Vorübergehend oder endgültig?

Wikileaks: Frühere Informantin Manning freigelassen - doch die nächste Haft droht

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Nach Angaben ihrer Rechtsanwälte könnte Chelsea Manning schon am nächsten Donnerstag wieder in Haft kommen.

Noch als Mann lebend, lud die Informantin Chelsea Manning hunderttausende von geheimen Dokumenten über die US-Kriege im Irak und Afghanistan hoch. Nun ist sie aus dem Gefängnis freigekommen. Doch für wie lange? 

Die ehemalige Wikileaks-Informantin Chelsea Manning ist am Donnerstag aus der Beugehaft entlassen worden. Manning sei mit Auslaufen des Grand-Jury-Verfahrens nach 62 Tagen freigekommen, erklärte die Hilfsorganisation Sparrow Project. "Leider hat Chelsea noch vor ihrer Freilassung eine weitere Vorladung bekommen", hieß es mit Verweis auf Mannings Rechtsanwälte weiter. Demnach muss sie am nächsten Donnerstag erneut vor einem Geschworenen-Gremium erscheinen.

Die Whistleblowerin war Anfang März in Beugehaft genommen worden, weil sie sich weigerte, vor der Grand Jury eines Gerichts im US-Bundesstaat Virginia auszusagen. Die Grand Jury - ein mit weitreichenden Ermittlungsvollmachten ausgestattetes Geschworenengremium - war mit dem Fall des Wikileaks-Gründers Julian Assange befasst.

US-Kriege im Irak und Afghanistan: Manning lud hunderttausende geheime Dokumente hoch

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte 2010 und 2011 hunderttausende geheime US-Militärdokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie vertrauliche Diplomatendepeschen veröffentlicht. Quelle war die vor einer Geschlechtsumwandlung damals noch als Soldat Bradley Manning lebende Manning, die das Material von Militärrechnern herunterlud und Wikileaks zuspielte.

Manning wurde 2010 festgenommen und im August 2013 wegen Spionage zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt. Durch einen Gnadenerlass des damaligen demokratischen US-Präsidenten Barack Obama kam Manning 2017 vorzeitig frei.

Nach Angaben ihrer Rechtsanwälte könnte Manning schon am nächsten Donnerstag wieder in Haft kommen. Sie werde sich weiter weigern, Fragen zu beantworten.

Schon Anfang März sprach Chelsea Manning sich gegen den geheimen Charakter von Grand Jurys aus, die Zeugen in Abwesenheit ihrer Anwälte befragen dürfen. "In Solidarität mit vielen Aktivisten, die gegen Ungerechtigkeit kämpfen, bleibe ich meinen Prinzipien treu", bekräftigte sie. Sie wolle alle rechtlichen Mittel ausschöpfen.

AFP

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