Kommunen wehren sich

Wegen Schuhladen: Söder hat Ärger mit zwei Städten

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Markus Söder.

Rödental - Ein großes Schuhgeschäft in einem Gewerbegebiet der Kleinstadt Rödental ist zum Zankapfel geworden. Markus Söder wird schwer kritisiert.

Denn der Freistaat hat die Ansiedlung erst ermöglicht, die nach Ansicht vieler Beobachter die grundsätzliche Frage aufwirft, wie viel Shopping auf der grünen Wiese in Bayern gewünscht und toleriert wird. Die Städte Coburg und Neustadt b. Coburg sind deshalb vor das Verwaltungsgericht gezogen und haben gegen den Freistaat Bayern geklagt. Sie fürchten um die Attraktivität ihrer Innenstädte, wenn große Shopping-Angebote am Stadtrand entstehen.

Auch der Handelsverband Bayern (HBV) warnt seit längerem vor großen Problemen in den bayerischen Innenstädten. Der Online-Handel und auch große Märkte am Stadtrand machen den Läden im Ortskern große Konkurrenz. „Das ist ein Thema, das wir ständig auf der Agenda haben“, sagte Sabine Köppel, Oberfranken-Geschäftsführerin des Verbandes. Der Staat investiere viel Steuergeld in Projekte, um die Innenstädte zu stärken und um die Zersiedelung zu stoppen. Diese Bemühungen würden aber konterkariert, wenn andererseits Einzelhandelsgroßprojekte zugelassen würden.

Im Fall Rödental hatten sich die Vertreter der Kommunen nach einem ersten Gerichtstermin im Januar darauf verständigt, es mit einer außergerichtlichen Lösung versuchen zu wollen. Möglicherweise zeichnet sich diese nun ab - denn für Montag (9. März) haben die Städte Coburg, Neustadt und Rödental zu einer Pressekonferenz eingeladen. Auch das betroffene Unternehmen Schuh Mücke ist zuversichtlich: „Jetzt warten wir auf eine Einigung“, sagte Geschäftsführer Thomas Mücke. Alle Seiten hätten ein Entgegenkommen signalisiert, „niemand hat etwas davon, wenn gestritten wird“.

Die Rödentaler Filiale seines Unternehmens verkauft seit September auf 600 Quadratmetern Schuhe, dazu kommt noch Verkaufsfläche für Textilien und Accessoires. Geplant waren eigentlich 1200 Quadratmeter für Schuhe. Das Landesentwicklungsministerium von Markus Söder (CSU) hatte dies in einem sogenannten Zielabweichungsverfahren gebilligt. Normalerweise wäre eine so große Verkaufsfläche für Schuhe in dem Gewerbegebiet nicht erlaubt. Die Filiale ist laut Mücke in ein bereits bestehendes Gebäude gezogen, in dem früher Spielwaren und Kinderartikel verkauft wurden.

Ein viel größeres Handelsprojekt in Oberfranken hat die Staatsregierung allerdings abgeschmettert: Eine Möbelhauskette wollte in Himmelkron (Landkreis Kulmbach) nahe der Autobahn 9 bauen. Verbandsvertreterin Köppel zeigte sich darüber erleichtert: „4500 Quadratmeter Einkaufsfläche in einem relativ kleinen Ort - das gehört da einfach nicht hin.“

Vor allem in der etwa 15 Kilometer entfernten Stadt Bayreuth hatte es Widerstand gegeben. „Großflächiger Einzelhandel ist nach dem Landesentwicklungsplan Bayern an einem Standort wie Himmelkron nicht zulässig“, teilte ein Sprecher mit. Die Kommune brachte sich vielmehr selbst als möglichen Standort ins Gespräch. Man sei gesprächsbereit, sagte der Sprecher.

dpa

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