Verband befürwortet längere Schulpflicht für Pflegeberufe

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Eine Krankenschwester von der Evangelischen Sozialstation der Diakonie in Freiburg hilft einer bettlägerigen Seniorin aus ihrem Bett (Archivbild).

Berlin - Die Pläne der EU-Kommission, für Pflegepersonal eine zwölfjährige Schulzeit vorzuschreiben, stoßen beim zuständigen Berufsverband auf Zustimmung.

“Je besser qualifiziert die Pflegefachpersonen sind, umso weniger Komplikationen bis zum Tod treten bei Patienten auf“, schrieb die stellvertretende Vorsitzende des Berufsverbandes der Pflegeberufe, Gertrud Stöcker, in einem Beitrag für die “Rhein-Zeitung“ (Montag). Dies belegten internationale Studien.

Dagegen hatte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) den Plänen der EU-Kommission, für Krankenschwestern oder Hebammen eine Schulzeit von zwölf statt bislang zehn Jahren vorzuschreiben, eine Absage erteilt. Er sprach von einem falschen Signal. Auch Haupt- und Realschüler müssten die Möglichkeit haben, einen Pflegeberuf zu ergreifen. Dahinter steckt auch die Befürchtung, dass der drohende Fachkräftemangel in Pflegeberufen noch weiter verschärft wird.

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Verbands-Vize Stöcker teilt diese Befürchtung nicht. Sie schrieb in ihrem Beitrag für die “Rhein-Zeitung“, mit einer längeren Schulzeit werde eine mehr als 100 Jahre alte systemische Benachteiligung des Frauenberufs Pflege beendet. “In allen Ländern, die ihre Anforderungen an die Ausbildung angehoben haben, hat dies zu einer Steigerung der Attraktivität des Berufes geführt. Dies widerlegt das Argument, durch steigende Anforderungen an die Ausbildung werde der Nachwuchs ausbleiben.“

Nach EU-Angaben ist schon heute in 24 Mitgliedsstaaten für Pflegeberufe eine zwölfjährige Schulzeit vorgeschrieben. Zwölf Schuljahre führen in Deutschland in der Regel zum Abitur.

dpa

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