchs vor, eine Mitschuld an dem Angriff in der texanischen Stadt zu tragen. Trump solle daran denken, "dass seine Worte und Taten Anteil hieran hatten". "Aus meiner Sicht ist er hier nicht willkommen", sagte sie dem Sender MSNBC.

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Beto O'Rourke schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, Trump habe dabei geholfen, "den Hass, der die Tragödie vom Samstag möglich gemacht hat, zu schaffen". "Wir brauchen nicht noch mehr Spaltung", schrieb O'Rourke, der in El Paso aufgewachsen ist. "Unsere Wunden müssen heilen. Er hat hier nichts zu suchen."

Massaker erschüttern USA - das waren die Meldungen vom Dienstag

10.04 Uhr: Leichtathletik-Ikone Carl Lewis hat US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. „Wir haben einen rassistischen Präsidenten, der voreingenommen und frauenfeindlich ist und niemanden schätzt, außer sich selbst“, sagte der neunmalige Olympiasieger. Es gäbe viele Probleme, betonte Lewis bei den Pan American Games in Lima.

Der 58-Jährige rief dazu auf, dass sich jeder für seine Überzeugungen einsetzen solle. „Das heißt aber nicht, dass wir nicht für das kämpfen können, was für die Menschen richtig ist, und andere anschauen können, wo sie möglicherweise eine Gelegenheit verpasst haben oder in ihrem Leben an den Rand gedrängt wurden.“

9.35 Uhr: Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat nach den Schusswaffenangriffen in Texas und Ohio mit 31 Toten vor hasserfüllter Rhetorik gewarnt. Eine Sprache, "die ein Klima der Angst und des Hasses befeuert oder rassistische Meinungen normalisiert", müsse zurückgewiesen werden, forderte der ehemalige Staatschef in einer seltenen Stellungnahme am Montag.

Zwar nannte Obama seinen Nachfolger Donald Trump nicht beim Namen. Er kritisierte aber explizit Politiker, die "jene dämonisieren, die nicht wie wir aussehen, oder suggerieren, dass andere Menschen, darunter Einwanderer, unseren Lebensstil bedrohen, oder andere Menschen als Untermenschen bezeichnen oder andeuten, dass Amerika nur einer bestimmten Art Menschen gehört".

Update vom 6. August, 7.08 Uhr: Bei der Schusswaffenattacke in der texanischen Stadt El Paso ist auch ein Deutscher getötet worden. Der Polizeichef der Grenzstadt, Greg Allen, sagte am Montag, bei dem Angriff seien ein deutscher Staatsbürger, 13 US-Bürger und sieben Mexikaner getötet worden. Bei einem weiteren Todesopfer sei die Nationalität noch unklar.

Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte die Angaben zu dem deutschen Opfer: "Leider müssen wir bestätigen, dass sich unter den Todesopfern in El Paso auch ein deutscher Staatsangehöriger befindet", erklärte eine Ministeriumssprecherin in der Nacht auf Dienstag. Angaben zur Identität des Opfers machte die Sprecherin auf Nachfrage nicht.

Ein 21-Jähriger hatte am Samstag in einem Einkaufszentrum in El Paso 22 Menschen erschossen. Er wurde festgenommen. Die Ermittler vermuten ein rassistisches Motiv. 13 Stunden später tötete ein 24-Jähriger in Dayton im Bundesstaat Ohio neun Menschen, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Das Motiv für die Tat ist bislang unklar.

US-Präsident Donald Trump wird El Paso am Mittwoch besuchen, wie Bürgermeister Dee Margo am Montag bekanntgab. Trump hatte nach den Schusswaffenattacken ungewohnt deutlich Rassismus und die Ideologie weißer Vorherrschaft verurteilt. "Diese finsteren Ideologien müssen besiegt werden. Hass hat keinen Platz in Amerika", sagte Trump in einer Fernsehansprache in Washington. Allerdings werfen Kritiker dem US-Präsidenten vor, selbst mit seiner aggressiven Rhetorik Hass zu schüren und Gewalt zu begünstigen.

Gleichzeitig hat die Texanische Polizei mit Rassismus-Vorwürfen zu kämpfen. Berittene Polizisten hatten einen schwarzen Verdächtigen an einem Strick durch eine Stadt in Texas, USA, geführt, was viele an die Zeit der Sklaverei erinnerte.

Nach Massakern in den USA: Trump will Todesstrafe für Hassverbrechen und Massenmord

Update vom 5. August, 19.49 Uhr: Die Zahl der Opfer des Massakers in El Paso, Texas, ist am Tag nach dem Anschlag auf 22 gestiegen.  

Massaker in den USA: Der Dayton-Täter hatte bis zu 250 Schuss Munition

Update vom 5. August, 18.11 Uhr: Bis zu 250 Schuss Munition hatte der Schütze in der Stadt Dayton im US-Bundesstaat Ohio bei sich. Ohne das Einschreiten der Sicherheitskräfte innerhalb von Sekunden hätte ein noch größeres Blutbad gedroht, erklärte Polizeichef Richard Biehl am Montag vor Journalisten. Der Schütze habe mindestens 41 Kugeln gefeuert.

Das Motiv der Tat, der am Samstagabend neun Menschen zum Opfer gefallen waren, sei noch unklar. Es gebe aber bislang keine Hinweise auf eine rassistisch motivierte Tat, erklärte Biehl. Sechs der Opfer waren Afroamerikaner. Mindestens 14 Menschen wurden demnach wegen Schusswunden behandelt. Die Polizei erschoss den Angreifer. Der 24-Jährige weiße Schütze hatte auch seine zwei Jahre jüngere Schwester getötet. Polizeichef Biehl erklärte, es sei noch unklar, ob ihm bewusst war, dass er auf seine eigene Schwester geschossen habe.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump sich für die Todesstrafe in Fällen von Hassverbrechen und Massenmord ausgesprochen. 

Nach Massakern in den USA: Trump will Todesstrafe für Hassverbrechen und Massenmord

Update 5. August 16.30 Uhr: Nach den Massakern vom Wochenende in den USA will Präsident Donald Trump eine Gesetzesinitiative auf den Weg bringen, die die Todesstrafe bei Hassverbrechen in Form von Massenmord vorsieht. Er habe das Justizministerium angewiesen, eine entsprechende Gesetzgebung auszuarbeiten, sagte Trump am Montag im Weißen Haus in einer Ansprache an die Nation.  

Die "barbarischen Morde" seien "ein Angriff auf eine Nation und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit", sagte Trump am Montag in seiner Rede an die Nation. Die Verantwortlichen solcher Taten müssten "schnell" hingerichtet werden. Die USA müssten Rassismus, Fanatismus und die Ideologie weißer Vorherrschaft "verurteilen", forderte Trump zudem. "Diese finsteren Ideologien müssen besiegt werden. Hass hat keinen Platz in Amerika", sagte Trump. Die "Glorifizierung von Gewalt" müsse ein Ende haben.

Massaker in den USA: Rihanna reagiert mit Tweet auf Donald Trump

Update 5. August 16.05 Uhr: Aus der Musikwelt kommt Kritik. Popstar Rihanna rechnet mit Trump ab und teilte einen Tweet von Trump, den sie mit den Worten kommentierte: "Donald, du hast 'Terrorismus' falsch geschrieben. Dein Land hat zwei Terrorangriffe direkt hintereinander erlebt, innerhalb von Stunden starben fast 30 unschuldige Menschen.“

Update 5. August 14.08 Uhr: Ein Präsident in Twitterlaune: Kaum hat Donald Trump stärkere Hintergrundprüfungen für Waffenkäufer ins Spiel gebracht, hagelt es von ihm Medienkritik. Letztere hätten eine Mitverantwortung für „den Zorn und die Wut“ im Land. „Die Medien haben eine große Verantwortung für Leben und Sicherheit in unserem Land“, schrieb Trump am Montag auf Twitter. „Fake News haben stark beigetragen zu dem Zorn und der Wut, die sich über viele Jahre aufgebaut hat. Berichterstattung muss anfangen, fair, ausgewogen und unparteiisch zu sein.“ Ansonsten würden sich diese „schrecklichen Probleme“ nur verschlimmern.

Update 5. August 13.23 Uhr: Bisher galt US-Präsident Donald Trump als fleißiger Unterstützer der amerikanischen Waffenlobby. Doch nach den beiden Massakern vom Wochenende hat Trump nun vage eine Reform des Waffenrechts ins Spiel gebracht. Der US-Präsident stellte den oppositionellen Demokraten ein schärferes Waffenrecht im Gegenzug für die von ihm geforderte Einwanderungsreform in Aussicht. Republikaner und Demokraten sollten sich auf "harte Hintergrundüberprüfungen" für Waffenkäufer verständigen, schrieb Trump am Montag vor einer mit Spannung erwarteten Rede zu den Schusswaffenangriffen in Texas und Ohio im Onlinedienst Twitter. Eine solche Reform könne "vielleicht" mit der "dringend benötigten Einwanderungsreform" verknüpft werden.

Update vom 4. August, 22.50 Uhr: Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Beto O’Rourke, der aus El Paso stammt, macht Trump für die Attacke mitverantwortlich, berichtet merkur.de*  

Update vom 4. August: 20.55 Uhr: Der mutmaßliche Schütze von Dayton ist identifiziert. Bei dem Mann, der neun Menschen offenbar wahllos tötete, soll es sich um einen 24-jährigen Weißen handeln, wie der stellvertretende Polizeichef erklärte. Auch die 22-jährige Schwester des jungen Mannes befinde sich unter den Opfern, die zwischen 22 und 57 Jahren als gewesen seien.

Der Schütze soll eine Langwaffe benutzt haben, um das Blutbad anzurichten. Laut Bürgermeisterin Nan Whaley habe er dunkle, schusssichere Kleidung getragen. Neben der Waffe soll der Täter viele zusätzliche Patronenmagazine eingesetzt haben.

Einen ausführlichen Hintergrundbericht zu den Taten bietet merkur.de*.

Update vom 4. August, 20.02 Uhr: Das Blutbad von El Paso sorgt auch im Nachbarland Mexiko für Bestürzung. In einer via Twitter verbreiteten Videobotschaft sagte Außenminister Marcelo Ebrard: „Wir verurteilen diese barbarische Tat, bei der unschuldige Mexikaner getötet wurden.“ Zugleich kündigte er rechtliche Schritte zum Schutz der in den USA lebenden Mexikaner an.

Schießereien in den USA: Bei zwei Massakern werden mindestens 29 Menschen getötet

Erstmeldung vom 4. August, 17.07 Uhr:

El Paso/Dayton - Bewaffnete Angreifer haben binnen 24 Stunden an zwei verschiedenen Orten in den USA 29 Menschen erschossen. In einem Einkaufszentrum in der Grenzstadt El Paso in Texas tötete ein Schütze am Samstagabend mindestens 20 Menschen, 26 weitere wurden verletzt, wie Polizeichef Greg Allen mitteilte. Der mutmaßliche Täter ergab sich. In der Nacht zum Sonntag fielen in der Stadt Dayton im US-Bundesstaat Ohio Schüsse nahe einer Bar im Zentrum: Neun Menschen starben, 16 weitere wurden nach Angaben der Polizei verletzt. Beamte töteten den Angreifer. Die Massaker lösten international Bestürzung aus.

Bei dem Schützen in El Paso an der Grenze zu Mexiko handelt es sich um einen 21-jährigen Weißen. Polizeichef Allen sagte, es gebe ein „Manifest“, das womöglich auf ein Hassverbrechen schließen lasse. Es sei allerdings noch nicht bestätigt, ob die Kampfschrift tatsächlich von dem Verdächtigen stamme. In dem Pamphlet, das dem mutmaßlichen Täter von El Paso zugeschrieben wurde, heißt es unter anderem: „Dieser Angriff ist eine Antwort auf die hispanische Invasion in Texas.“

Schwer bewaffnet: Einsatzkräfte wurden in das Einkaufszentrum gebracht, um den Schützen zu stoppen.

Tödliche Schüsse in Dayton: Schütze war Einzeltäter

Zu den Motiven des Schützen in Dayton (rund 140.000 Einwohner) sowie dessen Identität konnte die Polizei zunächst nichts sagen. Es habe sich um einen Einzeltäter gehandelt. Der Mann habe mit einer Langwaffe geschossen, sagte der leitende Polizeibeamte Matt Carper. Der Sender „CNN“ berichtete unter Berufung auf Ermittler, der Schütze habe eine Schutzweste getragen. Die Bundespolizei FBI schaltete sich in die Ermittlungen ein.

Das schnelle Eingreifen der Polizei habe Schlimmeres verhindert, sagte Carper: „Wir hatten Beamte in der unmittelbaren Umgebung, als die Schüsse fielen. Wir konnten reagieren und das Ganze schnell beenden.“ Oregon District, das Ausgeh-Viertel in Dayton, wo die Schüsse fielen, gelte eigentlich als sicher. Aus Chicago wurde derweil ein Vorfall gemeldet, bei dem sieben Menschen nahe einem Park durch Schüsse aus einem Auto verletzt wurden.

Tödliche Schüsse in El Paso: Autor von Pamphlet äußert Unterstützung für Christchurch-Attentäter

Der Autor des Pamphlets von El Paso äußert in dem vierseitigen Text seine Unterstützung für den rassistischen Attentäter von Christchurch, der Mitte März in Neuseeland zwei Moscheen angegriffen und 51 Menschen getötet hatte. Die New York Times berichtete, der Text sei 19 Minuten vor dem ersten Notruf in El Paso online gegangen.

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, kündigte bei einer Pressekonferenz an, die Strafverfolgung werde sich nicht nur auf den Vorwurf des Mordes, sondern auch auf den eines Hassverbrechens konzentrieren. Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador teilte in einer Videobotschaft mit, unter den Toten seien drei Mexikaner. Nach Angaben des mexikanischen Außenministeriums wurden sechs weitere Mexikaner verletzt, darunter ein zehnjähriges Mädchen. Ein Polizeisprecher sagte nach Angaben des Senders „CNN“, der mutmaßliche Todesschütze rede mit den Ermittlern.

Die Aufnahmen zeigen den mutmaßlichen Täter. Die Behörden ermitteln wegen Hassverbrechen.

Tödliche Schüsse in El Paso: Bis zu 3000 Menschen im Einkaufszentrum

Polizeichef Allen sagte, der erste Notruf sei um 10.39 Uhr Ortszeit (18.39 Uhr MESZ) eingegangen. Sechs Minuten später sei die Polizei vor Ort gewesen. Der Szenerie am Tatort sei „schrecklich“ gewesen. Ein Polizeisprecher sagte, die meisten Opfer seien in einem Walmart in dem Ladenkomplex von Schüssen getroffen worden. Der Supermarkt sei zum Zeitpunkt des Angriffs voll gewesen. Der Sprecher schätzte, dass sich dort zwischen 1000 und 3000 Menschen aufhielten. Der Schütze habe bei der Tat ein Gewehr benutzt.

El Pasos Bürgermeister Dee Margo sagte, der Verdächtige stamme nicht von dort. Nach US-Medienberichten kam er aus der Stadt Allen nördlich von Dallas, rund 930 Kilometer Luftlinie von El Paso entfernt. El Paso liegt unmittelbar an der Grenze zu Mexiko und hat rund 680.000 Einwohner. Nach Angaben des Bürgermeisters bestätigten sich Meldungen über einen zweiten Schützen nicht.

Tödliche Schüsse in El Paso: Ältester Verletzter 82 Jahre alt

Der Sender „CNN“ berichtete, Familien hätten in dem Walmart-Ladenkomplex für den bevorstehenden Beginn des neuen Schuljahres eingekauft. Auch rund 100 Walmart-Mitarbeiter seien in dem Supermarkt gewesen. Der älteste Verletzte sei 82 Jahre alt. Der Konzern zeigte sich schockiert über die Geschehnisse. Man bete für die Opfer, hieß es in einer Twitternachricht von Walmart.

Die Polizei rief die Menschen in El Paso auf, Blut zu spenden. Gouverneur Abbott sagte bei einer Pressekonferenz am Samstagabend in El Paso, es hätten sich Schlangen von Menschen gebildet, die Blut spenden wollten. „Jetzt ist es an der Zeit für Texaner, zusammenzukommen und sich gegenseitig zu unterstützen.“ Abbott sprach von einer „abscheulichen“ Gewalttat.

Im Gedenken an die Opfer: Nach Schüssen in einem Supermarkt in Texas wird in Mexiko eine Mahnwache abgehalten.

Tödliche Schüsse in El Paso: Laden-Mitarbeiterin spricht über bange Minuten

Tabitha Estrada, Mitarbeiterin eines Ladens in dem Einkaufszentrum, sagte „CNN“, sie habe sich mit Kunden im hinteren Teil des Geschäfts versteckt gehabt. Viele ihrer Kunden seien aus Mexiko gewesen. „Es ist surreal, dass das in unserer Stadt passiert, weil ich El Paso nie als einen hasserfüllten Ort kennengelernt habe.“ Sie fügte hinzu, erst vor rund einem Monat habe die Polizei in dem Einkaufszentrum eine Übung für den Fall eines Amoklaufs abgehalten.

US-Präsident Donald Trump nannte die „hasserfüllte Tat“ tragisch und einen „Akt der Feigheit“. Es gebe keine Rechtfertigung dafür, unschuldige Menschen zu töten, schrieb er auf Twitter. Trump sagte dem Gouverneur von Texas die volle Unterstützung der Regierung in Washington zu. „Gott sei mit Euch allen!“, fügte er hinzu. Auch die Bundesregierung in Berlin reagierte erschüttert. „Unsere Gedanken und Anteilnahme sind bei den Verletzten und den Hinterbliebenen der Opfer“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts.

Blutbäder in den USA: Trump wird bei Reaktion Rassismus vorgeworfen

Trump wurde nach Angaben des Weißen Hauses laufend über die Lage vor Ort unterrichtet. Der Präsident habe mit Justizminister William Barr und Gouverneur Abbott gesprochen, erklärte Vizesprecher Steven Groves. Kritiker werfen Trump vor, mit seinen Äußerungen Rassismus zu befeuern. Zuletzt sah er sich wegen persönlicher Angriffe auf einen schwarzen Abgeordneten der Demokraten Rassismusvorwürfen ausgesetzt. Regelmäßig greift der republikanische Präsident auch Migranten aus Lateinamerika an, die auf illegalem Wege in die USA kommen wollen.

In den USA kommt es immer wieder vor, dass in Einkaufszentren, an anderen öffentlichen Orten oder auch in Schulen Menschen durch Schüsse getötet werden. Bemühungen für schärfere Waffengesetze laufen seit Jahren ins Leere - vor allem, weil Trumps Republikaner dagegen sind. Die mächtige Waffenlobbyorganisation NRA bekämpft vehement jeden Versuch, Waffenbesitz stärker zu regulieren. Auch Trump ist dezidiert gegen eine Einschränkung des in der US-Verfassung verankerten Rechts auf Waffenbesitz.

Auch in Chicago waren in der Nacht zu Sonntag Schüsse gefallen. Aus eine Auto wurde in eine Menschenmenge gefeuert. Sieben Personen sollen verletzt worden sein. 

Kritik wird auch aus wirtschaftlicher Perspektive laut. Dem US-Präsident wird vorgeworfen das Land in eine Rezession zu führen. Das dürfte dem Hardliner sauer aufstoßen. 

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

dpa

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