Ausbau des Elterngeldes gestoppt

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Berlin - Junge Väter und Mütter können vorerst nicht auf längere Elterngeld-Zeiten hoffen. Die ursprünglichen Pläne von Schwarz-Gelb für eine Ausweitung dieser staatlichen Leistung bleiben aus finanziellen Gründen weiter gestoppt.

Ein Sprecher von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) bekräftigte am Montag die Entscheidung dazu vom Sommer 2010. So bleibt es bis auf weiteres dabei, dass Eltern nach der Geburt eines Kindes maximal 14 Monate Elterngeld bekommen. Zwölf Monate sind für den einen Partner vorgesehen; zwei weitere Monate finanziert der Staat nur, wenn der andere Partner - meist der Vater - ebenfalls Elterngeld beantragt.

Diese Vätermonate sollten laut Koalitionsvertrag ausgeweitet werden. Die Weiterentwicklung des Elterngeldes stehe nach wie vor auf der Agenda - allerdings unter Finanzierungsvorbehalt, erklärte ein Ministeriumssprecher. Eine Kürzung der Müttermonate für eine Ausweitung der Vätermonate werde es allerdings nicht geben. Unionsabgeordnete hatten 2009 dafür plädiert, dass aus zwei Vätermonaten vier werden sollten. Der Anspruch der Mütter wäre damit gleich geblieben; Väter hätten ihre Babypause verlängern können. Das hätte jedoch die Kosten des Elterngeldes - derzeit etwa vier Milliarden Euro jährlich - erhöht, weshalb das Familienministerium der “Süddeutschen Zeitung“ zufolge diesen Plan nun nicht mehr verfolgt.

Während die FDP die Haltung Schröders begrüßte, kritisierte die Vize-SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig den Ausbaustopp beim Elterngeld scharf. “Sie hat kein Interesse an Familien und tut nichts für Eltern und Kinder. Nun räumt sie auch noch ihre Zusage ab, das Elterngeld weiterzuentwickeln“, sagte Schwesig über Schröder.

Das ist Ministerin Kristina Schröder

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dpa

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