Balkan-Konflikt: Viele verletzte KFOR-Soldaten

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Teile einer serbischen Barrikade im Nordkosovo.

Belgrad - Bei Zusammenstößen der KFOR-Truppe mit Serben in Nordkosovo sind 21 Soldaten verletzt worden. Serbiens Innenminister erntet mit Äußerungen Entrüstung, ein neuer Krieg ums Kosovo sei möglich.

Bei Zusammenstößen der internationalen Schutztruppe KFOR mit Serben im Nordkosovo sind 21 Soldaten verletzt worden. Das berichtete das KFOR-Oberkommando am Donnerstag in Pristina. Die Soldaten hätten kurz nach Mitternacht Tränengas eingesetzt, Warnschüsse in die Luft abgegeben und sich mit Schlagstöcken verteidigt. Serbiens Innenminister Ivica Dacic löste unterdessen mit Äußerungen, ein neuer Krieg um das Kosovo sei möglich, einen Sturm der Entrüstung aus.

Eine größere Zahl Serben habe Soldaten der NATO-geführten Truppe angegriffen, als sie eine serbische Barrikade bei der Gemeinde Rudare nördlich der Stadt Mitrovica räumen wollten, beschrieb die KFOR die Auseinandersetzung. Die Serben seien mit drei Lastwagen voll Schotter und mit Steinen auf die Soldaten losgegangen, die sich lediglich verteidigt hätten.

Serben errichten Straßensperren

Die Serben legen den Verkehr im Nordkosovo seit Monaten mit fast 20 Barrikaden lahm. Sie wollen den Abzug von Zöllnern und Polizisten der albanisch geführten Kosovo-Regierung von zwei Grenzübergängen erzwingen. Der deutsche KFOR-Oberbefehlshaber Erhard Drews hat wiederholt erfolglos verlangt, die Serben müssten ihre Straßensperren wieder abbauen.

Serbiens Innenminister sorgte für Aufsehen mit der Behauptung, niemand habe das Recht, im Streit um das Kosovo Krieg von vornherein auszuschließen. “Die rote Linie für Belgrad ist ein bewaffneter Angriff von (Kosovo-Regierungschef) Hashim Thaci auf die Serben im Kosovo“, beschrieb er seinen Standpunkt in der Belgrader Zeitung “Press“ (Donnerstag). In tausenden Zuschriften an die Medien reagierten Serben erschüttert und ablehnend. “Der Mann sollte keine wichtigere Funktion als Nachtwächter erhalten und nicht Polizeiminister sein, eine Schande“, hieß es in Kommentaren an den Belgrader Fernsehsender B92.

dpa

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