Westerwelle bestellt wegen Ai Weiwei Botschafter ein

Berlin - Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) bestellt wegen der Verhaftung des regimekritischen chinesischen Künstlers Ai Weiwei den chinesischen Botschafter in Berlin ein.

Man werde ihn noch am Mittwoch zu einem Gespräch ins Auswärtige Amt bitten, sagte Westerwelle am Mittwoch in Berlin, “damit unsere Botschaft klar und unmissverständlich die chinesische Regierung erreicht.“ Ai Weiwei müsse umgehend wieder freikommen und die Möglichkeit haben, seiner künstlerischen Arbeit weiter nachgehen zu können, forderte Westerwelle. Ai Weiwei, der in China nicht ausstellen darf, war am Sonntag festgenommen worden und ist seitdem verschwunden.

China: Weiwei ist "Außenseiter"

Drei Tage nach der Verhaftung des Künstlers und Regimekritikers haben Chinas Staatsmedien ihr Schweigen gebrochen und erstmals über den Fall berichtet. Der Bürgerrechtler sei ein “Außenseiter der chinesischen Gesellschaft“, hieß es in einem am Mittwoch in der Zeitung “Global Times“ veröffentlichten Kommentar. “Ai Weiwei tut Dinge, die sich andere nicht herausnehmen. Er ist nah an die rote Linie des chinesischen Rechts gekommen“, schrieb das englischsprachige Sprachorgan der Kommunistischen Partei.

Die Forderungen von Menschenrechtsgruppen und ausländischen Regierungen nach seiner Freilassung seien Ausdruck einer “rücksichtslosen“ Missachtung der Souveränität Chinas. Ai Weiweis internationale Unterstützer attackierten China mit schweren Vorwürfen, bevor sie die Wahrheit herausgefunden hätten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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