USA weiten Strafmaßnahmen gegen Nordkorea aus

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Zwei nordkoreanische Soldaten (r) beobachten mit einem Fernglas einen südkoreanischen Soldaten (l) an der innerkoreanischen Grenze in der demilitarisierten Zone bei Panmunjom.

Washington - Die USA haben ihre Sanktionen gegen Nordkorea ausgeweitet. Welche neuen Strafmaßnahmen Washington gegen das kommunistische Land beschlossen hat:

Die USA wollen mit neuen wirtschaftlichen Sanktionen die Daumenschrauben bei Nordkorea anziehen. Die zusätzlichen Sanktionen richteten sich sowohl gegen das Atomprogramm des kommunistischen Landes, als auch gegen eine “große Bandbreite“ illegaler Machenschaften wie beispielsweise Waffen- und Geldschmuggel sowie Geldfälschung, wie das US-Finanzministerium am Montag in Washington mitteilte. Nach Überschwemmungen in Nordkorea bot Südkorea am Dienstag dem Nachbarland ungeachtet der innerkoreanischen Spannungen erneut Hilfe an.

Betroffen von der Anordnung neuer Sanktionen sind vier Einzelpersonen, drei Firmen sowie fünf staatliche Stellen in Nordkorea. Verbunden sind damit unter anderem das Einfrieren von Vermögen in den USA und ein Verbot von Geschäftsverbindungen. Die US-Regierung wirft dem Regime in Pjöngjang zudem Verstrickung in Geldwäsche, Fälschung von Währungen und Markenartikeln sowie Drogenhandel vor.

Das ist Nordkorea

Nordkorea
Abgeschottet und arm, aber atomgerüstet: Die Demokratische Volksrepublik Korea ist ein kommunistischer Staat, in dem das Militär eine dominierende Rolle spielt. © dpa
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Starker Mann ist seit 1994 Kim Jong Il (67, 2. von links), der Vorsitzende des Nationalen Verteidigungsrates und Oberkommandierende der Volksarmee. © dpa
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Unter der Führung seines Vaters Kim Il Sung (rechts, 1912-1994)  war die “Demokratische Volksrepublik Korea“ 1948 gegründet worden. Auch nach seinem Tod bleibt er Nordkoreas “ewiger Präsident“. © dpa
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Kim Jong Il wurde offiziell als „Geliebter Führer“ bezeichnet. Mittlerweile trägt er, wie sein Vater, den Titel „Großer Führer“. Die Regierung gilt als das letzte stalinistische Regime der Welt. © dpa
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Staatspartei ist die 1945 gegründete Partei der Arbeit Koreas, die mit zwei Blockparteien eine „Einheitsfront“ bildet. © dpa
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Mit 122 000 Quadratkilometern ist Nordkorea etwa so groß wie die frühere DDR . © dpa
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Rund zwei Millionen Menschen leben in der Hauptstadt Pjöngjang. © dpa
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Im Süden bildet die demilitarisierte Zone die Grenze zu Südkorea (Republik Korea), das zusammen mit dem Norden bis zur Eroberung Koreas durch Japan 1910 einen gemeinsamen Staat bildete. Seit 1948 gibt es zwei koreanische Staaten. © dpa
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Das abgeschottete Nordkorea zählt zu den Ländern mit den schwersten Menschenrechtsverletzungen. Die Zahl der politischen Gefangenen wird auf 200.000 geschätzt. © dpa
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Während sich der einst arme Süden der koreanischen Halbinsel zu einer wohlhabenden Demokratie entwickelte, ruinierte die Misswirtschaft den an Bodenschätzen reichen Norden. Die industrielle Produktion ist seit 1990 um mehr als zwei Drittel zurückgegangen. © dpa
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Die meisten der mehr als 23 Millionen Einwohner sind bitterarm. © dpa
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Stromabschaltungen gehören zum Alltag, selbst in der bevorzugten Hauptstadt Pjöngjang hat die Bevölkerung seit Jahren kein heißes Wasser und selten Heizung. © dpa
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1997 führte eine durch Zwangswirtschaft, Unwetter und Missernten ausgelöste Hungerkatastrophe zu einem Massensterben. © dpa
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Weite Teile der Bevölkerung sind weiterhin von internationaler Hilfe abhängig. © dpa
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Trotzdem haben die Ausgaben für das Militär Vorrang. © dpa
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Ein halbes Jahrhundert nach dem Koreakrieg (1950 bis 1953) gibt es noch immer keinen Friedensvertrag zwischen Nord- und Südkorea. Das Bild zeigt einen US-Soldaten, der auf Seiten des angegriffenen Südkorea kämpft. © AP
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Mit schätzungsweise 1,19 Millionen Soldaten hat Nordkorea die fünftstärksten Streitkräfte der Welt; es besitzt ein großes Arsenal chemischer und biologischer Waffen. © dpa
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Die Land- und die Luftstreitkräfte sind jeweils die zweitstärksten in Asien nach denen der Volksrepublik China. © dpa
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Neben den Hauptgegnern Südkorea und dessen Verbündeten USA gehört auch Japan wegen seiner Besatzungspolitik in Korea bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges zu den Feindbildern der koreanischen Volksarmee. © dpa
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Das Land verkündete 2004, Atomwaffen zu besitzen. Ihre Zahl sei ein Staatsgeheimnis. Den ersten Atombombentest führte Nordkorea am 9. Oktober 2006 durch. © dpa
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Im Rahmen eines im Februar 2007 mit Südkorea, den USA , China, Russland und Japan geschlossenen Abkommens machte Nordkorea Teile seiner Atomanlagen unbrauchbar. Im Gegenzug erhielt es Wirtschafts- und Energiehilfen. © dpa
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Doch am 5. April 2009 startete Nordkorea eine Trägerrakete mit einem Kommunikationssatelliten. Es folgten internationale Proteste. © dpa
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Der UN-Sicherheitsrat hat den Raketenstart am 13. April 2009 verurteilt. Aus Protest erklärte die Regierung einen Tag später das  Ende der Atom-Gespräche und die Forstetzung seines Atomwaffenprogramms. © dpa
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Am 25. Mai 2009 führte Nordkorea einen weiteren Atomtest durch. Nach russischen Angaben besaß der Sprengsatz eine Sprengkraft von 20 Kilotonnen. Außerdem wurden mehrere Kurzstreckenraketen abgefeuert. © dpa
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Der Atomtest führte zu Protesten auf der ganzen Welt Das Bild zeigt eine Demonstration in Südkorea .Der UN-Sicherheitsrat hat eine neue Resolution gegen Nordkorea angekündigt. © dpa
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Wie südkoreanische Medien berichten könnte auch die Wiederaufbereitungsanlage für atomare Brennstäbe in Yongbyon wieder eingeschaltet worden sein. Dort kann waffenfähiges Plutonium hergestellt werden. © dpa

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte bereits im Juli eine Verschärfung der bestehenden Sanktionen gegen Nordkorea angekündigt. Sie seien Teil der Maßnahmen, um das Land an der Weitergabe von Massenvernichtungswaffen zu hindern. Ziel sei es, illegale Aktivitäten des Regimes zur Finanzierung seiner Waffenprogramme zu stoppen und “weitere Provokationen zu verhindern“.

Die neuen Sanktionen sind eine Reaktion auf die Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes. Südkorea und die USA machen Nordkorea für den Zwischenfall verantwortlich, bei dem Ende März 46 Seeleute getötet wurden. Nordkorea weist jede Schuldzuweisung von sich und droht mit harten Maßnahmen im Falle neuer Sanktionen.

Außerdem planen die US-Streitkräfte ein neues gemeinsames Seemanöver mit südkoreanischen Einheiten, um an Nordkorea ein abschreckendes Signal zu senden. Die neuen Übungen zur U-Boot-Abwehr sollen am kommenden Sonntag vor der Westküste Südkoreas beginnen und fünf Tage dauern, wie südkoreanische Medien am Dienstag berichteten.

Der südkoreanische Rot-Kreuz-Verband wolle an Nordkorea Nahrungsmittel, Medikamente und andere Hilfsgüter im Wert von zehn Milliarden Won (etwa 6,6 Millionen Euro) liefern, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Der Verband habe Nordkorea über das Angebot direkt informiert.

Die staatlichen Medien in Nordkorea hatten vor etwa einer Woche berichtet, wegen Überflutungen im Grenzgebiet zu China hätten Tausende von Menschen in Sicherheit gebracht werden müssen. Angaben über Tote gab es nicht. Das Rote Kreuz in Südkorea hatte bereits in der vergangenen Woche grundsätzlich Soforthilfe angeboten. Es ist das erste derartige Angebot Südkoreas, seitdem sich die Spannungen wegen des Schiffsuntergangs verschärft haben.

dpa

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