Putin vereidigt - Erneut viele Festnahmen

Moskau - Bei einer prunkvollen Zeremonie im Kreml hat Wladimir Putin zum dritten Mal den Amtseid als Präsident Russlands abgelegt. Unterdessen wurden erneut rund 120 Kreml-Gegner verhaftet.

“Ich will alles dafür tun, das Vertrauen von Millionen unserer Bürger zu rechtfertigen“, sagte der Putin am Montag vor rund 3000 Gästen in einer Antrittsrede.

Zwei Monate nach seiner Wahl schwor Putin auf die Verfassung, die Sicherheit und Unabhängigkeit des größten Landes der Erde zu schützen. Das Staatsfernsehen übertrug die Zeremonie im Großen Kremlpalast live. Putin war bereits von 2000 bis 2008 Präsident gewesen.

Blutiger Anti-Putin-Protest in Moskau

Blutiger Anti-Putin-Protest in Moskau

Der Kremlchef bereitete seine Landsleute auf schwierige Zeiten und eine “neue Etappe“ vor. “Die nächsten Jahre werden für das Schicksal Russlands auf Jahrzehnte hinaus entscheidend.“ Die vierjährige Amtszeit seines politischen Ziehsohns Dmitri Medwedew sei erfolgreich gewesen, betonte er. “Seine Präsidentschaft hat zusätzliche Impulse zur Modernisierung des Landes gegeben.“

Nach Ablegen des Amtseids erhielt Putin auch den “Atomkoffer“, die Macht über das nach den USA zweitgrößte Nuklearwaffenarsenal der Welt. Die etwa einstündige Zeremonie im Kreml, die mit Salutschüssen und Glockenläuten endete, war von beispiellosen Sicherheitsvorkehrungen begleitet.

Nach vier Jahren als Regierungschef dauert Putins Amtszeit gemäß einer Verfassungsänderung nun sechs statt vier Jahre. Das bisherige Staatsoberhaupt Medwedew soll in einem umstrittenen Ämtertausch in das untergeordnete Amt des Regierungschefs wechseln.

Erneut 120 Festnahmen bei Anti-Putin-Protesten 

Bei neuen Protesten von Kremlgegnern hat die Polizei in Moskau am Rande der feierlichen Amtseinführung von Präsident Wladimir Putin rund 120 Menschen festgenommen. In Gewahrsam kam erneut auch der frühere Vize-Regierungschef Boris Nemzow, wie die Polizei nach Angaben der Agentur Interfax am Montag mitteilte.

Die Opposition hatte bei einer nicht genehmigten Aktion gegen Putin protestiert, der bei einer prunkvollen Zeremonie zum dritten Mal den Amtseid als Kremlchef ablegte. Der 59-Jährige soll das größte Land der Erde nach zwei Amtszeiten von 2000 bis 2008 nach einer Verfassungsänderung nun erstmals sechs Jahre führen.

Bereits am Sonntagabend war es im Zentrum von Moskau zu schweren Auseinandersetzungen zwischen der russischen Polizei und Demonstranten gekommen. Es gab mehr als 400 Festnahmen und etwa 80 Verletzte. Auch Nemzow war dabei vorläufig festgenommen worden.

dpa

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