Westerwelle verteidigt sich vor NRW-Parteibasis

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Guido Westerwelle setzt sich zur Wehr.

Duisburg - Der FDP-Vorsitzende und Außenminister Guido Westerwelle hat sich bei einem Parteitag der nordrhein-westfälischen FDP gegen heftige Kritik der Basis zur Wehr gesetzt.

Er bedaure und entschuldige sich für jeden Fehler, den er gemacht habe, sagte Westerwelle vor rund 400 Delegierten seines Heimatverbands. "Aber trotzdem, glaube ich, haben wir in den vergangenen zehn Jahren weit mehr richtig gemacht als falsch gemacht."

Zuvor hatten Parteifreunde Westerwelle aufgefordert, nicht nur als Parteichef, sondern auch als Außenminister abzutreten. Eine Delegierte drohte mit Austritt aus der Partei, ein anderer führte Austritte in seinem Ortsverband wegen Versagens der Parteiführung ins Feld.

Der Außenminister wurde vor allem für seine Entscheidung kritisiert, dass Deutschland sich an militärischen Interventionen der NATO in Libyen nicht beteiligen wird. Dies sei eine der schwierigsten Entscheidungen der Bundesregierung gewesen, räumte Westerwelle ein. "Aber sie ist richtig." Die Außenminister der FDP hätten immer für eine Kultur der militärischen Zurückhaltung gestanden. "Wenn ich dafür kritisiert werde - sei' s drum. Es bleibt mein Kompass."

Westerwelle forderte seine Partei in einer kämpferischen Rede auf, ihre künftige Führung zu unterstützen und die eigenen Erfolge nicht kleinzureden. Als "dumm" bezeichnete er die Kritik einer Dortmunder Delegierten, die das künftige junge Führungstrio Philipp Rösler, Christian Lindner und Daniel Bahr als "Boy Group" bezeichnet hatte. "Gebt doch nicht unseren politischen Gegnern, bevor die neue Führung im Amt ist, gleich schon die Stichworte an die Hand", warnte der scheidende Vorsitzende. "Es ist kein Privileg, jung zu sein, aber ein Fehler ist es auch nicht."

In einer Woche soll Westerwelle bei einem Bundesparteitag in Rostock von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler an der Spitze abgelöst werden. Der Chef der NRW-FDP, Daniel Bahr, kandidiert für einen der Stellvertreterposten. FDP-Generalsekretär Christian Lindner sagte nach der hitzigen Aussprache unter dem Beifall des Parteitags: "Die FDP hat an Glaubwürdigkeit verloren, ihre Führung an Vertrauen, unsere Argumente an Überzeugungskraft. Darüber zu schweigen wäre gefährlicher als es offen auszusprechen."

dpa

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