User kritisieren Grünen-Vorschlag

Veggie Day? "Essen ist Privatangelegenheit"

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Renate Künast würde zusammen mit den Grünen in deutschen Kantinen gerne einen sogenannten "Veggie Day" einführen

Berlin - Ein rein vegetarischer Tag in deutschen Kantinen? Der Vorschlag der Grünen stößt bei unseren Usern auf heftigen Widerstand. Gar von "Zwangsernährung" ist die Rede. Was halten Sie davon? Hier können Sie abstimmen:

Muenchen7 wettert zum Beispiel los: "Und wieder versuchen sie den Menschen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben. Warum soll der Bürger auch selbst entscheiden? Das übernehmen die Grünen gern für ihn. Bin gespannt was als nächstes vorgeschrieben wird?" Und auch Gesetzloser ist wenig begeistert vom "Dogmatismus der Ernährungsreligiösen und selbsternannten Bessermenschen". Er findet: "Was du freiwillig isst oder nicht isst, ist deine Privatangelegenheit."

"Wo kommen wir da hin, wenn wir von Politikern zwangsernährt werden?"

Thomas berichtet allerdings, dass es in bestimmten Kantinen - er schreibt von der eines großen Unternehmens in München - bereits einen "Veggie Day" gibt. Der erfreut sich allerdings nicht gerade größter Beliebtheit: "Der Zulauf zum Vinenzmurr und et cetera an diesen Tag ist enorm."

Auch Petra ist skeptisch: "Wer sich täglich seine Schweinshaxn oder Riesenschnitzel mit Schmierfilzen reinpfeift, der wird durch einen Gemüsetag genauso wenig gesünder wie ein Alkoholiker der einen Tag in der Woche nichts trinkt." Und Zefix ergänzt frech: "Wo kommen wir da hin, wenn wir von Politikern zwangsernährt werden?"

"Es gab Zeiten da gab es nur den sogenannten "Sonntagsbraten""

Doch es gibt auch andere Stimmen: Oscar findet zum Beispiel, dass an dem Vorschlag von Renate Künast lediglich die Formulierung etwas unglücklich ist. "Hätten die Grünen verlangt, dass in Kantinen täglich ein vernünftiges vegetarisches Essen angeboten werden soll, wäre das wohl besser gewesen." Hubertus geht die Forderung nach einem "Veggie Day" noch nicht weit genug. Er findet: Das "sollte man wirklich machen - nicht nur in Kantinen!" Auch für oesbg wäre das kein Problem. Der User erinnert sich an früher und schreibt: "Kein Problem, es gab Zeiten da gab es nur den sogenannten "Sonntagsbraten"!"

Regierung sollte Übel an der Wurzel packen - das ist die Lebensmittelindustrie

Leon findet den Ansatz der Grünen nicht gänzlich falsch, hat aber einen konstruktiven Verbesserungsvorschlag: "Ich finde nur, dass die Regierung nicht in Kantinen den Schwerpunkt setzen sollte, sondern am Ursprung allen Übels, nämlich der Lebensmittelindustrie!"

Auch eine politisch prominente Stimme hat sich inzwischen zu Wort gemeldet. FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle hält wenig vom "Veggie Day". "Was kommt als nächstes: Jute-Day, Bike-Day, Green-Shirt-Day?", kritisiert er in der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. Die Menschen sind klug genug, selbst zu entscheiden, wann sie Fleisch und Gemüse essen und wann nicht." Menschen ständig Vorschriften zu machen, entspreche nicht seinem Verständnis von Freiheit und Liberalität, sagte Brüderle.

pie/AFP

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