Von Peter Schiebel

Wenig Hoffnung: Kommentar zur Sicherheitskonferenz 2016

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Peter Schiebel

München - Wenig Hoffnung nach der Münchner Sicherheitskonferenz 2016. Hier lesen sie den tz-Kommentar von Peter Schiebel.

Im Dezember ist es genau ein Vierteljahrhundert her, dass sich die Sowjetunion selbst aufgelöst hat. Der Ost-West-Konflikt war beendet. Für Deutschland, Europa, ach was, für weite Teile der Welt hieß die Aussicht: Dauerhafter Frieden statt Kalter Krieg, Abrüstung statt atomarem Aufgeilen!

Und jetzt? 25 Jahre später? Spricht Russlands Medwedew vom „neuen Kalten Krieg“, und US-Senator McCain erklärt, „Herr Putin ist nicht daran interessiert, unser Partner zu sein“. Dauerhafter Frieden?

Und während sie da so sitzen und reden und schimpfen und sich vielleicht sogar dabei zuhören, geht 3000 Kilometer weiter östlich das Bomben, Schießen, Morden und Sterben weiter. Dauerhafter Frieden?

Das, was wir das Wochenende über in München erlebt haben, macht keine Hoffnung für das – vom eigenen Staatschef! – geschundene Syrien und seine bemitleidenswerte Bevölkerung. Russland redet von der Feuerpause, setzt aber zeitgleich seine Bombardements fort. Und die Türkei greift Stellungen syrischer Kurden an – also jene Kämpfer, die die USA als Verbündete zählen.

Dass sich im Zuge dessen Europa immer mehr abriegelt, dass jetzt auch Frankreich keine weiteren syrischen Flüchtlinge ins Land lassen will, ist vor diesem Hintergrund eine weitere Schande.

Wo sind die Reagans und Gorbatschows? Wo die Kohls und Mitterrands? Die Genschers und Horns, die ihre Länder und unsere Welt besser machen wollten? Die eine Vision einte: Dauerhafter Frieden!

Die Bilanz der Münchner Sicherheitskonferenz 2016

Ist in München ein neuer Kalter Krieg ausgebrochen? tz-Kolumnist James W. Davis (Professor für Internationale Beziehungen und geschäftsführender Direktor des Instituts für Politikwissenschaft an der Universität St. Gallen), zieht seine Bilanz der Sicherheitskonferenz 2016.

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